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Altenburg US-Amerikaner besuchen Orte ihrer Vorfahren in und um Altenburg
Region Altenburg US-Amerikaner besuchen Orte ihrer Vorfahren in und um Altenburg
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00:18 07.05.2017
James Richard Harris, Pamela Harris Tyson und Eckard Kochmann (v.l.) besuchen Orte ihrer Vorfahren in und um Altenburg. Eine Station ist auch das Schloss Altenburg.  Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

 Auf die Spuren ihrer Vorfahren machten sich am vergangenen Sonnabend Pamela Harris Tyson, ihr Vater James Richard Harris und Eckard Kochmann. Das besondere an diesem Familienausflug: Die beiden erstgenannten reisten dafür extra über den Atlantik, aus dem US-Bundesstaat Virginia nach Altenburg. Eckard Kochmann musste einen nicht ganz so weiten Weg zurücklegen – er lebt im schleswig-holsteinischen Neumünster.

Aber wie kam es zu dieser Reise? „1994 begann ich bereits mit der Suche nach Familienmitgliedern, die aus meiner väterlichen Linie stammten, und fand diese in den USA. In diesem Zusammenhang erzählte mir auch meine Mutter, dass sie Vorfahren habe, die in die Vereinigten Staaten ausgewandert seien.“ Der ehemalige Berufsschullehrer nahm die mögliche Spur auf und mit Hilfe einer bereits aufgespürten Verwandten seines Vaters in den USA verfasste er einen Beitrag für eine Internetseite. „Das war 2003“, erinnert er sich. Und er weiß es genau. Alle bisher ermittelten Familienmitglieder sind in einem digitalen Stammbaum verzeichnet, dazu kommen alte Fotos aus der Familie und aus Archiven, sowie Passagierlisten.

„Ich sah die Anzeige von Eckard auf der Internetseite und schrieb ihn über die angegebene Mailadresse an. Ich machte mir aber keine großen Hoffnungen. Die Annonce war ja schon einige Jahre alt“, erinnert sich Richard Harris an den Tag im Jahr 2015. Aber die Mail fand ihren Weg bis zu Kochmann und schnell stellten sie fest: Wir haben einen gemeinsamen Vorfahren, den Zimmermann Friedrich Wilhelm Wagner aus Altenburg.

Im September 1883 waren er, seine zweite Ehefrau – aus dieser Verbindung stammt die Urgroßmutter von Kochmann – und eine der Töchter aus dieser Ehe von Bremen nach Baltimore in Maryland, aufgebrochen. Mit auf der Passagierliste noch eine siebenjährige Julie Wagner. Dann ging es von dort nach Richmond in Virginia.

„Welche Gründe dazu führten, dass die Familie von hier fortgegangen ist, darüber haben wir noch keine Erkenntnisse“, so Kochmann. Die Vermutung: Anna Clara Bertha Wagner, eine Tochter aus der ersten Ehe und die Vorfahrin von Pamela und Richard Harris, war bereits in die neue Welt aufgebrochen. „Vielleicht ging es ihr dort so gut, dass sie ihre Familie mit dem Gedanken, woanders ein neues Leben anzufangen, ansteckte“, mutmaßt Harris.

„Die Gelegenheit, die Orte unserer Vorfahren selbst zu sehen, wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen“, sagt Pamela Harris Tyson. „Man spürt eine Verbindung und versteht sich auch selbst ein wenig besser, wenn man weiß, wo die Wurzeln liegen.“ Was die Spurensuche in Altenburg noch viel interessanter macht: Die Orte der Vergangenheit sind zum größten Teil erhalten. „Wir waren im Nikolaikirchhof, wo die Wagners wohnten, in der Jüdengasse, wo sie ebenfalls lebten – und auch in der Hillgasse gibt es einen Nachweis ihres Wohnsitzes“, so Kochmann. „Außerdem waren wir in der St. Bartholomäikirche, wo viele aus der Wagner-Familie getauft wurden.“ Auch wenn seine Eltern vor dem Mauerbau nach Neumünster zogen, blieb er dem Osterland verbunden und besuchte hier seine Verwandtschaft mütterlicherseits. „Ich habe als Kind viele schöne Sommerferien in Altenburg und Umgebung verbracht“, so der 68-Jährige.

Warum die Familie so oft ihren Wohnsitz wechselte, vermutet Kochmann damit, dass es insgesamt 14 Kinder gab. Zwar haben nicht alle das Kindesalter überlebt, aber dennoch brauchte die Familie wohl eine Menge Platz.

Auch für die Familienmitglieder aus den USA ist es schön, all diese Orte zu entdecken. „Altenburg ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Bilder, die man im Internet finden kann, vermitteln in keiner Weise, wie toll es hier ist“, beschreibt Pamela Harris Tyson ihren persönlichen Eindruck. „Wir wollen gerne noch einmal herkommen und noch mehr sehen“, so die 46-Jährige, die in Texas lebt. Der Besuch ist nämlich nur ein kurzer. Schon am Montag ging es wieder zurück über den großen Teich.

Die Suche nach der Wagner-Familie ist indes noch lange nicht vorbei. „Es gibt noch eine Frieda Rosa Klara Wagner, sie hat einen Karl Weitze geheiratet. Sie hatten zwei Töchter und einen Sohn, Walter Weitze, der im Zweiten Weltkrieg gefallen ist“, führt Kochmann aus. „In den 1960er-Jahren lebte die Familie Weitze noch im größeren Umkreis von Altenburg.“ Vielleicht haben Kochmann und Pamela Harris und Richard Harris Glück und können bald noch ein Treffen mit weiteren Verwandten in Altenburg feiern.

 

Von Tatjana Kulpa

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