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Altenburg: Hunderte beim interkulturellen Sommerfest des Theaters

Offene Gesellschaft Altenburg: Hunderte beim interkulturellen Sommerfest des Theaters

Unüberhörbar trommelten am Sonnabend Altenburger und Zuwanderer gemeinsam für eine offene Gesellschaft. Die Skatstadt ist nicht fremdenfeindlich, sondern weltoffen, so die Botschaft des interkulturellen Sommerfestes auf dem Platz am Theater. Dazu hatten Mitglieder des Schauspielensembles aufgerufen und eingeladen.

Trommeln für eine weltoffene Gesellschaft.

Quelle: Jörg Reuter

Altenburg. Unüberhörbar trommelten am Samstagnachmittag Altenburger und Zuwanderer gemeinsam für eine offene Gesellschaft. Die Skatstadt ist nicht fremdenfeindlich, sondern weltoffen, so die Botschaft des interkulturellen Sommerfestes auf dem Platz am Theater. Dazu hatten Mitglieder des Schauspielensembles aufgerufen und eingeladen. Neben dem Theater beteiligten sich etliche Vereine und Initiativen an der bunten Straßenparty. Die Schirmherrschaft hatte Thüringens Bildungsministerin Birgt Klaubert (Linke) übernommen.

Eine Zeit lang war das Fest auch als Gegenaktion zu einem Anti-Flüchtlings-Sternmarsch gedacht, der am Sonnabend in Altenburg stattfinden sollte. Diese Veranstaltung war vergangene Woche abgesagt worden. Was aber kein Grund für die Organisatoren war, ihr Sommerfest nicht stattfinden zu lassen. „Im Gegenteil, so ist es viel schöner und entspannter, und wir brauchen keinen Polizeischutz“, meinte Schauspieldirektor Bernhard Stengele. Darüber hinaus hatte der aus Burkina Faso stammende Schauspieler Téné Ouelgo schon länger den Wunsch, eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Der Sternmarsch-Termin sei dann erst später dazugekommen. „Das Fest ist somit Reaktion und Aktion zugleich“, sagte Stengele.

Das Theater in Altenburg sei immer schon ein Ort, an dem Menschen aus der ganzen Welt zusammen kommen, um gemeinsam Kunst zu machen. Stengele möchte unbedingt, dass das so bleibt. „Das Klima ist rauer geworden, aber Kunst kann in so einem Klima der Enge nicht existieren. Wir müssen das wieder erweitern“, erklärte er.

Für Schirmherrin Klaubert ist das Theater ihrer Heimatstadt ein Lebens- und Wirtschaftsfaktor, den sie auch persönlich sehr schätzt und nicht missen möchte. „Ich bin mit dem Herzen hier“, so Klaubert. Ihr Engagement für das Fest seien Wertschätzung der Stadt und dem Theater gegenüber und ein Statement für Toleranz zugleich. „Ich wünsche mir, dass wir heute zeigen können, dass wir in Altenburg in einer bunten Gesellschaft leben und nicht fremdenfeindlich sind“, sagte die Ministerin am Nachmittag. Klaubert war nicht nur gekommen, um gegen 14 Uhr das Fest zu eröffnen. Auch zu einem Auftritt im Hauptprogrammpunkt „GUT.Mensch!“ am frühen Abend auf der Open-Air-Bühne hatte sie sich bereiterklärt.

Doch schon bevor gegen 18 Uhr Mitglieder des Theaters, Politiker und Bürger vor einigen hundert Zuschauern Gedichte und Lieder vortrugen, war einiges los am und im Theater. Begonnen hatte der Nachmittag mit einem gemeinsamen musizieren unter Anleitung von Téné Ouelgo. „Das Trommeln habe ich aus meiner Heimat mitgebracht“, sagte er nach dem Auftritt. Seit 2012 arbeitet er in Altenburg am Theater. In dieser Zeit habe er viel gelernt, mit seinen Trommelworkshops wolle er etwas zurückgeben und die Kultur seiner Heimat vorstellen.

In den vergangenen Monaten musste er jedoch erleben, wie sich eine fremdenfeindliche Seite hierzulande immer mehr entwickelt. „Ich glaube aber, jeder Mensch ist im Herzen gut und neugierig“, findet Téné Ouelgo. Angst gegenüber Fremden müsse aus diesem Grunde nicht sein. „Auch deshalb freue ich mich sehr, dass gleich von Beginn an so viele Leute hier sind“, plauderte der junge Mann, während auf der Bühne das Programm unter anderem mit dem Jugendballett des Theaters weiter ging.

Wenig später konnten Interessierte im Heizhaus als einen weiteren Höhepunkt die exklusive Vorpremiere des Klassenzimmerstücks „Bilge Nathan“ erleben. Zu der Vielzahl kultureller Angebote gab es über den gesamten Nachmittag vielfältige Möglichkeiten an Ständen, sich zum Thema Flüchtlingshilfe zu informieren, miteinander ins Gespräch zu kommen oder fremde Kulturen auf kulinarischem Weg kennen zu lernen. Rund 500 Besucher zählte das Theater. „Für uns war das Fest ein großer Erfolg“, bilanziert Stengele.

Von Jörg Reuter

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