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Altenburg: Stadtrat setzt auf City-Handel

Altenburg: Stadtrat setzt auf City-Handel

Die Skatstadt ist auf dem besten Weg, endlich ein Einzelhandelskonzept sein eigen zu nennen. Donnerstagabend stellte der Stadtrat die Signale auf Grün und befürwortete mit großer Mehrheit bei lediglich fünf Nein-Stimmen den Billigungs- und Auslegungsbeschluss.

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Großes Interesse am Adler-Modemarkt zu dessen Eröffnung 2011. Ob es schwindet und Adler bleibt, wenn das Fachmarktzentrum kommt, weiß heute niemand.

Quelle: Mario Jahn

Das heißt, das 128 Seiten starke Papier wird jetzt öffentlich ausgelegt und zur Debatte gestellt. Erst danach kann der Stadtrat endgültig darüber befinden, ob daraus ein Beschluss wird, der allen künftigen Entscheidungen in Sachen Einzelhandel zugrunde liegt.

 

Dem vorliegenden Entwurf des "Einzelhandels- und Zentrenkonzepts 2015 für die Stadt Altenburg" liegt ein entsprechendes Konzept aus dem Jahr 2010 zugrunde. Selbiges war damals nicht beschlossen worden, sondern in den Schubladen der Verwaltung - viele sagen konkret des Oberbürgermeisters - verschwunden. Der Grund: An der Leipziger Straße sollte der Modepark Röther entstehen, der im Widerspruch zu den Vorgaben des Konzepts gestanden hätte. Im vergangenen Jahr entschied der Stadtrat, kein komplett neues Konzept in Auftrag zu geben, sondern das alte den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

 

Der vorliegende Entwurf bietet eine umfassende Analyse. Die BBE Handelsberatung GmbH begutachtet die regionale Wettbewerbs- und die räumliche Situation, listet die Sortimentsstruktur und den Bedarf auf und bietet einen Ausblick für die Entwicklung des Einzelhandels in Altenburg bis 2025.

 

Die ersten Signale deuten daraufhin, dass die Stadträte fraktionsübergreifend damit ziemlich zufrieden sind. Allerdings nur bis Seite 107. Dann scheiden sich die Geister. Denn während bis dahin immer wieder die Stärkung der City betont und die Forderung aufgemacht wird, künftig keine innenstadtrelevanten Sortimente an der Peripherie mehr zu genehmigen, kommt dann ein Punkt, der zumindest für einige Stadträte völlig inakzeptabel ist: "Abweichende Entwicklungsziele des Standortes Leipziger Straße". Hier soll ein Fachmarktzentrum von 4200 Quadratmeter entstehen, das sich aus den Branchen Lebensmittel, Drogeriewaren, Textilien, Schuhe sowie Zoo-Bedarf/Tiernahrung zusammensetzt - der sogenannte Saller-Markt.

 

Während sich CDU, SPD und Linke mehrheitlich offenbar mit solch einer Ausnahmeregelung anfreunden können, kam vorgestern Abend in der Debatte von Grüne/Stadtforum und FDP deutliche Kritik. Der einzige noch im Stadtrat verbliebene Liberale Detlef Zschiegner führte die Negativ-Beispiele von Meerane und Zeitz ins Feld, wo Einkaufszentren auf der grünen Wiese den Innenstädten den Todesstoß versetzt hätten. "Auch in Altenburg will der OB mit dem Kopf durch die Wand. Mit dem Hineinschreiben der Wunschkriterien für Saller machen wir das ganze Papier zur Makulatur", so Zschiegner.

 

Der Fraktionschef von Grüne/Stadtforum, Johannes Schaefer, ging sogar soweit, in einem Änderungsantrag die Streichung dieses Passus' aus dem Konzeptentwurf zu fordern. Denn: "Wir machen hier dasselbe, was wir anderen Kommunen vorwerfen." Er spielte damit auf die Umlandgemeinden an, mit denen Altenburg nach wie vor im Clinch liegt, wenn es um deren Einkaufszentren geht. Der Antrag fand allerdings nicht die erforderliche Mehrheit, so dass der Entwurf nun vier Wochen im Rathaus ausliegt und die Öffentlichkeit an der Debatte beteiligt wird, ebenso Behörden und Träger öffentlicher Belange.

 

Das Einzelhandelskonzpet wird am 10. September, 18 Uhr, im Goldenen Pflug der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

Ellen Paul

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