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Akku leer: Altenburger strandet bei Schmölln an der Autobahn

Elektrofahrzeug Akku leer: Altenburger strandet bei Schmölln an der Autobahn

Michael Goßler war überzeugter Elektromobilist. Doch seit dem vergangenen Wochenende hat sich seine Meinung gedreht: Defekte Ladesäulen an der Autobahnraststätte Altenburger Land manövrierten den Altenburger in eine hilflose Situation.

Michael Goßler muss mit seinem Stromer regelmäßig an die Steckdose.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Schmölln. Elektroautos waren sein Faible. „Ich war wirklich begeistert“, sagt Michael Goßler. „Dass ich allein mit Strom kilometerweit fahren kann und dafür kaum was bezahlen muss, das hat mich fasziniert. Zumal ich über große Distanzen beruflich pendeln musste und die Benzinkosten erdrückend waren.“ Doch die Leidenschaft ist jäher Ernüchterung gewichen: Seine Entscheidung für den innovativen Antrieb brachte den Altenburger am vergangenen Wochenende in eine hilflose Lage. „Ich hätte nie gedacht, dass mir so was mal passiert. Ich bin fassungslos.“ So sehr, dass er das erst im Januar gekaufte E-Mobil jetzt wieder abstoßen möchte.

Dabei begann der Samstag für Michael Goßler zunächst ganz entspannt. „Ich wollte zu meiner Mutter nach Plauen“, erzählt der 36-Jährige. Rund 80 Kilometer – kein Problem für den stromgetriebenen Citroën C-Zero. Zwar war die Batterie beim Start in Altenburg nicht mehr voll, doch Goßler hatte – wie schon öfter – einen Zwischenstopp auf halber Strecke an der Autobahn 4 geplant. An der Raststätte Altenburger Land bei Schmölln gibt es Schnellladestationen, wo sich der Akku binnen 20 Minuten komplett laden lässt. „Diese Stationen, die auch an anderen Stellen stehen, waren für mich ein echtes Kriterium beim Autokauf. Denn an den normalen Ladesäulen in Altenburg brauche ich vier, fünf Stunden und muss währenddessen zu Fuß gehen. Und eine Garage mit Steckdose habe ich nicht.“

So fuhr Goßler also am Samstagvormittag zu Tank & Rast. Zunächst auf die Nordseite der Autobahn, Fahrtrichtung Erfurt. Doch siehe da: Die Station vor Ort war außer Betrieb. Technischer Defekt. „Ich rief die Servicenummer vom Betreiber RWE an, hoffte auf Hilfe. Doch die sagten mir, am Wochenende haben sie keinen Techniker verfügbar. Außerdem werde vom System gar kein Fehler angezeigt.“ Der Tipp vom Servicemitarbeiter: Michael Goßler solle doch auf die andere Autobahnseite fahren, Raststätte Altenburger Land Süd. Was der Altenburger mit letzter Akku-Energie auch tat. Doch böse Überraschung: Auch dort war die Station mit allen Ladeplätzen defekt.

„Ich war mit den Nerven am Ende, habe dann noch einen Automobilclub angerufen, bei dem ich aber nicht Mitglied bin. Ich wäre sogar spontan beigetreten, aber die Mitgliedschaft gilt erst am Folgetag.“ Noch ein Anruf beim Abschleppdienst. Der hätte, so Goßler, 257 Euro gekostet, sofort und in bar. Das schied aus. „Ich kenne auch niemanden, der mich da hätte abholen können. Ich fühlte mich völlig ausgeliefert.“ Am Ende, erzählt der 36-Jährige, habe er sogar gebettelt, um etwas Strom im Wert von ein paar Cent aus der Raststätten-Steckdose zu bekommen. Nach anfänglicher Absage klappte das schließlich. „So konnte ich dann wenigstens wieder heim fahren.“

Nach Angaben von Mitarbeitern des Rasthofes war Michael Goßler nicht der erste, der an den Ladesäulen scheiterte – die Stationen im Altenburger Land gebe es erst seit ein paar Monaten. Die Tank-&-Rast-Gruppe arbeitet nach eigenem Bekunden gerade daran, das größte zusammenhängende Netz von Schnellladesäulen an deutschen Autobahnen zu errichten. Das Vorhaben werde, so die Auskunft auf der Internetseite der Gruppe, zusammen mit RWE gestemmt. Und weiter: „Ein technischer Defekt kann nie gänzlich ausgeschlossen werden. Die Schnellladesäulen werden aber regelmäßig technisch gewartet, um einen störungsfreien Betrieb sicherzustellen.“

Michael Goßler will sich darauf nicht mehr verlassen, auch nicht auf andere Ladesäulenbetreiber. „So zukunftsweisend die Elektroantriebe auch sein mögen: Ohne dichtes Ladestellen-Netz funktioniert es nicht. Das habe ich gelernt.“ Unter das Abenteuer E-Auto zieht er einen Schlussstrich. Zumal der Justizsekretär am Sozialgericht Altenburg jetzt nicht mehr pendeln muss.

Von Kay Würker

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