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Altenburg: Begleitung Sterbenskranker

Altenburg: Begleitung Sterbenskranker

Zuhören, die Angehörigen entlasten, vorlesen, spielen, gemeinsam ein Konzert hören - wenn Monika Plau als ehrenamtliche Hospizhelferin Schwerstkranke und deren Verwandte unterstützt, können die Aufgaben vielfältig sein.

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Kümmern sich um Sterbenskranke: Simone Wassermann-Sauer , Monika Plau und Christel Möhrl (v.l.).

Quelle: Mario Jahn

"Keine Begleitung ist wie die andere, so wie auch kein Mensch wie der andere ist", erzählt die 55-Jährige, die vor sechs Jahren entschieden hat, sich als Sterbe- und Trauerbegleiterin zu engagieren. "Damals waren meine beiden Elternteile gestorben, und ich hatte das Gefühl, nun meine Erfahrungen auch weitergeben zu können und so anderen zu helfen", erzählt sie heute über ihre Beweggründe.

 

Monika Plau ist eine von zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich in der ambulanten Hospizarbeit der Altenburger Dienststelle des Malteser Hilfsdienst einbringen. Viele von ihnen haben selbst Verluste erlitten oder sind beruflich im Pflege- oder Sozialdienst tätig. Insgesamt 15 Begleiter für Schwerkranke, Angehörige und Trauernde engagieren sich bei den Maltesern. Weitere zehn Interessierte absolvieren im August und September ihre Ausbildung zum Hospizbegleiter. Dabei lernen sie unter anderem, welche Möglichkeiten es gibt, Schwerkranken zu helfen, wie man mit schwierigen Situationen umgeht, wie man in Gesprächen über den Tod oder bei emotionalen Ausbrüchen reagiert. "Dabei muss man auch bereit sein, sein Innerstes freizulegen", sagt Plau. Denn bei den Rollenspielen und Gesprächen während der Ausbildung wird der eigene Umgang mit Trauer, Tod und Betroffenheit hinterfragt. "Das kann schon an die Substanz gehen", gibt Plau zu. Simone Wassermann-Sauer, stellvertretende Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes, ergänzt: "Man muss mit sich im Reinen sein, um dieses Ehrenamt auszuüben."

 

Das kann Christel Möhrl nur bestätigen, auch sie ist seit fast zehn Jahren ehrenamtlich engagiert und betreut das Trauercafé. "Wer ganz unbedarft reinkommt, hat ganz schön zu knappern, kann ich mir vorstellen", sagt die 68-Jährige. Wichtig sei bei der Begleitung, dass man sich zwar auf den Menschen einlässt, aber auch wieder loslassen kann. "Man darf dies nicht zu sehr an sich rankommen lassen, sonst geht man kaputt." Supervisionen, Weiterbildung und Austausch untereinander helfen bei der Verarbeitung.

 

In diesem Jahr haben die ehrenamtlichen Helfer bislang 14 Menschen begleitet. In das monatliche Trauercafé kommen in der Regel zehn Personen, wobei die Anzahl variiert. "Die Hilfe steht jedem offen", sagt Wassermann-Sauer und betont, dass die Kapazitäten nicht ausgeschöpft seien. Gern möchte sie das kostenfreie Angebot bekannter machen und Menschen in schwierigen Situationen ermutigen, sich diese Hilfe aktiv zu suchen. "Es kann für die Angehörigen eine erhebliche Entlastung sein, selbst wenn nur für ein bis zwei Stunden." Zudem würde sie gern mehr Hospizbegleiter in Pflegeheimen oder Krankenhäusern einsetzen, aber bisher gelten die dort erbrachten Sterbebegleitungen nicht als zuschussfähig.

 

"Dabei ist das auch hier wichtig, da Vereinsamung ein Problem ist", sagt Plau. Bei ihren Besuchen richtet sie sich nach den Wünschen der Betroffenen. "Es gibt kein Konzept, aber wir versuchen, den Betroffenen erst einmal etwas kennenzulernen und etwas aus seinem Leben zu erfahren", beschreibt sie. Mögliche Anknüpfungspunkte für Gespräche seien dann schnell gefunden. Auch wenn sie durch die Tätigkeit mit vielen Problemen konfrontiert wird, empfindet Monika Plau die Arbeit als bereichernd. "Die eigene Sicht auf das Leben ändert sich dadurch."

 

Der Hospizdienst ist über 03447 891106 zu erreichen. Die Unterstützungsangebote sind kostenfrei. Interessierte, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, können hier weitere Informationen erhalten.

Jenifer Hochhaus

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Von Redakteur Jennifer Hochhaus

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