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Altenburg Altenburg: Kaninchenzüchter werden 120
Region Altenburg Altenburg: Kaninchenzüchter werden 120
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00:45 19.07.2015
Hat ein kräftiges Havanna-Kaninchen auf dem Tisch: Wolfgang Nösel, dessen Zuchtverein T4 Altenburg an diesem Wochenende sein 120-jähriges Bestehen feiert. Quelle: Mario Jahn
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" Am Donnerstag heben oder senken Horst Rohowski und seine Kollegen 284-mal den Daumen über den ihnen zur Begutachtung übergebenen Rassekaninchen auf der traditionellen Kreisjungtierschau der Kaninchenzüchter beim Zuchtverein T4 in Altenburg. "Entwicklungsstand, Körperform und -bau, das Fell und die typischen Merkmale der jeweiligen Rasse sind Bewertungskriterien", erklärt der Freienorlaer, der zweifelsohne vom Fach stammt. Denn Horst Rohowsky ist nicht nur Thüringens oberster Zuchtrichter für Kaninchen, sondern auch der Vizechef des Bundesverbandes.

Keineswegs zufällig ist der Altenburger Zuchtverein T4 Ausrichter der Jungtierschau. Denn der Verein feiert am Wochenende sein 120-jähriges Bestehen und gehört damit zu den Ältesten im Kreis.

Mehr als die Hälfte dieser zwölf Jahrzehnte hat Vereinschef Wolfgang Nösel miterlebt. "1951 bin ich als Jugendlicher eingetreten", erzählt der heute 77-Jährige. Und seit 1972 agiert er als Chef des heute rund 40 Mitglieder zählenden Vereins. Mit einer derart langen Erfahrung ist Wolfgang Nösel auch so etwas wie ein Chronist des Vereines. "Im Mai 1875 hat ein Herr Seifert über ein Zeitungsinserat alle, die Interesse für die Kaninchenzucht haben, aufgerufen, zusammenzukommen." Wenige Tage später trafen sich die acht Gründungsmitglieder in der damaligen Gaststätte "Stadt Dessau", am Teichknoten, wo sich heute ein betreutes Wohnen befindet. Sie riefen den "Kaninchenzuchtverein für Sport- und Schlachtkaninchen" ins Leben. "1908 fand die erste Ausstellung statt, rasch stieg die Mitgliederzahl auf 122 an. Solche hohen Zahlen hatten wir nach den 1920er-Jahren nur noch einmal, nach dem Zweiten Weltkrieg, als Hunger herrschte", so Nösel. Getroffen habe man sich einst in verschiedenen Lokalen. Das Friesenheim war ebenso darunter wie der Goldene Pflug.

Das feste Vereinsdomizil nebst eigener Gartenanlage an der Paditzer Straße habe aber erst in den 1950er- und 1960er-Jahren Gestalt angenommen. "In den 50er-Jahren diente dieses Areal als Futterfläche für die Züchter, die hier beispielsweise Luzerne und Klee für ihre Tiere anbauten", erzählt der 77-Jährige. Erst ab 1960 begannen die Kaninchenzüchter, sich dieses Areal, unter dem bis 1957 über den sogenannten Nothilfeschacht unter Tage Bergbau betrieben wurde, Schritt für Schritt zu planieren und urbar zu machen. "Stück für Stück ist unsere Anlage mit 34 Parzellen gewachsen. Das Vereinsheim nebst Ausstellungshalle ist eine ehemalige Baracke des Arbeitsdienstes und die Ex-Waschkaue für die Bergleute", weiß Nösel. Auch diese Bauten richteten die Kaninchenzüchter in unzähligen Arbeitsstunden her.

Heute zählt der Verein noch um die 40 Mitglieder und plagen nicht nur den Chef jene Sorgen, die in fast allen Vereinen schmerzen. "Uns fehlt die Jugend, wir haben ein hohes Durchschnittsalter von Ende 50", sagt der Vorsitzende. Aber als Verein unternimmt man einiges, um junge Leute für dieses Hobby zu begeistern. "Wir halten beispielsweise Kontakte zu den Kindergärten der Umgebung, die auch gern mit Gruppen vorbeischauen. Und auch eine Jugendgruppe ist angedacht, der vielleicht eine ungenutzte Parzelle zur Verfügung gestellt werden kann, so eine frei steht", erzählt Nösel.

Genaue Informationen zur Ausstellung und zur Jubiläumsfeier finden Sie auf unserer Seite 20.

Jörg Wolf

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