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Altenburg Altenburg: Todesursache für Baby weiter unklar
Region Altenburg Altenburg: Todesursache für Baby weiter unklar
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18:23 17.03.2015

Das Mädchen lag in einem Eimer im Badezimmer. Die 29-jährige Mutter hatte am Freitagabend wegen akuter Beschwerden das Klinikum Altenburger Land selbst aufgesucht. Bei einer dort vorgenommenen Operation stellten die Ärzte ihre kürzlich erfolgte Entbindung fest und verständigten die Polizei, als sie sich auf Nachfragen in Widersprüche verstrickte.

Auch gestern war weiter unklar, wie das Kind zu Tode kam und warum. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags und hatte deswegen am Montag Haftbefehl gegen die Verdächtige beantragt. Dieser wurde laut Amtsgericht Gera gestern erlassen und soll heute eröffnet werden. Das geht aus einem Bericht der Onlineausgabe der Ostthüringer Zeitung von gestern Nachmittag hervor. Demnach soll ein Richter Sandra F. den Haftbefehl ins Krankenhaus bringen. "Dann stellt sich die Frage der Unterbringung in einem Haftkrankenhaus, aber auch der Haftfähigkeit", wird Gerichtssprecher Siegfried Christ zitiert.

Relativ sicher sind sich die Ermittler dabei, dass das Kind nach der Geburt gelebt hat und unmittelbar danach zu Tode gekommen sein muss. Die Mutter selbst bestreitet, das Kind umgebracht zu haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Jens Wörmann. "Sie stellt es als Unfall dar." Es gebe ebenso keine Zeichen einer äußeren Gewaltanwendung. Nähere Details wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht nennen. Es werde weiter geprüft, ob es sich um eine fahrlässige oder vorsätzliche Tötung handelt.

Die Ermittler haben keine Hinweise darauf, dass sich eine dritte Person zur Tatzeit in der Wohnung aufgehalten hat, etwa ihr Lebensgefährte. Deswegen sehe die Staatsanwaltschaft im Moment keinen Grund, gegen den Mann zu ermitteln, sagte Wörmann.

Die Mutter liegt nach wie vor im Altenburger Krankenhaus und wird dort von der Polizei bewacht. "Ihre körperliche Verfassung schließt aus, dass sie die Klinik aus eigener Kraft verlassen kann", sagte Wörmann und stellt damit die Haftfähigkeit der Frau infrage. Fluchtgefahr besteht demzufolge nicht.

Trotz des Verweises der 29-Jährigen auf einen Unfall bleibt ihr Geheimnis, warum sie ihre Schwangerschaft vor Familienangehörigen und Bekannten allem Anschein nach verheimlicht und auch bei der Geburt, die im Badezimmer stattgefunden haben soll, auf jegliche Hilfe verzichtet hat. Ebenso suspekt ist die Tatsache, dass die Mutter mindestens vier bis fünf Tage mit dem toten Säugling in ihrer Wohnung zugebracht hat. Erst wegen starker Schmerzen im Zusammenhang mit ihrer Entbindung hatte sie die Wohnung verlassen und das Krankenhaus aufgesucht.

Sandra F. gilt bei der Polizei als unbescholten und unauffällig. Auch das Jugendamt bescheinigt der Frau einen tadellosen Lebenswandel, insbesondere, was die Erziehung und Versorgung ihres dreijährigen Kindes betrifft. "Es bestand zu keiner Zeit irgendein Anlass, hier einzuschreiten", sagte Jana Fuchs, Sprecherin des Landratsamtes der OVZ. Das Kind lebt jetzt bei seinen Großeltern. Dort sei es gut aufgehoben, weshalb die Behörde keinen Anlass für eine Unterbringung etwa in einer Pflegefamilie sieht.

Jens Rosenkranz

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