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Altenburg Alte Liebe rostet nicht - Mehr als 200 historische Fahrzeuge rollen durchs Altenburger Land
Region Altenburg Alte Liebe rostet nicht - Mehr als 200 historische Fahrzeuge rollen durchs Altenburger Land
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17:50 20.05.2012
Altenburg

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Von Conrad Ziesch

Geschichten gibt es hier zu hören. So wie die von Katrin Steinke, die in Polizeiuniform vor ihrem grün-weißen Lada steht - mit der Aufschrift Volkspolizei auf der Kühlerhaube. Die Ilmenauerin lässt die Sirene des Polizeiwagens aufheulen, wie zum Beweis: Alles funktioniert noch wie vor 30 Jahren. Ebenfalls passend in Schale geworfen haben sich Erika und Walter Barth. Sie im schwarzen Kleid, er mit brauner Weste, Schiebermütze und karierten Kniestrümpfen. "Die Kleidung der 30er-Jahre passt zu unserem DKW F5", berichtet der Besitzer. Beim Altenburger Oldtimertreffen geht das Ehepaar zum 14. Mal an den Start.

Dicht an dicht drängen sich Schwalben, Rolls-Royce und Trabis. Der Spruch an der Scheibe eines roten Flitzers bringt das bunte Treiben auf den Punkt: Das Leben ist zu kurz, um langweilige, gleich aussehende Autos zu fahren. Zum Beweis steht ein schwarzer Leichenwagen der Marke Cadillac unweit einer BMW Isetta und eines sonnengelben Käfers Cabrio. "Den haben meine beiden Kinder ausgewählt", erzählt Birk Schumann mit einem Schmunzeln.

Während sich die mehr als 200 Teilnehmer auf den Start vorbereiten, werden noch letzte Teile gefettet, Schrauben angezogen. Auf den beiden Sitzen des Ford T Speedster liegen Rennfahrerbrillen bereit. Die vergoldeten Leuchten des mit 100 Jahren ältesten Autos der Flotte locken zahlreiche Schaulustige an. "Der ist mein Favorit", sagt Uwe Müller. An der Hand hält er seinen Enkel. "Max ist ein Autofan. Daher bin ich mit ihm hergekommen."

Dann ist es elf Uhr. Ein Brummen und Summen erhebt sich wie ein Bienenschwarm, übertönt die Swing- und Rockmusik, die aus den Boxen kommt. Benzin liegt in der Luft. Wolfgang Schneider rüttelt an der Kupplung seines gelben Hansa Lloyd. Hinten auf der orange gepolsterten Sitzbank liegt ein Fotoalbum. Es dokumentiert, wie aus einem Stahlgerippe wieder ein schmucker Oldtimer wurde. "Unser Begrüßungsgeld von 100 Mark haben wir gleich in die nächste Werkstatt getragen und neue Kolbenringe gekauft", erzählt Marlies Schneider, die neben ihrem Mann Platz genommen hat und ab und zu zusammenzuckt, wenn er eine Kurve zu scharf anfährt. Doch es geht gemächlich voran durchs Altenburger Land. In Klausa stehen die Zuschauer am Straßenrand Spalier, lehnen sich über die Gartenzäune und winken. Manche haben sich Camping-stühle mitgebracht und lassen die Kamera klicken, während die Fahrzeuge wie an einer Perlenkette aufgereiht vorbeiziehen.

Nach 35 Kilometern erreicht die Rallye ihr Ziel auf dem Altenburger Markt. Staunende Gesichter bei Wochenendgängern und Kindern, als sich die Oldies über den Platz schlängeln. Auch OVZ-Gewinner Hans-Jürgen Hartmann steigt aus dem Wagen und zückt den Fotoapparat, um die ankommenden Autos zu erleben. "Ich habe zwar selbst keinen Oldtimer, nehme aber jede Gelegenheit wahr, bei Rallyes mitzufahren", sagt der Altenburger. Beim nächsten Mal wolle er wieder dabei sein, versichert er. Dann möchte Organisator Eberhard Eckardt zum Jubiläumstreffen etwas Besonderes bieten: die Rallye, gemeinsam mit einem großen Heißluftballonfliegen.

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