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Altenburg Aktion gegen häusliche Gewalt auf dem Altenburger Markt
Region Altenburg Aktion gegen häusliche Gewalt auf dem Altenburger Markt
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17:38 28.11.2018
Nase voll von Häuslicher Gewalt: Das Netzwerk gegen Gewalt an Frauen im Altenburger Land verteilte Taschentücher, um die Menschen aufmerksam zu machen. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Ein lauter Schrei in der Nachbarschaft, daraufhin ein dumpfer Schlag. Jemand weint, vielleicht auch nur still und leise, sodass es niemand mitbekommen kann.

Häusliche Gewalt ist keine Seltenheit. Im Altenburger Land steige die Anzahl der Betroffenen nach Angaben des Netzwerks gegen Gewalt an Frauen sogar immer weiter an. Um vor allem auf Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen, verteilte das Netzwerk am Mittwoch Taschentücher auf dem Altenburger Markt, die es von Altenburger und Schmöllner Apotheken gespendet bekam.

„Hier, falls Sie die Nase voll haben“, sagt eine Mitarbeiterin vom Jugendamt Sozialer Dienst und überreicht einem Passanten auf dem Altenburger Markt ein Päckchen Taschentücher. Ein Wortwitz mit ernstem Hintergrund: Auf dem Päckchen sind die Rufnummern von sozialen Einrichtungen aufgelistet, an die sich Betroffene richten können.

Frauenschutzwohnung zu 80 Prozent belegt

Am 25. November wird weltweit der Frauen gedacht, die Gewalt erleiden müssen, denn 1960 wurden an dem Tag die drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik umgebracht, da sie Gegnerinnen des diktatorischen Regimes waren. Der Mut dieser Frauen gilt als Symbol, um sich gegen Gewalt einzusetzen. Diese findet in verschiedenen Formen an Frauen, Kindern, aber auch an Männern statt.

Um der Misshandlung entfliehen zu können, suchen in Deutschland jährlich 40 000 Betroffene Schutz in Frauenhäusern. Auch in Altenburg steige die Anzahl der Schutzsuchenden, sagt Bärbel Viertel von der Frauenberatungsstelle. Die Anzahl der Beratungsgespräche, die sie führt, steige. Und die Frauenschutzwohnung sei immer zu 80 Prozent belegt. Auch mehr Frauen mit Migrationshintergrund würden die Beratungsstelle aufsuchen. „Da haben wir das Problem, dass uns die Dolmetscher dafür fehlen“, erzählt die Sozialarbeiterin. Nichtsdestotrotz hilft sie auch diesen Frauen.

Großes Netzwerk erleichtert die Arbeit

Durch ein großes Netzwerk mit der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, dem Jugendamt Sozialer Dienst, Weisser Ring Opferhilfe und der Polizeiinspektion Altenburger Land können die Frauen und Kinder schnell Hilfe bekommen.

Das Netzwerk hilft und unterstützt sich nicht nur gegenseitig bei den Fällen, die es tagtäglich erlebt, sondern auch mental. „Manchmal steht man dem ganzen ohnmächtig gegenüber, da man mitfühlt“, erzählt Barbara Köhler von der Sozialpädagogischen Jugend- und Familienhilfe der Diakonie Magdalenenstift. Hierfür tauschen sich die sozialen Einrichtungen aus, haben gemeinsame Fortbildungen und Treffen.

„Ich finde es klasse, dass man weiß, wo man sich hinwenden kann, wenn man betroffen ist oder jemanden kennt“, so eine Passantin, die ein Päckchen Taschentücher entgegennimmt.

Betroffene können sich an folgende Einrichtungen im Altenburger Land telefonisch melden: Frauenschutzwohnung 0151 16259884, Frauenberatungsstelle 03447 594536, Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt 0365 5519027, Jugendamt Sozialer Dienst 03447 586543, Weisser Ring Opferhilfe 034491 567979, Polizeiinspektion Altenburger Land 03447 471134

Von Nicole Grziwa

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