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Altenburg Altenburg revolutioniert das biedere Knöllchen
Region Altenburg Altenburg revolutioniert das biedere Knöllchen
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19:00 22.12.2016
Die Ordnungsamts-Mitarbeiterin zeigt’s im Vergleich: oben das bisherige Knöllchen mit Parkverbotssymbol, darunter das künftige Exemplar. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Die Stadtverwaltung Altenburg revolutioniert das altbekannte Knöllchen. Ab Januar hat der ungeliebte Zettel ganz neue Online-Qualitäten, wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitteilte. Ein paar Handgriffe am Handy oder Computer genügen, schon lässt sich die Parksünde schwarz auf weiß nachlesen. Und, wenn gewünscht, auch ganz schnell aus der Welt schaffen. Das Verwarngeld kann sofort bezahlt werden – ebenfalls via Internet oder persönlich in der Stadtverwaltung. Das neue Tempo verringert allerdings auch die Möglichkeit, Politessen um Erbarmen zu bitten.

Die Zeiten, in denen die Vollzugsbediensteten ihre Daten nur mit Zeitverzögerung ins städtische System einlesen konnten, sind mit dem Online-Knöllchen vorbei. Noch am Fahrzeug werden die Daten übertragen, bekommt das Knöllchen beziehungsweise die Parksünde ein Aktenzeichen – und ist damit nur gegen eine Zahlung erfolgreich zu tilgen. Das unscheinbare Zettelchen hat einen Code aus Zahlen und Symbolen, die es unverwechselbar machen. „Das spart uns Arbeitszeit und Papier“, erklärt Lutz Meyner, Ordnungsreferatsleiter im Rathaus. „Die Bearbeitung funktioniert effektiver, auch der Bürger spart Wege.“

Möglich macht’s ein neues Computerprogramm, das in der Stadtverwaltung eingeführt wurde. Damit verbunden ist ein Mehr an Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit. Wer will, kann sich über eine auf dem Knöllchen vermerkte Internetadresse und den speziellen Code bei der Stadt einloggen, direkt auf das Online-Portal der Bußgeldstelle. Dort sehen Falschparker, was ihnen konkret zur Last gelegt wird und wie teuer das Vergehen ist.

Noch schneller geht es mit dem sogenannten QR-Code, eine Matrix aus schwarzen und weißen Quadraten, die ebenfalls auf dem Knöllchen zu finden ist. Wer den Code mit dem Smartphone einscannt, landet sofort ohne Tipperei auf dem Bußgeld-Portal. „Dieses Online-Verfahren ist erprobt“, versichert Lutz Meyner. „Bei der Nutzung des Portals werden die Bankdaten der Stadt, das Aktenzeichen und der fällige Betrag automatisch angezeigt.“ Wer die Strafe binnen einer Woche online bezahlt, erhält keinen separaten Brief mehr von der Bußgeldstelle. Die Sache ist dann papierlos erledigt.

Potenzielle Nutzer gibt es reichlich: Allein 2015 wurden in Altenburg 14 800 Zettelchen hinter Scheibenwischer geklemmt – unter anderem in den Ortsteilen, vor allem aber in der Innenstadt, wo im verkehrsberuhigten Bereich das Parken nur auf den markierten Flächen erlaubt ist. Dieses Jahr wird die Zahl der Verwarngeldangebote – so heißen die Knöllchen offiziell – voraussichtlich etwas kleiner ausfallen, weil weniger Vollzugsbedienstete im Einsatz waren. Die genaue Bilanz soll Anfang 2017 veröffentlicht werden.

Und wem das Online-Zahlticket nicht geheuer ist, der muss sich nicht umstellen. „Für alle, die das Onlineangebot nicht nutzen, bleibt alles beim Alten“, so Meyner. Nach ein paar Tagen kommt dann ein Brief, verbunden mit der Option, sich gegen den Vorwurf zu wehren. Definitiv anders wird aber die Optik des neuen Knöllchens: Schwarzweiß statt in Farbe. Aus Kostengründen.

Von Kay Würker

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