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Altenburg erlaubt weiterhin Wildtiere bei Zirkusgastspielen

Knappe Entscheidung Altenburg erlaubt weiterhin Wildtiere bei Zirkusgastspielen

In Altenburg wird es weiterhin Wildtiere bei Zirkusgastspielen zu sehen geben. Der CDU-Antrag zur entsprechenden Änderung der Festplatzbenutzungssatzung fiel am Donnerstagabend im Stadtrat durch – allerdings nur knapp. Denn den 16 Befürwortern eines Auftrittsverbots von Betrieben mit wilden Tieren standen ebenso viele Gegner gegenüber.

In Altenburg wird es weiterhin Wildtiere bei Zirkusgastspielen zu sehen geben – wie hier beim Gastspiel von Zirkus Aeros 2012.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Denn den 16 Befürwortern eines Auftrittsverbots von Betrieben mit wilden Tieren standen ebenso viele Gegner gegenüber. Bei einem Patt gilt der Antrag als abgelehnt. Somit kam den drei Enthaltungen entscheidende Bedeutung zu. Dass darunter neben Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) auch Kerstin Krist (Grüne) waren, ist bemerkenswert, weil ihre Parteien seit Jahren zu den treibenden Kräften für ein bundesweites Halteverbot von Wildtieren in Zirkussen gehören - genauso wie die SPD, die den Antrag vollends ablehnte.

Dem extrem engen Ausgang entsprechend emotional verlief die über einstündige Debatte. "Tiger, Elefanten, Bären, Giraffen und Co. sollten überhaupt nicht im Zirkus leben, nur um unserer Unterhaltung zu dienen", begründete CDU-Fraktionschef André Neumann den Antrag. "Eine artgerechte Haltung ist einfach nicht möglich, wenn Tiere einen Großteil ihres Lebens in Käfigen und Transportwagen eingepfercht sind." Dass sie in Manegen zur Schau gestellt werden, sei ein Relikt aus Zeiten, in denen es exotische Tiere nur im Zoo oder im Wanderzirkus zu sehen gab. "Heute gibt es aber dank moderner Medien andere Möglichkeiten, diese Kindern nahezubringen."

Anhand des zuvor eingeholten Stimmungsbildes wisse er zwar, dass man die Abstimmung nicht gewinnen könne, trotzdem wolle man die Vorlage nicht zurückziehen, sagte Neumann weiter. "Es ist eine Herzensangelegenheit." Im Anschluss widmete er sich Argumenten der Gegner. So entscheide man nicht über die Köpfe der Bürger hinweg, weil man vorab mit ihnen geredet und entsprechendes Feedback bekommen habe. Denen, die meinten, das Erlebnis Zirkus sei ohne Wildtiere nicht mehr dasselbe, entgegnete er: "Es gibt heute schon viele Zirkusse, die das mit Akrobatik, Show und Clowns mehr als wett machen." Die fehlende Rechtssicherheit wischte er mit Verweis darauf vom Tisch, dass bisher noch kein Oberlandesgericht das Auftrittsverbot einer Kommune gekippt habe.

Das sah etwa Norman Müller anders. "Der Antrag differenziert nicht", erklärte der Vorsitzende der SPD-Fraktion seine Bauchschmerzen. Nicht jeder Zirkus quäle seine Tiere. "Außerdem hat der Beschluss nur begrenzte Auswirkung. Der Tierschutz endet an den Stadtgrenzen." Zudem wolle er die Bürger "lieber richtig befragen" und habe auch beim letzten Gastspiel keinen Protest gesehen.

Kritik kam auch vom Fraktionschef der Linken, Harald Stegmann, der zwar den Tierschutz als Anliegen aller Fraktionen im Stadtrat ansieht, aber die Festplatzbenutzungssatzung für das falsche Mittel hält: "Dafür gibt es Gesetze im Bund und es ist nicht unsere Aufgabe, deren Einhaltung zu kontrollieren." Zudem halte er ein grundsätzliches Auftrittsverbot für Unternehmen mit einer entsprechenden Berechtigung für hoch problematisch. Dieselbe Tendenz gab es auch bei Pro Altenburg. "Ich finde es faszinierend, was die Dompteure mit den Tieren machen", sagte deren Vorsitzender Peter Müller. "Aber dem Stadtrat steht die Entscheidung nicht zu, sondern es entscheidet der Besucher. Wenn André Neumann Recht hat und die Leute ausbleiben, erledigt sich das Thema von selbst."

An diesen Meinungen konnten auch die flammenden Reden der Befürworter Detlef Zschiegner (FDP) und Christoph Zippel sowie Sandy Reichenbach (beide CDU) nichts ändern. Obwohl Letztgenannter vor allem die rechtlichen Bedenken zu Berufs- und Auftrittsverbot reduzierte. Aufgeben wollen die Christdemokraten das Thema dennoch nicht, kündigte André Neumann vom Ergebnis angestachelt an. "Wir werden ganz sicher einen neuen Anlauf wagen."

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