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Altenburg gönnt Schmöllnscher Vorstadt neues Gesicht

Straßensanierung Altenburg gönnt Schmöllnscher Vorstadt neues Gesicht

Die Schmöllnsche Vorstadt wird komplett saniert. Am Dienstag billigte der Bauausschuss die Pläne für die Umgestaltung der wichtigen Zufahrt zur Altenburger Innenstadt. Läuft alles nach Plan, können die rund 330.000 Euro teuren Arbeiten an der Straße noch dieses Jahr beginnen.

Die Schmöllnschen Vorstadt in Altenburg soll zwischen Johannisgraben (rechts) und Puschkinstraße komplett saniert werden.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die Schmöllnsche Vorstadt ist ein Nadelöhr. Sobald dort jemand auch nur kurz zum Be- oder Entladen hält, wird es eng auf dem Weg in die oder aus der Altenburger Innenstadt. Das kommt schon deswegen häufig vor, weil sich in der Straße mit der Musikschule des Landkreises und einem Dönerladen zwei Publikumsmagneten befinden. Diese bieten zudem Anlass, gegen das Parkverbot zu verstoßen. Die Bushaltestelle der Stadtlinien I und Z und die Ampel an der Kreuzung zur Puschkinstraße tun ihr Übriges.

Kompletter Abriss und Neubau auf 108 Metern

Doch die Probleme und das ausgefahrene Pflaster könnten bald Geschichte sein. Denn die Verwaltung will der – neben der Johannisstraße – wichtigsten Zufahrt zur Innenstadt ein neues Gesicht verpassen. Um mit der Sanierung noch 2018 beginnen zu können, billigte der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss mit klarer Mehrheit am Dienstag entsprechende Pläne. Fünf Ausschussmitglieder stimmten dafür, eines dagegen, drei enthielten sich.

Demnach soll die Schmöllnsche Vorstadt zwischen Johannisgraben und Puschkinstraße komplett abgerissen und neugebaut werden. Dabei soll das Pflaster auf rund 108 Metern – wie im Johannisgraben – durch hellen Asphalt ersetzt werden. Auf beiden Seiten ist zudem ein zwei Meter breiter Fußweg geplant. Auch eine 2,70 Meter breite behindertengerechte Bushaltestelle sowie ein solcher Fußgängerüberweg sollen entstehen. Darüber hinaus sind vom Johannisgraben bis zur Musikschule stadtauswärts rechts sieben Parkplätze vorgesehen. Geschätzte Gesamtkosten: rund 330 000 Euro.

Variante mit mehr Parkplätzen, aber schmalerer Fahrbahn

Laut Verwaltung und Planern bietet diese Variante den Vorteil, dass gegenüber beiden anderen Möglichkeiten zwei zusätzliche Parkplätze entstehen und die Breite der Buswartefläche fast der Forderung von 2,75 Metern entspricht. Dafür ist aber die Fahrbahn mit 6,5 bis 7,75 Metern schmaler als bei den Alternativen (7,75-8,5 Meter). Dennoch könne die Straße selbst bei haltendem Bus „den Rückstau aus den beiden Fahrspuren“ vor der Ampel aufnehmen, heißt es. Die Straßenbreite ermögliche das „Nebeneinanderfahren Pkw/Pkw mit eingeschränkten Bewegungsspielräumen“. Heißt: Kommt ein Lkw, wird es knapp.

Um den Plan umzusetzen, muss auch die Treppe des privaten Hauses Nummer 15 verändert werden, weil sie sich zum Teil auf dem Gehweg befindet. „Entweder wir verlagern sie ins Haus oder machen drei Stufen zu je 19 Zentimetern statt bisher fünf oder sechs unterschiedlich breiten“, sagte Planerin Ulrike Pautzsch. Auf Nachfrage erklärte Bürgermeisterin Kristin Moos, dass der Eigentümer dabei „eine gewisse Gesprächsbereitschaft zu zeigen“ hat, weil er mit seinem Eigentum öffentliche Fläche nutze.

Diskussion um Parkplatzgestaltung

Die größere Diskussion gab es aber um die Gestaltung der Parkplätze. Waren diese ursprünglich aus Pflaster vorgesehen, schwenkte die Stadt aus Kostengründen und wegen des geringeren Pflegeaufwands auf markierten Asphalt um. Das aber fiel bei der Mehrheit im Bauausschuss durch. Aus ästhetischen Gründen im Vergleich zur relativ geringen Kostenersparnis von 4400 Euro einigte man sich auf Pflaster.

„Es ist wie mit vielen Dingen im Leben“, sagte Alexander Reichenbach (CDU) dazu. „Entweder man will es schön haben oder praktisch. Und wir haben uns für schön entschieden.“ Ein einheitliches Bild zur Umgebung befürwortete auch Ausschusschef Peter Müller (Pro Altenburg): „Es soll die Verlängerung von Teichstraße und Schmöllnschen Straße darstellen, wo die Parkplätze schon so aussehen.“

Formfehler bei erster Abstimmung

Allerdings war man bei der ersten Diskussion Anfang Januar etwas vorschnell und vergaß, vor der eigentlichen Abstimmung den Änderungsantrag zu beschließen. Folglich war das Votum ungültig und musste am Dienstag erneut durchgeführt werden. Immerhin ist die Finanzierung inzwischen geklärt. Das Loch im Haushalt stopfte sich wie von selbst. Weil die Stadt den Parkplatz Teichstraße mit sanierungsbedingten Einnahmen bezahlt, wurden die Mittel für die Schmöllnsche Vorstadt frei.

Von Thomas Haegeler

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