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Altenburg Altenburg löst Kita-Engpass dank Johannitern
Region Altenburg Altenburg löst Kita-Engpass dank Johannitern
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18:04 03.07.2018
Für die Kindertagesstätte, die ab September ins Förderzentrum Erich Kästner in Altenburg-Nord einziehen soll, muss unter anderem noch ein separater kindgerechter Zugang gebaut werden. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Die Stadt Altenburg hat den Engpass bei Kinderbetreuungsplätzen zunächst gelöst. Wie die Leiterin des Sozialreferats, Ines Quart, mitteilte, eröffnen die Johanniter voraussichtlich im September im Erdgeschoss des Förderzentrums „Erich Kästner“ im Stadtteil Nord eine neue Kindertagesstätte mit 30 Plätzen für über Dreijährige. Genau genommen handelt es sich bei dem Zusatz-Angebot um eine Erweiterung der bestehenden und nur einen Steinwurf entfernten Kita „Am Spielplatz“.

Nähe und Zeitpunkt machen Plan attraktiv

„Wegen der Nähe und der Synergien ist es sinnvoll“, begründete der Ostthüringer Johanniter-Regionalvorstand Uwe Werner das Vorhaben, mit dem die Spielplatz-Kita dann über 180 Plätze verfügt. Man übernehme auch das Konzept und die Gebühren der Einrichtung, stelle aber drei Erzieherinnen zusätzlich ein, die alle aus den Reihen der eigenen Auszubildenden kommen. „Ich bin guten Mutes, dass wir am 1. September eröffnen können.“ Der Zeitpunkt sei günstig. „Das neue Kita-Jahr beginnt und die Azubis sind gerade fertig.“

Betriebserlaubnis und Umbau fehlen noch

Zuvor muss aber noch eine Betriebserlaubnis beim Bildungsministerium beantragt und etwas umgebaut werden, was in den nächsten Wochen geschehen soll. Während die Genehmigung als Formalie gilt, muss beim Umbau vor allem ein separater kindgerechter Eingang her. Zudem wird das Außengelände mit einem Zaun von dem des Förderzentrums getrennt und die Toilettenbecken müssen getauscht werden. Ansonsten stehen noch Elektroarbeiten und die Einrichtung auf dem Plan. Denn in den Räumen in der Siegfried-Flack-Straße wurden laut Werner bereits früher kleinere Kinder betreut.

Altenburg schießt jährlich 170 000 Euro zu

Für die Kosten – wie Miete, Personal, Energie, Wasser und Reinigung – schießt die Stadt nach Verwaltungsangaben ab September 14 190 Euro pro Monat oder 170 280 Euro im Jahr zu. Das muss sie, weil die Johanniter die Kinderbetreuungsplätze in ihrem Auftrag bereitstellen. Der Betriebskostenzuschuss ist jedoch zunächst auf zwei Jahre begrenzt. Das wiederum liegt an dem ebenfalls auf 24 Monate befristeten Mietvertrag mit dem Landkreis, dem das Gebäude gehört. Dann wollen alle Parteien noch einmal nachdenken und sehen, ob der Bedarf dauerhaft besteht oder nicht.

20 000 Euro wohl zu wenig für Investition

Für die nötigen Investitionen zahlt die Stadt den Johannitern überdies noch einmalig 20 000 Euro aus der Infrastrukturpauschale. Obwohl sich die Arbeiten in Grenzen halten, rechnet Uwe Werner damit, dass das Geld nicht reichen wird. „Wir werden sehen, was wir in anderen Einrichtungen noch haben“, erklärte der Regionalvorstand der Johanniter dazu. „Im Zweifel nehmen wir noch ein paar Tausend Euro zusätzlich in die Hand.“

Referatsleiterin sieht Entspannung

Mit dem Johanniter-Angebot und zwei anderen Erweiterungen sieht Ines Quart das Problem der knappen Betreuungsplätze in Altenburg zumindest vorerst als gelöst an. „Es hilft, die größte Not zu lindern“, so die Leiterin des Sozialreferats. Durch die Schulanfänger entspanne sich die Situation zwar im September ohnehin, aber aufgrund weiter leicht gestiegener Geburtenzahlen werde es drei bis vier Monate später erneut eng.

Zwei weitere Kitas mit 22 Zusatz-Plätzen

Hier versprechen aber die dieses Jahr geplanten Anbauten der Kita Bärenstark des Klinikums Altenburger Land (plus zehn auf 80 Plätze) und der Kita Herzogin Amalie des Magdalenenstifts (plus zwölf auf 119 Plätze) Abhilfe. „Bisher haben wir immer eine Lösung gefunden, mussten noch niemanden wegschicken“, zeigte sich Quart zuversichtlich. Aber bei Zuzug werde es schnell wieder knapp.

Zuzug von Flüchtlingen sorgt für Engpass

Vor allem durch den Zuzug von Flüchtlingsfamilien waren Kita-Plätze in Altenburg zuletzt zur Mangelware geworden. Wenn alle ihren Anspruch geltend gemacht hätten, hätten dieses Jahr 50 bis 80 Plätze gefehlt. Um das Defizit auszugleichen, geriet – neben den geplanten Erweiterungen – das Förderzentrum schnell in den Fokus. An dem sich anschließenden Interessenbekundungsverfahren hatte sich neben den Johannitern auch die Lebenshilfe beteiligt, war dann aber kurzfristig ausgestiegen.

Von Thomas Haegeler

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