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Altenburg erhöht Maximalförderung für Kleingärtner

Leerstand bleibt Sorgenkind Altenburg erhöht Maximalförderung für Kleingärtner

Der Leerstand in den Kleingartenanlagen im Altenburger Land bereitet weiter große Sorgen. Das wurde am Samstag bei der Mitgliederversammlung des Regionalverbandes der Kleingärtner deutlich. In manchen Sparten beträgt der Leerstand mehr als zehn Prozent. Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) fand deutliche Worte.

Sorgenkind Kleingarten: Viele Parzellen stehen in den Altenburger Sparten leer.

Quelle: Jörg Reuter

Altenburg. Der zunehmende Leerstand von Parzellen bleibt weiterhin das größte Sorgenkind der Kleingärtner im Altenburger Land. Verwunderlich war es deshalb nicht,dass sich dieses Thema wie ein roter Faden durch die Mitgliederversammlung des Regionalverbandes der Kleingärtner am Samstagvormittag in der Destille zog. Denn zwar haben die Kleingärtner und die Stadtverwaltung schon 2007 ein finanzielles Förderprogramm beschlossen, mit dem Projekte in Sparten zur Verbesserung der Attraktivität auf Antrag städtische Gelder abrufen können. „Aber mit dem Programm konnte der Prozess des zunehmenden Leerstandes nicht gestoppt, sondern nur verzögert oder verschoben werden“, konstatierte der stellvertretende Verbandschef, Jörg Seifert. In mancher der derzeit 68 Mitgliedsanlagen stünden mittlerweile Kleingärten im zweistelligen Prozentbereich leer. Und dies, obwohl mittlerweile in den zurückliegenden neun Jahren rund 510 000 Euro geflossen sind.

Auch deshalb seien die Richtlinien des Förderprogramms im Vorjahr nochmals überarbeitet und an die aktuellen Anforderungen angepasst worden, erklärte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), der auch zum Vorstand des Regionalverbandes gehört, den Anwesenden ein weiteres Mal. „Es macht ja keinen Sinn und wird von niemandem verstanden, wenn tausende Euro an Steuergeldern in verschiedene Projekte fließen, die nur wenige Jahre später wieder abgerissen werden, weil die Anlage mangels Nutzung aufgelöst wird“, so Wolf. „Perspektivisch hat angesichts der demografischen Entwicklung nicht jede Sparte eine Überlebenschance und wird verschwinden. So schwer das für jeden einzelnen Kleingärtner auch verständlicherweise ist“, so das Stadtoberhaupt. Aus diesem Grund habe man die Förderrichtlinie im Vorjahr auch überarbeitet.

Seit 2015 können Gelder auch für den Rückbau, sprich Abriss von Anlagen fließen. Und auch die maximale Höhe der Unterstützung habe man den aktuellen Gegebenheiten angepasst: Bislang war ein maximaler Betrag von 50 Prozent der Gesamtkosten für eingereichte Projekte festgeschrieben. Künftig werden es 90 Prozent sein. „Weil uns allen auch klar ist, dass beispielsweise bei einem Rückbau viele betroffene Kleingärtner auch die verbleibenden 50 Prozent der Kosten nicht selber aufbringen können.“

Zudem wurde auch der Druck auf die Laubenpieper erhöht, sich in Sachen Zukunftsaussichten zu positionieren. Jeder Spartenvorstand war in den zurückliegenden Monaten aufgefordert, für seine Anlage ein Entwicklungskonzept mitsamt Perspektiven aufzustellen. „Nur jene Anlagen, die so einen Entwurf eingereicht haben, der auch Sinn macht, bleiben förderfähig. Aber nicht alle haben geliefert und manches eingereichte Konzept ist einfach das Papier nicht wert, auf dem es steht“, so Wolf deutlich.

Nicht nur beim OB erwecke dies den Eindruck, als ob so manche Gartensparte bei dem Entwicklungsprozess nicht mitzieht. Auch bei der Förderrunde 2015 seien nur rund 15 000 der insgesamt zur Verfügung stehenden 55 000 Euro abgerufen worden. „Weil so mancher Antrag auch nicht genehmigungsfähig oder unvollständig war. Aber es braucht hier einige unvermeidliche Spielregeln, handelt es sich doch quasi um geschenktes Geld für die Kleingärten.“ Da habe man schon den Eindruck, so mancher ducke sich angesichts des unumkehrbaren Prozesses einfach ab.

Von Jörg Wolf

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