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Altenburg Altenburg hebt Hundesteuer an
Region Altenburg Altenburg hebt Hundesteuer an
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11:15 04.11.2015
Auch die Altenburgerin Barbara Börngen muss für den zwölfjährigen Amadeo ab Januar mehr bezahlen. Den Spaß beim Ausführen lässt sie sich aber nicht nehmen. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Altenburg

Mit 31 Ja- und zwei Nein-Stimmen votierten die Stadträte bei zwei Enthaltungen für eine Anhebung der Steuer um 20 auf 70 Euro pro Jahr für jeden Erst-, um zehn auf 80 Euro für jeden Zweithund und um zehn auf 90 Euro für jedes weitere Tier. Allerdings erhöhen sich die Gebühren damit für Hundehalter in der Skatstadt erstmals seit 13 Jahren.

Begründet hatte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) seinen Vorstoß mit Verweis auf die Haushaltskonsolidierung. Neben der Einnahmen von zusätzlichen 27.000 Euro jährlich verfolgt der Rathauschef mit der Steuererhöhung aber auch ordnungspolitische Ziele. „Hier soll einer allzu umfangreichen Hundehaltung, insbesondere Mehrfachhundehaltung, und der damit verbundenen übermäßigen Verunreinigung des Stadtgebiets begegnet werden“, erklärte der OB. Wie er anhand dreier Gerichtsurteile belegt, darf die Kommune die Hundehaltung eindämmen, um „die Verunreinigung öffentlicher Straßen und Plätze und die Kosten“ für deren Reinigung „möglichst gering zu halten“.

Und weil Wolf weiß, dass ihm diese Maßnahme bei Hundehaltern wenig Freunde bringt, fügt er vorsorglich hinzu: „Die Hundesteuersätze haben auch nach deren Erhöhung keine erdrosselnde Wirkung.“ Der Steuersatz für den ersten Hund von 70 Euro liege im regionalen Durchschnitt. Die Sätze für weitere Tiere sollten die Anschaffung mehrerer Hunde erschweren. Insgesamt liege die Stadt Altenburg hier im Thüringer Vergleich im unteren Mittelfeld.

Das bestätigt ein vergleichender Blick auf die Zahlen. Während man in Erfurt für den Ersthund jährlich 108 Euro, in Gera 96 Euro und in Eisenach 84 Euro hinlegen muss, kommt man da mit künftig 70 Euro in der Skatstadt vergleichsweise günstig weg. Nimmt man allerdings nur das Altenburger Land liegt Altenburg an der Spitze. Hier reicht die Spanne von 20 Euro für Tier Nummer eins in Windischleuba über Rositz mit 45 und Schmölln mit 48 Euro bis hin zu Meuselwitz mit 60 Euro.

Relativ teuer werden im neuen Jahr in Altenburg hingegen Ersatzhundemarken bei Verlust der weiterhin kostenfreien Ersthundemarke. Diese können laut Beschluss bis zu fünf Euro pro Stück kosten (bisher zwei Euro). Eine exakte Höhe steht jedoch nicht fest. Das begründet Wolf mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand. Zwar liege der Sachwert nur bei 20 Cent, aber „von der Antragstellung im Sachgebiet Steuern bis zur endgültigen Verbuchung der Einnahme im Sachgebiet Stadtkasse“ müssten mehrere Mitarbeiter beteiligt werden. Die Ersatzmarken kosten im Kreis zwischen 1,50 Euro in Schmölln bis 2,50 Euro in den meisten anderen Kommunen. Im Rest von Thüringen werden hierfür aber bis zu zehn Euro fällig.

Von Thomas Haegeler

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