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Altenburg im Freudentaumel. Motor gewinnt Neujahrsturnier im Pflug

Altenburg im Freudentaumel. Motor gewinnt Neujahrsturnier im Pflug

Das Fußball-Neujahrsturnier vom SV Lok Altenburg zählt schon seit Jahren zu den sportlichen Aushängeschildern in der Skatstadt sowie im Landkreis.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Jörg Wolf

Gestern, zur 15. Auflage des Budenzaubers, war erneut alles trefflich angerichtet. Acht teilweise namhafte Mannschaften waren angetreten: Der ZFC Meuselwitz lief mit etlichen Regionalligaspielern auf. Aus der Oberliga gaben die zweiten Mannschaften von Carl Zeiss Jena, dem mehrfachen Turniersieger Erzgebirge Aue und FC Gera ihre Visitenkarten ab. Aus den Verbandsligen Sachsen und Thüringen wirbelten die Männer des SV Borna und die Lokalmatadoren von Motor Altenburg übers Parkett. Und aus der Regionalklasse gastierte erstmals der SV Ehrenhain beim Turnier.

Außenseiterchancen rechneten sich natürlich auch die Jungs vom Gastgeber, vom Kreisligisten Lok Altenburg, aus. "Die Mannschaft brennt auf jeden Fall darauf, vor so einer Kulisse gegen so namhafte Teams auflaufen zu dürfen. Und vielleicht gelingt uns ja die eine oder andere Überraschung, obwohl da schon alles zusammenpassen müsste. Wir wollen einfach Spaß haben", meinte Lok-Mannschaftsleiter Sebastian Dähne. Eine tolle Kulisse erlebten auch die Lok-Kicker bei insgesamt 900 Zuschauern. Manuel Schacke gelang immerhin der Ehrentreffer für die Underdogs, als er gegen den Oberligisten Gera zeitweise zum 1:1 ausgleichen konnte.

Das wird auch Cheforganisator Werner Osten gefreut haben, der scheinbar immer überall gleichzeitig war und der sich auf 40 fleißige Helfer verlassen konnte, die die umfangreichen flankierenden Aufgaben bei so einem Turnier erledigten. "Trotzdem finde ich bei den vielen Aufgaben manchmal Zeit, den Spielen zuzuschauen" sagte er.

Eine besondere Augenweide auch für Osten waren die Fußballkünste der bekanntesten Mannschaften. "Als gebürtiger Jenaer bin ich ja auch besonders stolz, Carl Zeiss wieder hier zu haben", sagte Osten in einer kurzen Pause.

Auf dem Parkett lief derweil Budenzauber der Extraklasse. Jena und Aue schlugen technisch die feinsten Klingen. Motor Altenburg brachte den mit Abstand meisten Anhang in die Halle und enttäuschte ebenfalls nicht. Turnierneuling Ehrenhain hingegen blieb chancenlos und wurde nur Gruppenletzter. "Es hat hier aber trotzdem einen Riesenspaß gemacht. Immerhin musste ich wegen Verletzungen und witterungsbedingt auf viele Stammspieler verzichten, weshalb heute eine junge B-Mannschaft im Einsatz war. Wir kommen auf jeden Fall gern wieder", sagte der Trainer des Regionalklassisten, Frank Weidner, nach der Vorrunde. Der ZFC Meuselwitz, der mit vielen Spielern der zweiten Vertretung antrat, konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Für ihn blieb nur das Spiel um Rang fünf.

In der Hauptrunde verwandelte sich die Halle in einen Hexenkessel, als beim zweiten Halbfinale Motor Altenburg auf Jena traf. Sekunden vor Schluss gab es beim Stand von 1:0 für Jena eine folgenschwere Rangelei im Jenaer Strafraum. Jenas Keeper Steven Braunsdorf riss einen Altenburger rüde um und sah Rot. Den Strafstoß zum Altenburger Ausgleich kurz vor Ultimo verwandelte Jens Wuttke sicher. Die Halle kochte. Es kam zum entscheidenden Strafstoßschießen, das Altenburg mit 4:3 für sich entschied und ins Finale einzog. Recht unspektakulär verlief das erste Halbfinale, in dem sich Erzgebirge Aue klar mit 4:1 gegen den SV Borna durchsetzte.

