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Altenburg Aktionsbündnis: "Altenburg sagt Ja zu Fremdem und Vielfalt"
Region Altenburg Aktionsbündnis: "Altenburg sagt Ja zu Fremdem und Vielfalt"
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10:29 16.10.2015
Diese zwei Banner – hier gehalten von Eberhard Thoos, Elke Askin und Pfarrer Reinhard Kwaschik (v.l.) – werden am Montag an den Türmen der Brüderkirche und der St. Bartholomäikirche hängen. Als Gegenpol zur Thügida-Aktion wird es in der Brüderkirche ein Montagsgebet mit sich anschließendem kulturellem Spaziergang geben. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Anlass ist der für Montag geplante Demonstrationszug der ausländerfeindlichen Thügida-Bewegung. "Mit Veranstaltungen wie den Thügida-Demonstrationen sickern Fremdenfeindlichkeit und Rassismus immer weiter in die Mitte unserer Gesellschaft – unverblümt getragen von rechtsextremen Ansichten, angeführt von Vertretern rechtsextremer Verbindungen", heißt es in der Erklärung. Aus diesem Grund haben sich Altenburger in einem Aktionsbündnis zusammengefunden, um Orientierung zu geben und ein realistisches Bild dieser Stadt zu zeigen. "Zusammen mit allen, denen Altenburg ein friedliches und vielseitiges Zuhause ist, möchten wir zeigen, was diese Stadt kann: Einmal mehr dem menschenverachtenden Nein ein positives, menschenfreundliches Ja entgegensetzen. Ja zu Vertrautem und Fremdem, zu Ähnlichkeiten und Unterschieden, zu kultureller Vielfalt, zu Aufgeschlossenheit und Herzlichkeit, zu Neugier und Mut, zu Verständnis und Toleranz, zu Nächstenliebe und Menschlichkeit. Altenburg grenzt nicht aus. Altenburg verachtet nicht. Altenburg hasst nicht. Altenburg braucht keinen Alltagsrassismus. Altenburg hat keine Angst. Altenburg bleibt, wie es immer war: Farbenfroh und reizend", heißt es in der Erklärung.

Allerdings hatten die zahlreichen Verfasser Mühe, sich auf diese Erklärung zu einigen. Dies wurde bereits während zweier Treffen deutlich. Auch danach folgte ein umfangreicher und tagelanger E-Mail-Austausch, wo um Worte und Formulieren gerungen wurde. Vor allem sollten im Text keine neuen Fronten in Altenburg errichtet und das Für und nicht das Gegen betont werden. Strittig war ebenso der Passus, ob Altenburg immer schon bunt und reizend war, oder ob dies während der Nazi-Diktatur oder zur DDR-Zeiten anders gewesen war.

Das Aktionsbündnisses ruft außerdem zur Teilnahme an einem gegen 18 Uhr in der konBrüderkirche beginnenden Montagsgebet und einem anschließenden Spaziergang zum Theater auf, wo das Stück "Der Kaiser spricht" seine Uraufführung erleben wird.

Gegen die Ideologie der Organisatoren der Thügida-Demonstration haben sich unterdessen der Stadtverband und die Stadtratsfraktion der CDU ausgesprochen. Es sei legitim und mitunter notwendig, dass die Sorgen der Bürger in Form einer Demonstration geäußert werden, solange dies gewaltfrei geschieht und nicht die Würde der Menschen verletzt. "Wir wenden uns jedoch gegen jede fremdenfeindliche Äußerung, die angesichts der Organisatoren der Thügida-Demo zu befürchten ist, da diese der Thüringer Neonazi- und rechten Szene angehören. Es existieren viele andere Möglichkeiten, seine Gedanken der Politik näherzubringen", heißt es. Die Sorgen und Ängste, die bei den Bürgern durch die zahlreichen Flüchtlinge, die Deutschland gegenwärtig erreichen, hervorgerufen werden, empfinden die Mitglieder der CDU-Fraktion und des Altenburger Stadtverbandes ebenso. Deutschland könne nicht unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen und integrieren. "Vor Ort benötigen wir dringend Hilfs- und Integrationsstrukturen." Hier seien die Landesregierung in Thüringen und das Landratsamt gefordert. "Außerdem wird der Bürger nur unzureichend über die tatsächlichen Auswirkungen der Flüchtlingsaufnahme informiert. Hier entsteht ein Nährboden für Gerüchte und Angstmacherei", heißt es von Seiten der Union.

Die FPD ruft in einer Erklärung alle Bürger dazu auf, nicht an der für Montag geplanten Thügida-Demonstration teilzunehmen, sondern sich Protestveranstaltungen dagegen anzuschließen. "Wer – aus möglicherweise guten Gründen – besorgt ist, sollte sich nicht hinter oder gar unter Plakate mit Texten wie "Gutmensch, halt's Maul", wie vor zwei Wochen in Wintersdorf geschehen, stellen", heißt es.

ovz

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