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Altenburg Altenburg: Viele Fragen zum Saller-Projekt
Region Altenburg Altenburg: Viele Fragen zum Saller-Projekt
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19:02 20.03.2015
Auf diese grüne Wiese an der Leipziger Straße in Altenburg soll das Saller-Fachmarktzentrum gebaut werden. Quelle: Mario Jahn

Rund 40 Skatstädter wollten sich Donnerstag Abend die Debatte - initiiert von der Bürgerbewegung Pro Altenburg - nicht entgehen lassen. Unter ihnen auch Stadträte anderer Fraktionen sowie rund ein halbes Dutzend von Innenstadthändlern.

Letztere waren besonders wissbegierig auf Neuigkeiten rund um den Grundsatzbeschluss des Stadtrats zu den Saller-Investitionen. Bestens vorbereitet zeigte sich hier einmal mehr Detlef Zschiegner (FDP), der sich intensiv auf die Spuren des in Weimar ansässigen Investors begeben hat. Wenn man beispielsweise die Neue Mitte in Jena, das Gera-Karree oder die Galerie Rudolstadt anschaue, dann wisse man ungefähr, was auf Altenburg zukomme, so der Liberale, der selbst ein Geschäft in der Baderei betreibt: Zweckbauten mit oftmals dem gleichen Branchenmix.

Zschiegner nannte unter anderem das dänische Bettenhaus, Rossmann, Meyer-Schuhe, Deichmann, AWG oder Ernstings Family und in jedem Fall einen namhaften Lebensmittelmarkt als sogenannten Ankermieter. "Das wird eindeutig zu einem Umlenken der Kundenströme führen. Sehr zum Schaden der Innenstadt und zur Freude beispielsweise von Expert-Jäger, dem Freund und Trauzeugen des Oberbürgermeisters", so Detlef Zschiegner mit Blick auf die Vehemenz, mit der das Stadtoberhaupt die Saller-Ansiedlung betreibe.

Welche Filialisten allerdings genau nach Altenburg an den Stadtrand sowie in das Parkhaus in der Innenstadt kommen sollen, ist nicht bekannt. "Darüber hüllt sich Saller bislang in Schweigen", erklärte Pro-Altenburg-Chef Peter Müller auf Nachfrage. Johannes Schaefer (Grüne/Stadtforum) pflichtete bei, dass die Stadträte eigentlich gar nicht wissen, was genau sie da beschließen sollen. Man kenne weder die Kubatur noch die Handelssortimente. Auch er wisse konkret nur von den Lebensmittelmärkten, was im Fall der Innenstadt - im Parkhaus soll auch Einzelhandel angesiedelt werden - dem nahe gelegenen Konsum inzwischen ziemliche Bauchschmerzen bereite. Was Holger Schulze vom gleichnamigen Fleischerei-Fachgeschäft in der Sporenstraße zu der Bemerkung veranlasste: "Der Stadtrat wird behandelt wie eine Schulklasse: Wollt ihr mit auf die Fahrt ins Blaue?"

"Doch vor Konkurrenz kann niemand geschützt werden, auch nicht von uns", räumte Pierre Menestrieré von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Gera ein. Die generelle Positionen der IHK seien hingegen schon klar. Städte, die weiter Einwohner verlieren, müssen sich auf die Mitte konzentrieren, sei eine der Prämissen. Neuansiedlungen sollten in zentraler Lage erfolgen. "Am Ende ist es aber eine politische Entscheidung, ob für die Saller-Projekte ein Bauleitverfahren eröffnet wird", so Menestrieré.

"Die Fachwelt sagt ,Macht es nicht!' und wir sollen es trotzdem machen", bedauerte Johannes Schaefer und erinnerte an die Ablehnung des Modeparks Röther durch das Landesverwaltungsamt: Innenstadtrelevantes Sortiment gehöre nicht an den Stadtrand. © Kommentar

Ellen Paul

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