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Altenburg gründet Bündnis gegen Drogen

Altenburg gründet Bündnis gegen Drogen

Anlass der Aktion sei die für den OB feststehende Tatsache, dass sich weite Teile der Bevölkerung durch die zunehmenden und in Zusammenhang mit Drogenbeschaffung stehenden Einbruchsdelikte verunsichert fühlen.

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Verkündeten gestern im Altenburger Rathaus die Gründung eines kriminalpräventiven Rates: Richter Sandy Reichenbach, Polizeichef Andreas Pöhler, Landrätin Michaele Sojka (Linke), Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), Oberstaatsanwalt Thomas Villwock und Amtsgerichtsdirektor Henning Sievers (v.l.).

Quelle: Mario Jahn

Wolf bestätigte ein immer dreister werdendes Vorgehen, da die Einbrecher selbst vor Schulen, Kitas oder anderen öffentlichen Gebäuden nicht mehr zurückschrecken. "Hier ist Schwelle überschritten. Davor die Augen zu verschließen, ist der falsche Weg", warnte er. Wolf wies aber auch darauf hin, dass dieses Problem im Altenburger Land nicht größer sei als in vergleichbaren Regionen Mitteldeutschland. Dies werde von einigen möglicherweise anders empfunden, habe mit der Realität aber nichts zu tun, sagte der OB. Zahlen für diese These konnten allerdings weder Wolf noch Altenburgs Polizeichef Andreas Pöhler präsentieren.

 

Von einer massiven Zunahme von Taten mit einem Drogenhintergrund seit etwa fünf Jahren sprach dagegen der Direktor des Altenburger Amtsgerichts. Hennig Sievers warnte von immer jünger werdenden Drogenkonsumenten, einer leichten Einfuhr und einer hohen Rückfall-Quote nach Verurteilung und Entziehung. "Hier entwickelt sich eine Zeitbombe", warnte Sievers, der ebenso kritisierte, dass mit Prävention nicht schon früher angefangen worden sei. Denn wenn die drogenabhängigen Straftäter vor Gericht landen, sei es bereits zu spät.

 

Deshalb will der kriminalpräventive Rat vor allem die Prävention verstärken und die Hilfsangebote für diejenigen verbessern, die sich aus der Drogensucht befreien wollen. Akteure sind neben Stadtverwaltung und Landratsamt Polizei, Staatsanwaltschaft, Amtsgericht, Schulen und therapeutischen Einrichten. Hier soll eine bessere Vernetzung und mehr Informationsaustausch hergestellt werden, um schneller und effektiver zu handeln und die finanziellen Resourcen zielgerichteter einzusetzen. Die Zusammenarbeit bedeute ein Bekenntnis der Akteure, dass Handlungsbedarf besteht.

 

Sandy Reichenbach, Vorsitzender des Erwachsenen-Schöffengerichts am Amtsgericht erhofft sich in der fortan schnelleren Kommunikation zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und seinem Haus Vorteile, zum Beispiel wenn Täter vor Gericht stehen, gegen die weitere Verfahren laufen, aber noch nicht angeklagt sind. Auch der Zeitraum zwischen Ermittlung, Anklage und Prozesseröffnung soll verkürzt werden. "Die Strafe muss der Tat auf dem Fuß folgen", forderte Oberstaatsanwalt Thomas Villwock.

 

Darüber hinaus nahm der Oberbürgermeister vor allem die Eltern in die Pflicht, deren Funktion der Staat nicht ersetzen könne. "Eltern tragen die Hauptverantwortung bei der positiven Entwicklung ihrer Kinder." Eine stärkere Rolle in der Vorbeugung soll ebenso den Schulen zukommen, die mitteilen sollen, in welcher konkreten Form sie Hilfe brauchen. Voraussetzung dafür aber sei, dass sie sich dem Problem stellen und sich von der Angst lösen, dass ihr Ruf leiden könne, wenn die Schule mit dem Thema in Verbindung gebracht wird, sagte Landrätin Michaele Sojka (Linke).

 

Deutliche Worte fand der Oberbürgermeister, der von einer Selbstverständlichkeit sprach, dass der Schutz vor Drogen Bestandteil des Unterrichts sein muss und keine freiwillige Aufgabe sein darf. Wolf warnte freilich vor unrealistischen Erwartungen an das Bündnis. "Die Beschaffungskriminalität wird nicht über Nacht verschwinden." © Kommentar

Rosenkranz, Jens

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