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Alte Essigfabrik in Altenburg brennt lichterloh

Silvesternacht Alte Essigfabrik in Altenburg brennt lichterloh

Bis Mitternacht war es in der Nacht zu Neujahr für die Feuerwehren des Altenburger Landes relativ ruhig, doch kurz vor 2 Uhr mussten die Feuerwehrleute zu einem Großbrand in der Altenburger Kanalstraße ausrücken, wo der Dachstuhl eines leerstehenden Hauses, vermutlich einer alten Essigfabrik, in Flammen stand.

Hardy Nieschalk, Olaf Kampa, Christian Simon, Holm Kluge, Carsten Röhr und Uwe Müller (v.l.) von der Berufsfeuerwehr Altenburg schoben in der Silvesternacht Dienst.

Quelle: Jörg Wolf

Altenburg. Krautrouladen und Kartoffeln und einen ordentlichen Schlag Soße: Mit gutbürgerlicher Hausmannskost gestärkt und zubereitet von Feuerwehrmann Hardy Nieschalk starteten Donnerstagmittag sechs Männer an der Remsaer Straße in die Nacht der Nächte. Eines hatte die Wachschicht III der Altenburger Berufsfeuerwehr mit anderen Feuerwehrleuten, Rettungsdienstlern, Krankenhauspersonal sowie Polizei gemeinsam: Statt wie andernorts Sekt, Bier oder Hochprozentigem gab es dazu Mineralwasser, Cola oder maximal zum Anstoßen um Mitternacht ein Gläschen alkoholfreien Sekt dazu.

„Bis in die späten Abendstunden und zum Jahreswechsel dürften nur kleinere Sachen anliegen. Danach könnte schon mehr kommen, wenn beispielsweise der Alkohol in der Silvesternacht Hemmschwellen fallen lässt und oftmals Angetrunkene leichtsinnig mit dem Feuerwerk umgehen“, meinte Uwe Müller zu dem Zeitpunkt. Der 51-Jährige ist Schichtleiter und hat schon etliche Jahreswechsel als Berufsfeuerwehrmann dienstlich „in dieser dauerhaften Anspannung“ erlebt. Natürlich wünsche sich keiner der Feuerwehrleute, Rettungsdienstler und Polizisten, dass Schlimmeres passiert und man am Neujahrsmorgen mal wieder „von einem recht friedlichen Jahreswechsel“ sprechen kann. „Aber für den Fall der Fälle sind wir dann eben da,um zu helfen“, erzählte Müller, der wie seine Kollegen seine private Silvesterparty ganz in Familie kurzerhand auf den Tag danach verschoben hatte.

Die Erfahrungen der sechs Löschprofis um Uwe Müller bestätigten sich auch in dieser Silvesternacht: Denn bis nach Mitternacht herrschte zumindest bei den Feuerwehren des Landkreises relative Ruhe. Nur die Altenburger Berufsfeuerwehr musste am frühen Nachmittag zu einer Nottüröffnung nach Nord. Der letzte Einsatz des alten Jahres oblag den Schmöllnern, die gegen 23.30 Uhr ebenfalls eine Wohnungstür notöffnen mussten, aber drei Minuten vor Mitternacht und damit pünktlich zum Anstoßen wieder im Gerätehaus zurück waren.

Doch am frühen Neujahrsmorgen lauerte dann Arbeit satt. Die Altenburger mussten zunächst um 0.58 Uhr in der Bachstraße ein Feuer im Keller eines leerstehenden Hauses löschen und dann gleich zu einem Containerbrand in der Eschenstraße ausrücken. Die Schäden bei den vermutlich durch Feuerwerk ausgelösten Brände hielten sich noch in Grenzen.

Doch gegen 1.50 Uhr kam es ganz dick für die Floriansjünger. „In der Altenburger Kanalstraße stand der Dachstuhl eines Hintergebäudes, in dem es einst wohl eine Essigfabrik gab, voll in Flammen“, schilderte Uwe Müller. Die Löscharbeiten gestalteten sich ungemein schwierig, da das Areal nicht nur schwer zugänglich, sondern auch völlig verwildert und mit Fässern sowie Kanistern mit unbekanntem Inhalt vermüllt war. „Als wir ankamen, stürzten sogar schon brennende Dachbalken herunter. Bis gegen 5.45 Uhr dauerten die Löscharbeiten, bei denen neben der Berufsfeuerwehr auch jeweils zehn Kameraden der Freiwilligen Wehren Altenburg und Rositz eingebunden waren“, informierte der 51-Jährige. Ein Feuerwehrmann zog sich beim Löschen leichte Verletzungen zu. Die Ursache des Brandes liegt nach Polizeiangaben vermutlich im Abbrennen von Feuerwerk. Die Ermittlungen gegen die derzeit Unbekannten laufen, die Schadenshöhe ist ebenso noch offen.

Im Landkreis hatten außerdem die Rositzer und Lödlaer Feuerwehr gegen 0.50 Uhr in Molbitz einen brennenden Baum zu löschen. „Und die Feuerwehren Wintersdorf und Meuselwitz mussten 1.07 Uhr zu einem Müllhaufenbrand in der Gröbaer Straße in Wintersdorf, der auf ein Gebäude überzugreifen drohte. Das konnte verhindert werden“, so Kreisbrandmeister Holger Kresse. „Ansonsten war Silvester für die Feuerwehren im Kreis sehr ruhig“, schätzte er ein.

Gleiches kann Mario Weber berichten: „Aus polizeilicher Sicht war das eine ganz normale Nacht ohne herausragende Vorfälle“, sagte der Wachleiter der Polizeiinspektion Altenburger Land.

Von Jörg Wolf

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