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Altenburg Altenburg macht 200 000 Euro für Reparatur von Schlaglöchern locker
Region Altenburg Altenburg macht 200 000 Euro für Reparatur von Schlaglöchern locker
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18:18 28.03.2017
Trotz Schäden wie diesem wird die Siegfried-Flack-Straße in Altenburg-Nord nur provisorisch geflickt. Für eine tiefergehende Reparatur fehlt das Geld. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Altenburg macht ernst und rückt den Schlaglöchern zu Leibe. Wie vor drei Wochen von Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) angekündigt, beginnen am Donnerstag auf den Straßen der Skatstadt die Arbeiten mit Heißmischgut. Für die Reparatur von Winterschäden nimmt die Kommune laut Rathauschef fast 130 000 Euro mehr in die Hand als ursprünglich geplant. Insgesamt investiert man knapp 200 000 Euro.

Man habe eigentlich nur 70 000 Euro im Budget der Stadtwirtschaft für das Ausbessern von Schlaglöchern veranschlagt, erklärt der OB auf OVZ-Nachfrage. „Die Zahl ist ohnehin zu niedrig gewesen, aber mehr konnten wir uns nicht leisten. Der Bedarf ist deutlich größer.“ Das bestätigte die Sichtung der Schäden durch die Mitarbeiter des Referats Stadtwirtschaft im Januar und Februar. Deshalb habe man im Anschluss daran entschieden, die Summe für das bloße Zuschmieren von Schlaglöchern durch interne Umverteilung im Referatsbudget auf 90 000 Euro zu erhöhen.

„Dafür kommen Maßnahmen wie neues Fußwegpflaster nicht in der Höhe, wie sie geplant waren“, sagt der OB. Man hätte weitere Löcher für einige Zehntausend Euro schließen können, habe sich aber statt bloßer Verfüllung und aufgrund der Art der Schäden an acht Stellen für großflächigere Ausbesserungsarbeiten entschieden.

„Das heißt, wir machen einen größeren Schnitt, fräsen von Teilen einzelner Straßen drei bis vier Zentimeter herunter und machen großflächiger neuen Asphalt darüber“, erklärt der Referatsleiter Stadtwirtschaft, Denis Anders, das Vorgehen bei schwierigen Bereichen wie Schlaglochketten oder entlang Stücken, die schon einmal wegen Leitungseinbau offen waren. Dies geschieht auf der Wettiner Straße bis zur Bahnhofstraße stadteinwärts etwa auf einer Breite von zwei bis drei Metern. „Dasselbe in der Stauffenbergstraße am Rand von Kaufland bis zur Elie-Wiesel-Straße“, so Anders. Hinzu kommen noch die Offenburger Allee in Höhe der Kreuzung zur Gerhart-Hauptmann-/Eisenbahnstraße und dann stadtauswärts bis zur Schulstraße sowie Teile der Albert-Levy-Straße, der Pappelstraße, der Uhlandstraße an der Kreuzung zur Münsaer Straße, der Zeitzer Straße vor dem Goldenen Pflug und die Kreuzung Friedrich-Ebert-/Lindenaustraße.

Das erhöhte die nötige Summe um 100 600 Euro auf fast 200 000 Euro. Um das Geld schnellstmöglich aufzutreiben, schob Wolf Geld im Haushalt hin und her und sparte es an anderer Stelle ein. Heißt konkret: Der grundhafte Ausbau der Geschwister-Scholl-Straße im Anschluss an die Maßnahme des Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebes kann nicht gemacht werden, und auch beim Gehwegprogramm in Nord und anderswo wird gestrichen. Zudem gibt es einen Messebesuch weniger.

„Das ist der Preis dafür, aber wir müssen reagieren“, so der OB. „Wir haben das Geld nicht, stoppeln es uns zusammen. Das tut weh, aber Straßenreparatur ist wichtig.“ Die damit verbundene Gefahr für Leib und Leben erlaubt dem Stadtoberhaupt auch die Ausgabe ohne beschlossenen Haushalt. Zudem sei Wolf lieber, dass acht Stellen vernünftig und haltbarer gemacht werden als vieles nur provisorisch, was bei der nächsten Temperaturschwankung wieder aufbreche.

Die einfachen Schlaglochreparaturen werden parallel dazu – je nach Bedarf – im gesamten Stadtgebiet durchgeführt. Bis Ende Mai sollen die acht größeren und unzähligen kleineren Reparaturen laut Anders abgeschlossen sein. „Die Erfahrung sagt aber, es geht weiter“, meint der Referatsleiter. Dass die völlig löchrige Siegfried-Flack-Straße nur geflickt statt großflächig repariert wird, begründet Anders damit, dass man nur dafür das gesamte Budget gebraucht hätte.

Von Thomas Haegeler

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