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Altenburg erwirbt über 5000 seltene Kartenspiele aus aller Welt

Schlossverein finanziert Ankauf Altenburg erwirbt über 5000 seltene Kartenspiele aus aller Welt

Das Schlossmuseum erhält über 5000, meist seltene Spielkarten aus aller Welt und verfügt damit über die bedeutendste Sammlung auf dem Globus. Sie stammen aus dem Nachlass von Franz Braun aus Köln. Eingefädelt wurde der Ankauf vom Altenburger Spielkarten-Experten Gerd Matthes. Die Kosten übernimmt der Altenburger Schlossverein.

Schlossvereinsvorsitzender Peter Friedrich, Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), Karten-Experte Gerd Matthes und Museumsmitarbeiter Florian Voß (v.l.) zeigen am Sonnabend im Bachsaal des Schlosses einen kleinen Teil der kürzlich erworbenen Spielkarten-Sammlung.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Der Skatstadt ist ein historischer Coup geglückt. Das Schlossmuseum bekommt über 5000 meist seltene Spielkarten aus aller Welt. Sie stammen von Franz Braun, einem Sammler aus Köln, der kürzlich verstarb. Den Ankauf fädelte der bekannte Altenburger Spielkarten-Experte und Forscher Gerd Matthes ein, der von den Erben des Kölners über dessen kleinen Schatz unterrichtet wurde, der offensichtlich im Keller lagerte.

Matthes sagte sofort zu, die Sammlung zu erwerben, auch damit sie nicht in andere Hände gelangte und transportierte sie vor 14 Tagen nach Altenburg, wo sie zunächst in seinem Wohnhaus untergebracht ist. Dabei handelt es sich um 230 Kartons, hinzu kommen zahlreiche Alben und Mappen.

Am Sonnabend übergab Matthes die Sammlung symbolisch an den Altenburger Schlossverein, der im Bachsaal sein 20-jähriges Bestehen feierte. Einen kleinen Teil der Spielkarten konnten die Anwesenden bereits in Augenschein nehmen.

Der Sammlungsbestand beinhaltet Spielkarten von Firmen aus aller Welt, von Asien über Amerika bis nach Europa. Die Spiele stammen aus den Jahren 1870 bis 2010. „Franz Braun hat mit seiner Sammlung einen weltumspannenden Überblick zeitgenössischer Spielkartengrafik nach der Industrialisierung zusammengetragen“, sagte Matthes der OVZ. Die Sammlung umfasst mehr als 5000 Spiele. Darin befinden sich neben vielen Kartenspielen aus deutschen Spielkartenfabriken auch Produkte aus Japan, Israel, der USA, Kanada, China, Russland, der UdSSR, Bulgarien, Norwegen, Schweden, Dänemark, Holland, England, Spanien Italien, Türkei, Griechenland, Tschechien, der CSSR, Polen und Rumänien. Dabei handelt es sich nicht nur um Skat, Doppelkopf, Whist, Bridge oder Rommé, sondern um jene Spiele, die in den jeweiligen Ländern Tradition haben. Meist sind es Spiele aus streng limitierten Auflagen, an die nur sehr wenige Sammler herankamen. Einer davon war Franz Braun, der regen Kontakt zu Bekannten seiner Zunft pflegte und wohl auch über Tauschgeschäfte an die begehrten Raritäten herankam.

Zum Ankauf gehören noch eine Grafikmappe mit originalen Abzügen aus der Spielkartenfabrik „Piatnik“ und eine Mappe vom Stralsunder Museum sowie einige limitierte Grafiken von Künstlern.

Der Kaufpreis für den gesamten Umfang beläuft sich auf 4500 Euro. Das Geld wird vollständig vom Schlossverein zur Verfügung gestellt, wie Vereinsvorsitzender Peter Friedrich am Sonnabend versicherte.

Der ideelle Wert liegt mit Sicherheit weit über diesem Betrag. Denn das Schloss- und Spielkartenmuseum kann damit seine Sammlung um wichtige Teile ergänzen und wächst auf über 20 000 Spiele an, womit sie eine der größten weltweit, von ihrem Spektrum allerdings wohl einzigartig auf dem Globus ist.

Hinzu kommt eine digitalisierte Datenbank, die aus den Karteikarten Brauns erstellt wurde. In den nächsten 14 Tagen sollen die Kartons in das Schloss transportiert und dort zunächst gesichtet werden. Wann die Öffentlichkeit die Spiele zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, ist im Moment nicht geklärt.

Von Jens Rosenkranz

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