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Altenburg erlebt eine großartige Wiederkehr von "Carmina Burana"

Altenburg erlebt eine großartige Wiederkehr von "Carmina Burana"

Das war ein Déjà-vu-Erlebnis, wie es kein deutlicheres gibt. Als die Pauke mit ohrenbetäubendem Schlag das Publikum auf dem Altenburger Markt zur Aufmerksamkeit rief und das imposante "O Fortuna" aus den Kehlen des mächtigen Chores erklang, war man schon mitten in Carl Orffs "Carmina Burana" und glaubte, das alles erst vor kurzer Zeit gehört und erlebt zu haben.

Und doch liegt ein volles Jahr zwischen diesen beiden Aufführungen des Theaters, dessen Mut, diese gelungene und begeistert aufgenommene Aufführung ein Jahr später zu gleicher Zeit am gleichen Ort mit den gleichen Mitwirkenden noch einmal zu bringen, mehr als zu loben ist.

 

Viele der je fast 1000 Besucher an den beiden Abenden waren gekommen, um das Déjà-vu-Erlebnis eines großen außergewöhnlichen Musikereignisses vom vergangenen Jahr zu erleben. Das bescherte ihnen der Opernchor des Theaters und der Philharmonische Chor Gera, einstudiert und vorbereitet vom Chordirektor Holger Krause, und das Philharmonische Orchester, geleitet von seinem GMD Laurent Wagner.

 

Carl Orffs Werk ist eine Vertonung mittelalterlicher Lyrik aus dem 11. und 12. Jahrhundert, bei der pralle Lebensfreude und deftig derbe Texte in straffer, oft wechselnder Rhythmik ihren Ausdruck finden. Dabei werden die Stimmen durch den Chor maximal ausgereizt und die küchenlateinischen, mittelhochdeutschen Texte sauber artikuliert, wobei die hohe Qualität der Stimmen den mitreißenden Charakter aller Kompositionen deutlich macht. Wie etwa das reichlich respektlose Trinklied mit dem rasant-zungenbrecherischen Wortlaut vom Männerchor mit Bravour gemeistert wurde, ist eine lorbeerumkränzte Leistung, deren Würdigung sich alle Sängerinnen und Sänger, auch der Kinderchor, zu eigen machen können. Dieser war stets auf genauen Einsatz bedacht und besang mit leuchtenden Augen und hellen Stimmen Amors Aktivitäten.

 

Die Frauenstimmen gefielen in den warmen Liedern wie "Chume, chume, geselle min!" und wie sie den Krämer um Schminke bitten. Innig und intensiv gelangen auch die liebevollen Schilderungen des Frühlings, die in einem hymnischen Gesang endeten.

 

Auch das Philharmonische Orchester wurde wieder gefordert und erfüllte seinen Teil dieser gewaltigen Aufführung mit gewohnter Qualität. Da wurde sauber, sicher und farbig musiziert, die rhythmischen Finessen mit häufigen Synkopen und herrlichen Bläsersoli exakt gemeistert, die dichten Streicher- und zupackenden Bläserpassagen gekonnt gespielt. Beide, Chor und Orchester, führte Generalmusikdirektor Laurent Wagner zu einer Einheit. Die Schlagzeugergruppe sicherte mit stets verlässlichen Einsätzen rhythmische Exaktheit der Aufführung.

 

Die Gesangssolisten waren das veränderte Element im Vergleich zum Vorjahr, doch nur in den Namen, nicht in der Qualität. Jungmädchenhaft, sopranlieblich und schwelgerisch entschwebte Akiho Tsujii über das hohe C hinaus und machte mit ihrer klaren und leuchtenden Stimme und mit perfekter Intonation "Auf meines Herzens Waage" zu einem der Höhepunkte dieser "Carmina Burana". Sie sang von der Rathausempore wie auch der Tenor Mark Bowman-Hester sein Solo von den Qualen eines gebratenen Schwans.

 

Als Gast für die Baritonpartie war kurzfristig der rumänische Sänger Geani Brad, der am Theater Kassel singt, verpflichtet worden. Er brillierte mit Stimmstärke und einem breiten Stimmumfang.

 

Diese "Carmina Burana" war wie die im vorigen Jahr ein grandioses Musikspektakel, die ihren Platz in den Erinnerungen Tausender Besucher wie auch in der Geschichte des Theaters einnehmen wird.

Manfred Hainich

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