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Altenburg Altenburg blickt Barbarossa-Jahr entgegen
Region Altenburg Altenburg blickt Barbarossa-Jahr entgegen
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21:01 15.01.2015
Im 850. Jahr seines Erstbesuchs in Altenburg tritt Kaiser Barbarossa zwischen die in seinem Auftrag gebauten Roten Spitzen. Die Türme des einstigen Augustiner-Klosters, das er begründet und geweiht hat, und sein Wirken stehen im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen. Quelle: Mario Jahn

Damit Altenburg neben dem Skatspiel und dem Prinzenraub künftig in den Köpfen der Menschen auch mit dem Staufer-Kaiser Friedrich I. verknüpft wird, haben er und seine Mitarbeiter eine ganze Reihe an Veranstaltungen organisiert und Initiativen unterstützt. Diese reichen von einer Sitzung des Festspiel-Kuratoriums (23. Januar) über eine Stiftungsgründung (26. Februar) bis hin zu einem Theaterstück, einem öffentlichen Umzug (beides 10. Mai), einem wissenschaftlichen Kolloquium (4./5. September) und speziellen Stadtführungen.

Höhepunkt wird dabei der 10. Mai. Zwar verbindet sich damit kein historisch bedeutendes Datum des beginnenden Barbarossa-Jahres, aber just an jenem Tag steigt die Premiere des Stücks "Barbarossa ausgeKYFFt" am Landestheater Altenburg (18 Uhr). Flankiert wird diese ab 11 Uhr vom Quartiersfest "Der Kaiser kommt" rund um die Roten Spitzen, das zugleich die museale Saison der Doppelturmanlage des einstigen Augustiner-Chorherrenstifts einläutet. Neben einer Ausstellung und begehbaren archäologischen Ausgrabungen gibt es dann dort auch ein interaktives Klosterpuzzle, historische Kinderspiele, mittelalterliche Musik, Handel sowie Speis und Trank. Darüber hinaus ist ein Umzug des Stauferkaisers mitsamt Gefolge vom Theater zu den Roten Spitzen geplant, der mit allen Darstellern der Rockerette "Barbarossa ausgeKYFFT" stattfinden wird.

"Dass es sich bei dem Stück um eine Rockerette handelt, ist als Abgrenzung zur oft gebrauchten Rock-Oper zu verstehen", sagt Schauspieldirektor und Regisseur Bernhard Stengele über das von Schauspieler Manuel Kressin und Kapellmeister Olav Kröger komponierte Stück. "Zudem soll so der satirisch-ironische Touch zum Ausdruck kommen. Es hat etwas von Monty Python." Wer die britischen Komiker kennt, stellt in punkto Absurdität des Inhalts eine Parallele fest.

In der Geschichte geht es darum, dass Barbarossa der Sage nach tief im Fels des Kyffhäusers ruht und darauf wartet, erweckt zu werden. Das gelingt ausgerechnet einer Volkspartei mit deutsch-nationalem Fundament und Islam-Angst, die ihn zum neuen Kanzler Deutschlands auserkoren hat. Doch dieser entpuppt sich als pfiffiger Typ, der sich nicht vor diesen Karren spannen lässt und gar mit Ausländern anfreundet. Statt nach der deutschem Macht strebt er nach Liebe, die er dereinst im Pleißenland bei einer schönen Wirtin fand. "Hier werden wir den Faden am Wochenende weiterspinnen und natürlich auch, wie es mit der Volksbewegung weitergeht", skizziert Stengele die nächsten Arbeitsschritte.

Mehr historischen Bezug hat dagegen die Barbarossa-Stiftung, die sich nach vier Jahren Vorarbeit am 26. Februar gründen wird (die OVZ berichtete). Laut Initiator Klaus-Jürgen Kamprad nutzt man hier die Gunst der Stunde, dass sich an jenem Tag der erste Aufenthalt Barbarossas in Altenburg zum 850. Mal jährt. "Es wäre schade, wenn wir das verpassen würden", erklärt der Verleger. Ziel sei es, ein wissendes Fundament zu schaffen über die Zeit des Hochmittelalters im 12. Jahrhundert, in der sich Altenburg sprunghaft entwickelt habe, wofür wiederum Barbarossa maßgeblich mit verantwortlich gewesen sei. "Es geht um etwas Identitätsförderndes." Schaffen will man das unter anderem mit erlebbaren Museen und durch wissenschaftliche Arbeiten. Damit das Unternehmen gelingt, wollen Kamprad und Co. so viele Gründungsstifter finden wie möglich und laden deswegen am 21. Januar zu einer Präsentation in den Saal der Brauerei ein (18 Uhr).

"Durch Barbarossa und die damit einhergehenden, vielfältigen Aktivitäten könnte Altenburg wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein kommen und zeigen, dass es mehr zu bieten hat als Skat, Prinzenraub und historische Gebäude", formuliert OB Wolf seine Hoffnung.

Thomas Haegeler

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