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Altenburg Altenburg: Weiterhin keine Lösung für nicht beschulte Flüchtlingskinder
Region Altenburg Altenburg: Weiterhin keine Lösung für nicht beschulte Flüchtlingskinder
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09:09 06.04.2016
In der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Altenburg soll eine dritte Starterklasse eröffnet werden. Doch dafür fehlt ein Lehrer. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Altenburg/Schmölln


Der OB hat eine Stellungnahme vom Schulamt Ostthüringen, wonach der Landkreis der Stadt Altenburg bei der Verteilung jener 33 Grundschüler helfen muss, die keinen Unterricht erhalten. Darüber informierte Wolf die OVZ auf eine Anfrage hin. Allerdings ist bislang weder geregelt, wohin die Kinder verteilt werden, noch wer dies veranlasst und ab wann. Daher fordert der OB, dass das Schulamt den Kreis verbindlich beauflagen müsse, die Grundschüler zu verteilen.

Unbestätigten Informationen zufolge sind dafür die Grundschulen Ponitz, Posa und Kleinstechau im Gespräch. Für diese von Altenburg sehr weit entfernten Schulen entstünden damit allerdings erhebliche Fahrtkosten, die im Moment noch bei der Stadt Altenburg hängenbleiben würden. Auch dagegen wehrt sich OB Wolf und fordert eine Klärung, damit sich die Lasten für seine Stadt nicht weiter erhöhen. Eigentlich stellt das Schulamt für die Schülerbeförderung entsprechende Scheine aus. Doch diese Bescheinigungen lassen seit Wochen auf sich warten.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer, aber ebenso offene Fragen gibt es bei den 13 Asylbewerbern im Regelschulalter aus Altenburg, die ebenso nicht unterrichtet werden, obwohl sie das laut Gesetz eigentlich müssten. Hier empfiehlt das Schulamt, eine weitere Starterklasse zu eröffnen. Zwei davon gibt es bereits an der Regelschule Dietrich Bonhoeffer, die bereits voll ausgelastet sind, eine weitere Klasse befindet sich im Schmöllner Förderzentrum.

Für eine vierte Klasse, die dann in Altenburg eröffnet werden soll, gibt es keinen Deutschlehrer, der in den Starterklassen auch als DAZ-Lehrer bezeichnet wird. „Das Schulamt will sich darum kümmern, kann aber keinen verbindlichen Termin nennen“, sagte der OB. Das sei kein Wunder, denn in ganz Deutschland sei man auf der Suche nach solchen Lehrern.

All diese seit vielen Wochen bekannten Probleme sollten eigentlich auf einer Sitzung am Dienstag vergangener Woche mit Vertretern des Schulamts, der Altenburger Stadtverwaltung und des Landratsamtes geklärt werden. Doch dieses Treffen war wegen der Osterferien geplatzt. Auch ein für Montag anberaumter Termin kam nicht zustande. Nun soll am Mittwoch, 6. April, ein dritter Versuch unternommen werden.

Wenn es dabei kein Ergebnis gibt, will der Oberbürgermeister richtig Krach schlagen. So könne es nicht weitergehen, sagte Wolf. Man könne keine Asylbewerber in den Kreis schicken, ohne die gesetzliche Schulpflicht abzusichern. Dies gelte natürlich auch für Neuankömmlinge.

In der vergangenen Woche hatte er die aus Altenburg stammende Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) deshalb aufgefordert, diese Angelegenheit zur Chefsache zu machen. Eine öffentliche Stellungnahme von Klaubert zu dieser Thematik liegt bislang allerdings nicht vor.

In Altenburg sind derzeit 71 Grund- und 85 Regelschüler gemeldet, die in der Skatstadt Asyl gefunden haben. 46 von ihnen können momentan nicht unterrichtet werden. Zudem wird im neuen Schuljahr mit 21 Schulanfängern gerechnet. Davon sind zum jetzigen Zeitpunkt 14 untergebracht und auf die Altenburger Grundschulen verteilt. Unklar ist die genaue Zahl jener schon etwas älteren Kinder und Jugendlichen, die jetzt in verschiedenen Einrichtungen Sprachkurse absolvieren und danach ebenfalls die Schule besuchen müssen.

Von Jens Rosenkranz

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