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Altenburg: Ex-Jugendamt als Flüchtlingsheim?

Altenburg: Ex-Jugendamt als Flüchtlingsheim?

Landrätin Michaele Sojka (Linke) hat dementiert, dass der Kreis bei der Suche nach einem zweiten zentralen Flüchtlingsheim bereits fündig geworden ist. "Diese Information ist falsch", antwortete die 52-Jährige sowohl auf diese als auch auf die Frage, ob es sich dabei um das ehemalige Jugend- beziehungsweise Veterinäramt des Kreises handelt.

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Ist das einstige Jugendamt ein heißer Kandidat für das zweite Flüchtlingsheim im Altenburger Land? Die Landrätin sagt Nein.

Quelle: Mario Jahn

Die Information war aufgetaucht, weil in und um das besagte Objekt in der Zeitzer Straße in Altenburg immer wieder Bewegung zu beobachten war.

 

Rein baulich gesehen, erscheint das Ex-Jugendamt geeignet. Schließlich verfügt der ausgedehnte Flachbau am Stadtrand sowohl über eine größere begrünte Außenanlage als auch über einen hohen Zaun samt Tor. Selbst die Gefahr von Konflikten mit Anwohnern wäre relativ niedrig, weil das Grundstück nur an Felder, eine Gartenanlage und Gewerbeflächen grenzt.

 

Durch aktuell steigende Flüchtlingszahlen geht das Landratsamt auch von einer zunehmenden Zahl Asylanträge aus, die abgelehnt werden. "Vor diesem Hintergrund macht es aus meiner Sicht Sinn, über die Einrichtung einer weiteren Gemeinschaftsunterkunft aktiv nachzudenken - zusätzlich zur bisherigen Strategie der dezentralen Unterbringung", erklärte Sojka die Idee ihrer Behörde. Über diesen Ansatz habe sie mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistages am 29. Juni gesprochen. "Unser Vorgehen wurde zunächst befürwortet. In einer Gemeinschaftsunterkunft hätte man den Vorteil, einen Sozialarbeiter direkt vor Ort zu haben, ist flexibler bei der Zuweisung von Wohnraum und kann zudem noch eine gute soziale Betreuung auch durch ehrenamtliche Netzwerkpartner und Flüchtlingspaten gewährleisten."

 

Allerdings stehe der Standort einer solchen Gemeinschaftsunterkunft nicht fest, so Sojka. Vielmehr sei die Diskussion ergebnisoffen und werde im Dialog mit Bürgermeistern, Kreis- und Stadträten zu gegebener Zeit entschieden. "Selbstverständlich erfolgt dann auch die Information der Einwohner, um ein gutes Miteinander von Anfang an zu entwickeln."

 

Damit erteilte die Landrätin zudem den ebenfalls in den vergangenen Tagen aufgetauchten Gerüchten, nach denen es bereits Pläne für größere zentrale Asylbewerber-Unterkünfte auf dem Ex-Ewa-Gelände in der Altenburger Kanalstraße oder im Ortsteil Knau geben soll, eine Absage.

 

Abgesehen davon gäbe es - allen Vorzügen zum Trotz - auch einen Pferdefuß beim einstigen Jugendamt. Denn nach wie vor schwelt zwischen dem Landratsamt und der Stadtverwaltung Altenburg ein Konflikt um das Areal. Hintergrund: Der Kreis wollte das Objekt schon 2014 verkaufen, die Stadt lehnte aber die Bauvoranfrage eines Interessenten ab, was man in Sojkas Behörde als Enteignung empfand, da niemand ein Objekt kauft, der es nicht umbauen kann (die OVZ berichtete). Folglich legte man dagegen Widerspruch ein.

 

Die Sachlage sei aktuell nicht abschließend geklärt, heißt es dazu aus dem Landratsamt. Einen weiteren Kommentar will man mit Verweis auf das noch laufende Verfahren indes nicht abgeben. "Allerdings wird ein Verkauf von uns weiterhin angestrebt", sagte Sojka. Nach OVZ-Informationen sind sich beide Seiten inzwischen aber näher gekommen, steht eine Einigung kurz bevor.

 

Ob es eine solche auch bei den für Mitte August geplanten weiteren Gesprächen zum Thema Flüchtlingsunterkunft gibt, steht aber in den Sternen. Dazu hat die Landrätin Bürgermeister, Kreis- und Stadträte jedenfalls bereits eingeladen. Doch es verdichten sich die Hinweise auf Altenburg als Standort.

Thomas Haegeler

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