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Altenburg Alle spielen auf der Bühne mit
Region Altenburg Alle spielen auf der Bühne mit
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20:34 17.07.2012

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Von Manfred Hainich

Da vermag eine Grundschule ohne jegliche Werbung in der Öffentlichkeit die Eltern und Verwandten aller Schülerinnen und Schüler in das Große Haus des Landestheaters zu locken und die rund 500 Plätze restlos zu belegen. Und davor wagen sich Lehrerinnen und Erzieherinnen an das nicht leichte Unterfangen, mit ausnahmslos allen Kindern der Schule das Stück "Der Zauberer von Oz" auf die Bühne zu bringen.

Das geschah am Mittwoch-Spätnachmittag durch die Freie Grundschule Altenburg innerhalb der Rahn Dittrich Group. Diese Schule hat eine künstlerische Ausrichtung, durch die die Kinder zusätzlich zu den staatlichen Lehrplänen eine musikalische, tänzerische und spielerische Ausbildung erhalten.

Dieses Musical-Spiel nach dem Kinderbuch des amerikanischen Autors Lyman Frank Baum gibt den kleinen Künstlern alle Möglichkeiten, sich singend, tanzend und schauspielernd auf der großen Bühne zu bewegen. Natürlich gelingt dies, auch altersbedingt, in unterschiedlichem Maße. Dass aber eine ganze Schule in solch ein großes Projekt eingebunden ist und die Eltern dabei auch unterstützend wirken können, ist ein pädagogisch so wichtiger Aspekt, dass jede künstlerische Bewertung zweitrangig wird.

Dabei gab es künstlerisch viel Schönes zu sehen und zu hören. Kinder wollen sich in erster Linie bewegen. So war dieses Spiel zum größten Teil auf Bewegung ausgerichtet, die sich in vielen großen Tanzkreisen realisierte. Das bedingte, dass man sich mit Bühnenbildern beschränken musste.

Natürlich gibt es das Haus, in dem die Hauptperson Dorothy mit Tante und Onkel und ihrem Hund Toto lebt und das mit ihr und dem Hund von einem Wirbelsturm fortgetragen wird. Aber das, was man auf der Bühne an Landschaften und Orten sehen müsste, wird mit vielen Zeichnungen der Schülerinnen und Schüler an die große Hinterwand der Bühne projiziert. Das ist eine wunderbare, auch die Bühne belebende Lösung.

Natürlich gibt es die wichtigsten Personen, die man aus dem Buch, aus dem Film und anderen Theateraufführungen kennt, hier in diesem Spiel: Auch die Vogelscheuche ohne Verstand, den Blechmann ohne Herz und den Löwen ohne Mut, die Hexen und den Zauberer in der Smaragdenstadt. Die vielgliedrige Handlung wurde verkürzt und bleibt auf eine Stunde reduziert immer übersichtlich. Unter den Solisten zeigten sich schon einige mit guter Veranlagung für das Singen und Sprechen.

Es ist ein Spiel mit Musik und Tanz und ein klassenstufenübergreifendes Projekt. Das verlangt den hohen Einsatz aller Lehrerinnen und Erzieherinnen. Ihnen ist auch im besonderen Maße zu danken. Die künstlerische Leitung hatte Anna Leis, die Gesamtregie Annett Seidel, die auch die Textfassung schuf und die durch Mandy Bergmann als Choreografin unterstützt wurde.

Die Musik bestand natürlich aus den Haupttiteln der Filmfassung mit "Hinter dem Regenbogen ...", gemischt mit eigenen Liedern und unter Verwendung anderer Musiken für die Tänze, so mit der Pizzicato-Polka von Johann Strauß. Verantwortlich für diesen Bereich war Maria-Ines Drafehn, die am Klavier die kleinen Sängerinnen und Sänger sicher begleitete und Judith Wicklein an der Violine und Larissa Petersen an der Viola sicher führte. Sie schuf auch die Arrangements ihrer eigenen sowie der anderen Lieder.

Eine Mammutaufgabe war sicher die Anfertigung der Kostüme und die Einkleidung von rund 150 kleinen Darstellerinnen und Darstellern, für die sich Eltern verantwortlich machten und wofür besonders Annett Kieschnik, Helgard Klein, Sandra Gehlhaar, Lucas Freihoff und Mandy Bergmann zu danken ist.

Jubel und viel Beifall am Ende für ein Ereignis, auf das die noch junge Schule stolz sein kann. Das vermerkten auch die Schulleiterin Brigitte Roese mit sichtbarer Erleichterung am Schluss der Veranstaltung und der Geschäftsführer der Dr.-Rahn-Gruppe, Gotthard Dittrich aus Leipzig.

Als am Ende alle noch einmal sangen "... so wie du bist, bist du gut" und alle Beteiligten durch diese Aufführung wie die Vogelscheuche, der Blechmann und der Löwe sicher mehr an Verstand, Herz und Mut gewonnen hatten, war der Erfolg dieses Projektes sicher.

Altenburg (M.H.). Eine freie Schule ist mehr als andere abhängig von der Finanzierung. Da zählt nicht allein der Anteil der Eltern, sondern all das, was durch Sponsoren oder Spendenaktionen zusätzlich der Schule zufließt. Ein Förderverein kümmert sich meist darum. So auch an der Altenburger Freien Grundschule. Und so traf es sich gut, dass der pädagogisch-künstlerische Erfolg des "Zauberers von Oz" mit einer Spende des Fördervereins versüßt werden konnte.

Deren Vorsitzende Dr. Gabriela Pradel hatte sich mit den Vorstandsmitgliedern zum Ziel gesetzt, die Anlage eines Platzes für die sportliche Betätigung der Schüler zu unterstützen. Sie gingen auf Sponsorensuche und fanden Unterstützung bei Eltern, Privatpersonen, in der Stadtverwaltung, bei der Sparkasse und der Firma Möbel Schröter.

Ein Scheck über 10 000 Euro wanderte aus der Hand der Vereinsvorsitzenden in die der Schulleiterin - ein guter Grundstock dafür, dass neben der kulturellen Tätigkeit auch die sportliche einen Aufschwung nehmen kann.

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