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Altenburg Alles aus einer Hand: Wellness-Tage für Güterwaggons
Region Altenburg Alles aus einer Hand: Wellness-Tage für Güterwaggons
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00:16 09.05.2017
Damit Holzstämme auch in Zukunft sicher auf diesem Waggon transportiert werden kann, kümmern sich Mitarbeiter um die Schweißnähte des Aufbaus. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Dicht an dicht reihen sich in der Montagehalle der Waggonbau Altenburg GmbH die Güterwaggons. Der Geruch von Stahl und Metall liegt in der Luft, Schweißfunken sprühen – jeder sieht: Hier wird gearbeitet.

„Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen für die Reparatur und den Umbau von Güterwagen. So werden im Jahr an rund 900 bis 1000 Wagen an beiden Standorten – Altenburg und Knau – die verschiedensten Arbeiten ausgeführt“, fasst Betriebsleiter Guntram Wanie zusammen. Entgegen der Äußerung von Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) von Anfang März sei allerdings keine Expansion geplant.

Instandsetzung von Güterwaggons, Reinigung von Kessel- und Druckgaswagenreinigung und Radsatzinstandhaltung sowie Lagerung von Radsätzen – darum kümmert sich das Unternehmen in Altenburg. So werden Radsätze überprüft, gereinigt und neu lackiert. Wenn gar nichts mehr geht, werden sie aussortiert und auf Kundenwunsch vom Waggonbau Altenburg entsorgt. „Im Schnitt kommen Waggons zur großen Inspektion alle 12 Jahre zu uns, kleinere Inspektionen stehen etwa alle sechs Jahren an“, weiß Wanie.

Die Waggonbau GmbH ist Teil der Villmann-Gruppe aus dem niedersächsischen Winsen/Aller, mit weiteren Standorten in Blankenburg, Brandenburg an der Havel und Ellrich. 2006 ist die Familie Villmann in Altenburg eingestiegen und hat seit dem sehr viel investiert, in die Radsatzwerkstatt, in die Gleisanlage auf dem Gelände, die Reinigungsanlagen und in die Sanierung der Gebäude. „So können wir alle Leistungen aus einer Hand anbieten, was wiederum neue Kunden bringt“, sagt Ines Villmann-Doll von der Villmann´schen Geschäftsleitung. „Generell würden wir den Standort gerne weiter ausbauen. Aber“, sagt sie, „der Markt ist schwierig.“ Das Problem: Immer mehr Güter werden von der Schiene auf die Straße umgelagert. Das bedeutet: Mehr LKW und weniger Güterverkehr.

Oberbürgermeister Wolf hatte eine Entwicklung des Bereichs zwischen Waggonbau und dem Güterbahnhof angekündigt. Hier würden Gleisanlagen und eine Halle zur Achsenreparatur und Waggoninstandsetzung entstehen. Waggonbau und ein weiteres Unternehmen sollten davon laut Wolf profitieren. Jetzt relativierte er diese Bestrebungen. „Die Pläne stehen noch ganz am Anfang.“

„Das Unternehmen in der Rasephaser Straße in Altenburg existiert bereits seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Angefangen hat alles, als ehemalige Waggonbauer aus Breslau auf den Gleisanlagen der ehemaligen Fischfabrik Dünewald begannen, Güterwagen zu reparieren. Daraus entstand 1946 die Altenburger Waggonfabrik – vielen noch als LOWA bekannt“, erklärt Wanie.

Mit dem Neubau von Bahndienstwagen für die Braunkohlenindustrie begann das Unternehmen 1958. „Dieses war, ebenso wie das Reparaturprogramm bis 1968, für das Fertigungsprofil bestimmend“, schildert er die Historie. Durch den zunehmenden Bedarf von Transportkapazität, insbesondere Spezialgüterwagen, wurden in den folgenden Jahren nur noch Güterwagen neu gebaut. „Mit der Wende wurde dieser Neubau komplett eingestellt“, erinnerte sich der Betriebsleiter, der seit 1977 im Unternehmen arbeitet.

Um die Firma nach der Wende rentabel zu erhalten, besann man sich wieder auf die Instandhaltung von Güterwagen und betätigte sich im Stahlbau. So wurden Stahlkonstruktionen für das Plazza – das heutige Kaufland – , ein Garagenkomplex in Altenburg Nord und das Eingangsbauwerk der Tiefgarage am Roßplan sowie weitere diverse Stahlkonstruktionen gebaut. „Mit dem Einstieg der Familie Villmann wurde der Stahlbau eingestellt und wir konzentrieren uns seit dem nur noch auf die Instandsetzung von Güterwagen“, so Wanie weiter.

Dank der Villmann-Gruppe steht das Unternehmen gut da. „Wir arbeiten zuverlässig und sind pünktlich. Ich denke, wir haben einen sehr guten Ruf in der Branche“, so Villmann-Doll. „Fast alle Namen, die Sie auf vorbeifahrenden Güterzügen lesen können, gehören zu unserem Kundenstamm.“

90 Mitarbeiter, davon sechs Auszubildende, sind im Unternehmen tätig. „Und wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitarbeitern“, so Villmann-Doll. Auch Auszubildende zum Mechatroniker ab dem kommenden Lehrjahr sind willkommen.

Von Tatjana Kulpa

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