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Altenburg Altenburg nimmt weniger Geld durch Strafzettel ein
Region Altenburg Altenburg nimmt weniger Geld durch Strafzettel ein
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08:05 14.03.2018
In Altenburg sind 2017 deutlich weniger Knöllchen fürs Falschparken verteilt worden als in den Jahren zuvor. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Die Stadt Altenburg hat 2017 deutlich weniger Geld durch Knöllchen eingenommen als im Jahr zuvor. Wie die Verwaltung auf OVZ-Nachfrage mitteilte, gingen die sogenannten Einnahmen aus dem ruhenden Verkehr um fast ein Viertel zurück. Demnach nahm man im abgelaufenen Jahr durch Parkverstöße etwa 112 000 Euro ein. 2016 spülten die Knöllchen noch circa 147 000 Euro ins Stadtsäckel.

Keine gesicherten Gründe für Rückgang, aber viele Möglichkeiten

„Über die Gründe liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor“, sagte Rathaussprecher Christian Bettels zu den rückläufigen Zahlen. Es sei aber anzunehmen, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. „So könnte es einfach sein, dass weniger häufig falsch geparkt wird.“ Die im Frühjahr 2016 eingeführte sogenannte Brötchentaste, dank der eine halbe Stunde kostenlos geparkt werden kann, habe sicher dazu beigetragen, dass weniger Verstöße zu ahnden waren. „Schließlich ist 2017 personalbedingt insgesamt weniger kontrolliert worden.“

Dass dies und die Brötchentaste die Hauptursachen für den Rückgang sind, belegt auch ein Blick weiter zurück. Denn bereits 2015 hatte die Stadt knapp 700 Knöllchen weniger verteilt als noch im Jahr davor. Zeitgleich waren die Einnahmen der Verwaltung von 213 000 auf 193 000 Euro zurückgegangen. Im Jahr der Einführung des kostenlosen Kurzzeitparkens brachen die Einnahmen dann sogar um rund 46 000 Euro ein.

OB und Ordnungsamtschef: Keine Abzocke

Darin sehen der Leiter der Ordnungskräfte, Lutz Meyner, sowie Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) wiederum einen Beleg dafür, dass Autofahrer in Altenburg nicht abgezockt werden. Doch genau das werfen Einwohner und Gäste der Verwaltung immer wieder vor (die OVZ berichtete). Zuletzt hatte eine zu große und mit Werbung versehene Parkscheibe für Furore gesorgt. Deswegen hatte der Ordnungsdienst eine Frau bestraft und ihr ein Verwarngeld von zehn Euro aufgedrückt. Als sie sich wehrte, ging die Sache vors Amtsgericht. Das wiederum gab der Verwaltung zwar prinzipiell Recht, stellte das Verfahren aber wegen fehlender Verhältnismäßigkeit ein.

Bisher selten genutzt wird hingegen die Ende 2016 eingeführte Online-Zahlfunktion bei Knöllchen. Laut Stadt wurden etwa fünf Prozent der Verwarngeld-Fälle so bezahlt. „Da ist Luft nach oben“, erklärte Bettels. „Wir hoffen, dass das bekannter wird. Denn die Vorteile liegen für beide Seiten auf der Hand.“ So haben die Knöllchen in Altenburg in der Regel einen Code, mit dem man Details zum Verstoß auf der Internetseite der Stadt abrufen und auch gleich die fällige Gebühr begleichen kann. Der offizielle Bescheid entfällt dadurch, was Papier, Zeit und Arbeit spart. Bettels: „Alles Neue braucht eben etwas Zeit.“

Von Thomas Haegeler

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