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Altenburg baut auf die Zukunft

Städtebau und Stadtumbau Altenburg baut auf die Zukunft

Die thüringische Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller, war mit Oberbürgermeister Michael Wolf auf Steifzug durch die Altenburger Innenstadt und Altenburg-Nord. Auf der Suche nach dem Altenburger Stadtbild von morgen.

Ministerin Birgit Keller schaut sich Altenburger Städtebauvorhaben und -erfolge an. In der Innenstadt erläutert Bürgermeisterin Kristin Moos (links) das AWG-Bauvorhaben.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Zu einem Rundgang durch Altenburg trafen sich am Montag Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), Mitarbeiter der Stadt, sowie die Landesministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller (Linke). Die Ministerin wollte sich vor Ort einen Eindruck verschaffen, welche Ziele im Städtebau und -umbau in Altenburg bereits umgesetzt wurden und wo es noch Nachholbedarf gibt.

Bevor ein Stadtrundgang die Delegation durch die Moritzstraße, Schmöllnsche Straße und vorbei am Neubau der Altenburger Wohnungsgenossenschaft in der Teichstraße und eine Tour nach Altenburg-Nord führte, erläuterten Oberbürgermeister Wolf und Bürgermeisterin Kristin Moos vom Baudezernat der Stadt ihre Ansichten und Pläne.

„Wir haben viel geschafft in den vergangenen Jahren“, zog Wolf ein positives Resümee. „Altenburg ist einerseits eine Stadt mit einem außergewöhnlichen Altstadtkern und auf der anderen Seite mit einer großen Ansammlung an Plattenbaugebieten.“

Auf der Agenda stehe daher vor allem: Die Innenstadt stärken, die Plattenbauten zurückbauen – beziehungsweise an benötigte Wohnformen anzupassen. In der Innenstadt konnten – auch dank Fördermitteln – viele Baulücken geschlossen und marode Häuser saniert werden. Die drei großen Wohnungsgenossenschaften zieht es ebenfalls in den innerstädtischen Bereich.

Ein anderer Schwerpunkt der Städteplanung, so erläuterte Moos, sei die Anpassung an den demografischen Wandel.

„In der Albert-Levy-Straße 59a entsteht ein altersgerechtes Wohnhaus des Deutschen Roten Kreuzes“, sagte Moos. „Und auch in der Innenstadt sind viele solcher Projekte entstanden – etwa die AWO Einrichtung in der Schmöllnschen Straße 6.“

Als positive Beispiele für den Stadtumbau führte Moos auch die Immobilien ins Feld, welche die Stadt in Eigenregie vor dem äußerlichen Verfall bewahrt und dann weiter veräußert hat. So das Gebäude in der Johannisstraße 5, in dem mittlerweile ein radiologische Praxis angesiedelt ist.

Auch wenn es vor allem um altersgerechten Wohnraum geht, sollen auch Familien nach Altenburg gelockt werden. „Wir sind gut angebunden an Leipzig. Dort steigen die Mieten und Arbeitsplätze gibt es ausreichend“, sagte Wolf. Perspektivisch gesehen wäre es wünschenswert, wenn sich Familien ihren Traum vom Eigenheim in Altenburg erfüllen. Durch die steigende Zahl von pflegebedürftigen Bewohnern sollen auch in der Pflegebranche neue Arbeitsplätze entstehen.

Aber nicht nur Wohnraum soll geschaffen werden. Wolf warb auch für eine weitere Förderung von denkmalgeschützten Gebäuden. Als Herzensangelegenheit nannte er das Schloss Poschwitz, Sitz der Herren von der Gabelentz, die das Skatspiel erfanden. „Aber hier ist Eile geboten, wenn wir noch etwas retten wollen,“ so der eindringliche Appell des Oberbürgermeisters an Ministerin Keller.

Rund 100 Millionen Euro sind seit 1991 in den Städtebau nach Altenburg geflossen, erläuterte Ministerin Keller. „Diese wurden von der Stadt auch sehr gut eingesetzt – Altenburg ist eine liebens- und lebenswerte Stadt.“

Auch sie warb für die Anpassung im Städtebau an den demografischen Wandel. Bis 2035, so die Prognose, wird die Bevölkerung in Thüringen weiter schrumpfen. 93 000 Menschen wohnen derzeit im Landkreis Altenburger Land, 33 000 von ihnen in Altenburg. Tendenz auch für die Stadt: weiter abnehmend.

Dennoch scheut sich die Stadt nicht, weiter in Schulen, Sportstätten und Spielplätze zu investieren. So wurde vor kurzem die Sporthalle der Erich-Mäder-Schule neugebaut.

Von Tatjana Kulpa

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