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Altenburg Alte Ladestraße am Bahnhof erlebt ihren zweiten Frühling
Region Altenburg Alte Ladestraße am Bahnhof erlebt ihren zweiten Frühling
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00:21 16.07.2018
Mit einigen 100 000 Tonnen Sand und Kies pro Jahr werden inzwischen wieder Güterzüge auf den Altenburger Bahnhof beladen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

LKW-Staus auf den Autobahnen auf der einen Seite und verwaiste Güterbahnhöfe auf der anderen – das war und ist vielerorts die Realität, obgleich immer wieder gefordert wird, dass mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schienen verlegt werden soll. Auch auf dem Güterbahnhof in Altenburg passierte lange Jahre nichts oder nicht viel. Doch inzwischen wird die Ladestraße wieder recht intensiv genutzt.

Konkret werden sogar schon seit 2016 hier Schüttgüter umgeschlagen, so Tina Tietze von der DB-Netz. Inzwischen werden rund 300 000 Tonnen im Jahr in Altenburg bewegt. Das entspricht in etwa drei Zügen pro Woche, die hier be- und entladen werden. „300 000 Tonnen hört sich viel an und das ist auch nicht wenig. Jedoch auf das gesamte Unternehmen bezogen, entspricht die Auslastung dem heute normalen Durchschnitt“, ordnet die zuständige Mitarbeiterin die Zahlen ein. Was nichtsdestotrotz ein großer Erfolg sei, denn über einen langen Zeitraum habe die Bahn die Altenburger Ladestraße praktisch ergebnislos angeboten, so Tietze.

Sand wird ver- und Abraum entladen

Einen Partner fand die Bahn dann in der Ulmer Firma Heim, die seit den 90er-Jahren in Nobitz tätig ist. Niederlassungsleiter Michael Brucker erklärt gegenüber der OVZ, Heim habe den Güterbahnhof gepachtet, was die Bahn bestätigt. Das Baustoff-Unternehmen nutze die Ladestraße, um seine Produkte deutschlandweit vermarkten zu können. Wie Tietze aufzählt, entlade die Firma hier zudem Material zum Entsorgen. „Das ist alles ungefährlich und unbedenklich“, betont sie, muss aber lächelnd einräumen, dass sie die Erste wäre, die das Gegenteil zu Protokoll geben würde.

Bahn-Pressesprecher Jörg Bönisch nimmt den Faden auf und sagt, die Bahn sei in solchen Belangen sehr pingelig und arbeite grundsätzlich nur mit zertifizierten Entsorgern zusammen. „Und wir haben selbst genügend eigene Erfahrungen mit Erdbewegungen und der Entsorgung. Wir betreiben ja derzeit mit die größten Baustellen in Deutschland“, argumentiert Bönisch und verweist aufs Eisenbahnbundesamt, das alle Aktivitäten der Bahn akribisch überwache.

Der in Altenburg abgeladene Abraum werde zum Verfüllen von ausgekiesten Gruben genutzt, um diese nach der Renaturierung an die Landwirtschaft zurückgeben zu können, erläutert Michael Brucker und verweist darauf, dass die Heim seit Jahren auch ein zertifiziertes Entsorgungsunternehmen sei.

Bahnhofsumbau für 2021 geplant

Auch wenn Heim momentan der Hauptnutzer des Altenburger Güterbahnhofs ist, ist Firma nicht die einzige. Laut Tina Tietze benötige zum Beispiel ein weiterer Kiesgrubenbetreiber den Bahnhof als Umspannwerk von Elektro- auf Diesellok und natürlich nutzt auch der Altenburger Waggonbau die Gleisanlagen. Darüber hinaus werde der Chemie- und Industriepark Zeitz über Altenburg angefahren. „Aber nur so lange, bis die Elsterbrücke fertig ist. Ab dann fahren die Züge wieder über Zeitz.“

Heim könne vorerst aber nicht unbegrenzt auf dem Bahnhof wirtschaften. „Wenn ab 2021 umgebaut wird, benötigen wir selbst die Ladestraße“, kündigt Tietze an. Die Neugestaltung des Bahnhofs erfolge im Zug des laufenden Ausbaus der Sachsen-Franken-Magistrale. Der Abschnitt am Altenburger Güterbahnhof wird zweigleisig für den Güterverkehr ausgebaut. Dazu kommt eine Art Überholstrecke für Containerfernzüge. Nach Fertigstellung bietet der Bahnhof eine Vielzahl von Möglichkeiten und Chancen für die hiesige Wirtschaft, denn er schafft eine logistische „Nähe“ zu Industriestandorten in Mitteldeutschland, so Bahn-Pressesprecher Jörg Bönisch.

Von Jörg Reuter

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