"Die Stimmung ist toll", konstatierte ein sichtlich zufriedener Cheforganisator Werner Osten angesichts des Hexenkessels. Stimmungsvoll, aber friedlich war es auch das gesamte Turnier über. Wohl auch, weil die Polizei etwa 30 angereiste Auer Fans sofort am Einlass abfing - unter ihnen galten etliche als gewaltbereit.

Auch das Finale erlebte viele Emotionen. Motor mit seinen Fans im Rücken trat gegen Pokalverteidiger Aue an und bot erneut eine rassige Partie. Aue ging durch den späteren Torschützenkönig Sascha Weirauch beizeiten in Führung. Aber Patrick Reichel schaffte den Ausgleich. Und Motor hatte weitere Chancen, den fünfmaligen Sieger zu stürzen.

Zur Schlusssirene stand es weiter 1:1. Ein zweites Mal suchte Motor die Entscheidung im Neunmeterschießen. Jeweils drei Schützen traten an den Punkt. Und 15.10 Uhr gab es für die Schwarzgelben kein Halten mehr: Motor-Torwart Jens Colditz hatte soeben den zweiten Auer Schuss gehalten und damit den Pokalsieg von Motor gesichert. Der Rest war Jubel pur.

Bester Torwart wurde Steven Braunsdorf von Carl Zeiss Jena, bester Spieler Sascha Weirauch von Erzgebirge Aue. Der gewann mit sechs Treffern auch die Torjägerkrone.

Für die Qualität des Turniers sprechen auch 76 Tore, die in den 18 Spielen erzielt wurden.

Vorrunde

SV Motor Altenburg - 1. FC Gera 4:1

ZFC Meuselwitz - SV Borna 0:1

FC Erzgebirge Aue II - Lok Altenburg 3:0

FC Carl Zeiss Jena II - SV Ehrenhain 4:0

Motor Altenburg - Erzgebirge Aue II 2:4

ZFC Meuselwitz - Carl Zeiss Jena 0:2

FC Gera - Lok Altenburg 3:1

Motor Altenburg - Lok Altenburg 4:0

ZFC Meuselwitz - SV Ehrenhain 5:3

FC Gera - Erzgebirge Aue II 1:6

SV Borna - Carl Zeiss Jena II 0:1

 

Halbfinals

Erzgebirge Aue II - SV Borna 4:1

Motor Altenburg - Carl Zeiss Jena II 4:3 (1:1) nach Neunmeterschießen

 

Platzierungsspiele

um Rang 7

Lok Altenburg - SV Ehrenhain 1:2

um Rang 5

FC Gera - ZFC Meuselwitz 2:4

um Rang 3

SV Borna - Carl Zeiss Jena II 1:3

 

Finale

Erzgebirge Aue II - Motor Altenburg 2:3 (1:1) nach Neunmeterschießen

 

 

 

 

Staffel A

1. Erzgebirge Aue II 13: 3 T. 9 P. 2. Motor Altenburg 10: 5 T. 6 P. 3. FC Gera 5: 11 T. 3 P. 4. Lok Altenburg 1: 10 T. 0 P.

Staffel B

1. Carl Zeiss Jena II 7: 0 T. 9 P. 2. SV Borna 2: 1 T. 6 P. 3. ZFC Meuselwitz 5: 6 T. 3 P. 4. SV Ehrenhain 3:10 T. 0 P.

 

 

 

 

 

 

 

Wie hat Ihnen das Turnier hier in Altenburg gefallen?

Organisatorisch war hier alles perfekt. Meine Hochachtung. Und außerdem haben wir guten Sport erlebt sowie ein sehr sachkundiges wie objektives Publikum gehabt. Mir hat es sehr gut gefallen.

Stichwort Altenburg. Wann hatten Sie letztmalig sportlich hier zu tun?

Ach, da muss ich erst einmal nachdenken. Auf jeden Fall ist das schon Jahre her und muss vor der Wende gewesen sein. Vermutlich mit Carl Zeiss Jena. Also ich bin sehr gerne wieder hierhergekommen.

Wie bewerten Sie das Abschneiden Ihrer Mannschaft?

Sie spielen sicher auf die knifflige Szene im Halbfinale an, als wir erst unseren Torwart und dann das Spiel verloren. Ehrlich gesagt war meine Truppe selber schuld. Die hat sich selber besiegt. Denn Sekunden vor der Schlusssirene und in Überzahl macht man solche Sachen einfach nicht mehr. Aber wir sind bis ins Halbfinale gekommen und haben dann den dritten Platz erkämpft, womit wir zufrieden sind.Interview:

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