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Alle Kommunen sollen zahlen - Fremdenverkehrsverband schlägt neue Finanzierung der Tourismuswerbung vor

Alle Kommunen sollen zahlen - Fremdenverkehrsverband schlägt neue Finanzierung der Tourismuswerbung vor

Der Fremdenverkehrsverband (FVV) Altenburger Land strebt eine grundlegende Reform der Finanzierung der Tourismuswerbung im Kreis an. Dafür sprach sich die Mitgliederversammlung in Schmölln vorgestern einstimmig aus.

Das neue Modell sieht vor, dass der Landkreis künftig für alle Gemeinden mitzahlt, was jedoch mit einer Anhebung der Kreisumlage verbunden wäre.

 

Die Ausgangslage für den Paradigmenwechsel sieht wie folgt aus: Seit Jahren fehlt es den touristischen Attraktionen im Altenburger Land an Werbung, an einheitlichem Auftreten und an Geld für Service- und Marketingleistungen. Während die Stadt Altenburg rund 150 000 Euro jährlich in touristische Infrastruktur investiert und damit wesentlich die Altenburger Tourismus-Information finanziert, hat der Kreis weder ein eigenes Budget noch eigenes Personal dafür. Er bedient sich vor allem des ehrenamtlich arbeitenden FVV, der durch sinkende Mitgliedsbeiträge aber immer weniger Geld zur Verfügung hat. Ähnliches gilt für die übrigen Städte und Gemeinden, die sich dem Tourismus nur projektbezogen oder in Verbindung mit dem FVV widmen.

 

Mitglied im Verband sind aber längst nicht alle Kommunen. Doch auch sie profitieren von der Arbeit des FVV und der Tourismus-Information. Um diese "Trittbrettfahrer-Problematik" und die damit verbundene Unterfinanzierung zu beseitigen, haben sich die FVV-Mitglieder für eine Reform ausgesprochen. Demnach soll der Landkreis mit allen seinen Kommunen die Finanzierung des FVV übernehmen, der dann für die Geschäftsbesorgung - nach Vorbild der Stadt Altenburg - einen mehrjährigen Vertrag mit der Altenburger Tourismus GmbH schließt.

 

"Das geht aber nur, wenn die Kommunen das über die Kreisumlage mitbezahlen und es auch wollen", sagte Landrätin Michaele Sojka (Linke), die zugleich Chefin des FVV ist. Um das anzuschieben, wurde sie zudem beauftragt, das neue Modell dem Kreistag vorzustellen und es prüfen zu lassen. "Das muss wasserdicht gemacht werden", so Sojka weiter. Bevor die Thematik am 16. Oktober im Kreistag behandelt wird, wird sie am Dienstag im Wirtschaftsausschuss beraten. Daneben sagte die 50-Jährige auf Wunsch von Luckas Stadtoberhaupt Kathrin Backmann-Eichhorn (SPD) zu, die Reform auch auf ihrer nächsten Bürgermeister-Dienstberatung am 24. Oktober zu erläutern.

 

So unstrittig die Entscheidung war, den Paradigmenwechsel anzugehen, um den Kreis touristisch weiter voranzubringen, so umstritten und erklärungsbedürftig war die dafür nötige Summe. Knapp 320 000 Euro braucht es laut FVV-Vize-Chefin und GmbH-Geschäftsführerin Christine Büring pro Jahr, um Aufgaben wie Marketing, Lobby-Arbeit und den Ausbau touristischer Angebote zu stemmen. Rund 67 000 Euro davon soll die Stadt Altenburg tragen, wovon Personal bezuschusst und Maßnahmen bezahlt werden, von denen nur sie profitiert. Knapp 9000 Euro würde der FVV etwa für Merchandising-Artikel übernehmen. Die übrigem rund 243 000 Euro wären über die Kreisumlage zu decken. Das entspräche etwa einem Plus von 2,70 Euro je Einwohner. Allerdings würden im Gegenzug die FVV-Mitgliedsbeiträge auf ein symbolisches Maß zurückgeschraubt. Ziel dessen: Für die bisherigen Mitglieder sollen die Mehrkosten so gering wie möglich gehalten werden.

 

Die Alternative hatte Büring zuvor aufgezeigt - sie wurde als Notvariante auch von den Mitgliedern beschlossen: Durch eine Etatlücke von derzeit 20 000 Euro müsste der FVV für 2014 einige Vorhaben von seiner Liste streichen. "Für 2015 geht das dann nicht mehr, weil ich den Arbeitsaufwand nicht mehr refinanzieren kann." Das wiederum veranlasste Hotelier Bernd Adam vom Reussischen Hof zu der Aussage: "Wir wollen die Region nach vorne bringen für die Gäste und die Leute, die hier geblieben sind. Wenn das wegbricht, können wir uns langsam die Kugel geben."

 

Auch Altenburgs OB Michael Wolf (SPD) warb für die Neuausrichtung: "Ich kann nur an alle Kommunen appellieren, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und braucht Kontinuität. Wenn jeder nur für sich allein arbeitet, werden wir als Altenburger Land nicht wahrgenommen."

Thomas Haegeler

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