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Altenburg findet für Migranten aus Nord keine zweite Gemeinschaftsunterkunft

Flüchtlingskrise Altenburg findet für Migranten aus Nord keine zweite Gemeinschaftsunterkunft

Das Landratsamt kommt bei der Suche nach einer zweiten Gemeinschaftsunterkunft nicht voran. Damit gelingt es nicht, vor allem Flüchtlinge aus Wohnungen in Altenburg-Nord in das neue zentrale Asylbewerberheim umziehen zu lassen. Die Kreisverwaltung rechnet damit, bis Jahresende keine neuen Migranten vom Land zugewiesen zu bekommen.

Dieser Wohnblock in der Ludwig-Hayne-Straße sollte eine Gemeinschaftsunterkunft werden. Die AWG lehnte einen Verkauf ab.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Das Landratsamt wird den Wohnraum für Flüchtlinge vorerst nicht signifikant senken, obwohl die Zahl abnimmt und der Kreis bis Jahresende vorerst wohl keine neuen Migranten aufnehmen muss. Das geht aus einer gestern herausgegebenen Presseerklärung der Kreisbehörde hervor. Anlass für die Meldung sei die anhaltende und immer wieder aufflammende Debatte über Asylunterkünfte, speziell in Altenburg-Nord, sagte Behördensprecherin Jana Fuchs.

Ziel sei es nach wie vor, eine weitere Gemeinschaftsunterkunft (GU) zu eröffnen, um dort einen Teil jener Asylbewerber insbesondere aus Altenburg-Nord unterbringen, die im Moment noch in Wohnungen leben. Bei der Suche nach einem geeigneten Gebäude tritt die Kreisbehörde allerdings seit Monaten auf der Stelle.

Der geplante Kauf eines leeren Wohnblockes in der Ludwig-Hayne-Straße kam nicht zustande (OVZ berichtete), da der Besitzer, die Altenburger Wohnungsgenossenschaft (AWG), das Gebäude nicht veräußern wollte. Und das, obwohl das Landratsamt zuletzt über 400 000 Euro geboten hatte. Trotz des Angebotes blieb die AWG bei ihren Plänen, den Wohnblock abzureißen und dort eine Grünfläche zu errichten. Das sieht der Beschluss der Genossenschaftsmitglieder vor, an den sich der Vorstand gebunden fühlt und der umgesetzt wird. Die AWG wollte angesichts der vorhandenen Probleme in Nord keine weiteren Flüchtlinge auf engem Raum konzentrieren, sagte Timo Schwanke, Technischer Vorstand der AWG, der OVZ.

Der Wohnblock in der Hayne-Straße war laut der gestern verbreiteten Erklärung angeblich von Rathauschef Michael Wolf (SPD) als Gemeinschaftsunterkunft ins Spiel gebracht worden. „Ich bin dem Altenburger Oberbürgermeister sehr dankbar, dass er uns bei der Suche nach einer potenziellen Gemeinschaftsunterkunft bisher so gut unterstützt hat“, wird Landrätin Michaele Sojka (Linke) in der Pressemeldung zitiert. Wolf selbst habe den teilsanierten Wohnblock für eine Nutzung als Gemeinschaftsunterkunft vorgeschlagen, sagte Sojka. Die gemeinsame Besichtigung mit ihm, der Wohnungsgenossenschaft und dem Landratsamt sei recht erfolgversprechend gewesen. Mit relativ wenig Aufwand hätte der fast leer stehende Block zu einer Gemeinschaftsunterkunft umgebaut werden können. Dass der Verkauf nicht zustande kam, bedauert Sojka: „Die Nachbarn hätten mehr Ruhe gehabt. Wir hätten ausreichend Freiflächen vor diesem Gebäude gehabt, einen Zaun ringsherum, und unsere Sozialarbeiter wären vor Ort gewesen“, sagte sie.

Damit geht die Suche nach einer GU nun weiter. Denn die Zahl der Flüchtlingsunterkünfte soll nicht reduziert werden. Bei dieser Entscheidung fühlt sich das Landratsamt durch ein Schreiben aus dem Bundeskanzleramt an die Landrätin vom September bestärkt. Der Koordinierungsstab Flüchtlingspolitik in Merkels Behörde hatte es abgelehnt, dass geschaffene Kapazitäten zur Flüchtlingsaufnahme, auch und vor allem in Altenburg-Nord, abgebaut werden. Trotz einer fehlender Prognose der Flüchtlingszahlen in diesem Jahr seien sich Bund und Ländern einig, die Aufnahmekapazitäten vorerst nicht wesentlich zu reduzieren. Anlass des Schreibens aus dem Kanzleramt war eine Einladung der Landrätin an Angela Merkel, wegen der Flüchtlingsproblematik das Altenburger Land zu besuchen.

Unklar bleibt, auf wie viele Flüchtlinge sich das Altenburger Land in Zukunft einrichten muss. Seit Anfang Juni hatte das Landesverwaltungsamt dem Kreis keine weiteren Bewerber zugewiesen. Der gestrigen Meldung zufolge leben derzeit 1151 Flüchtlinge hier, Ende August waren es noch 1184. Die Kreisverwaltung rechnet bis Jahresende nicht mit weiteren Personen, macht bei dieser Prognose allerdings eine Ausnahme: Weitere Zuweisungen blieben nur dann aus, wenn Deutschland keine neue größere Flüchtlingswelle erwarte, hieß es am Dienstag. Auch Frank Roßner, Chef des Landesverwaltungsamtes, hielt sich kürzlich mit einer Prognose zurück.

Die meisten Asylbewerber – Ende August waren es 947 – leben in Altenburg. In Nord wohnen derzeit 504, in Südost 147 Flüchtlinge, einige in der Stadtmitte. Der Landkreis betreut 61 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, 37 von ihnen leben in Heimen, 21 bei Verwandten, drei gelten als abgängig.

Von Jens Rosenkranz

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