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Altenburg Altenburg saniert für 1,35 Millionen Euro Fassade des Schlosses
Region Altenburg Altenburg saniert für 1,35 Millionen Euro Fassade des Schlosses
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05:00 27.04.2016
Bis Ende nächsten Jahres soll die derzeit bröckelnde und ergraute Fassade des Altenburger Residenzschlosses in neuem Glanz erstrahlen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Für Michael Wolf ist es „ein Meilenstein in der Sanierung unseres Schlosses“. Wenn der Altenburger Oberbürgermeister von der bevorstehenden Instandsetzung der zur Theaterkneipe „Kulisse“ zeigenden Westfassade des prägenden Bauwerks spricht, gerät er unweigerlich ins Schwärmen und zieht zuweilen sogar Parallelen mit dem Kölner Dom. „Das ist eine niemals endende Baustelle“, sagt der SPD-Politiker. „Mit dem Unterschied, dass am Kölner Dom schon Jahrhunderte gebaut wird, während es an unserem Schloss nur Jahrzehnte sind.“

Mit seiner Meinung steht der OB bei Leibe nicht alleine da. Wie Jürgen Fröhlich berichtet, erreichen ihn regelmäßig Anfragen von Bürgern und Gästen der Stadt, wann denn nun die stadtseitigen Fassadenteile des Residenzschlosses saniert werden. „Nachdem mit dem Dach der Schlosskirche die in den 1990er Jahren begonnenen  Arbeiten zur Instandsetzung  aller Dächer des Schlosskomplexes abgeschlossen sein werden, ist es nun endlich soweit“, sagt Altenburgs oberster Denkmalschützer. „Nach mehr als zwei Jahrhunderten beginnen in Kürze erstmals wieder grundlegende und umfassende Bauarbeiten zur Sicherung und Restaurierung der stadtseitigen Schlossfassade.“

Los gehen die aufwendigen Arbeiten an der Westfassade des sogenannten „Corps de Logis“ im Sommer. Kalkulierte Dauer: voraussichtlich bis Ende 2017. Damit das klappt, müssen in den nächsten Wochen und Monaten 1735 Quadratmeter Fläche – inklusive Natursteinsockel und Erkertürmen – und die Gewände von 80 Fenstern gesichert und denkmalgerecht restauriert werden. Dabei wird, nachdem das Spezialgerüst aufgestellt ist, an Sockel, Mauerwerk und Putz intensiv gewerkelt. Die Kosten für das Großprojekt belaufen sich laut Stadt voraussichtlich auf circa 1,35 Millionen Euro.

Zeitgleich mit den Arbeiten werden  Spezialisten die Fassade und diesen Teil der Schlossanlage auch baugeschichtlich untersuchen. Schließlich kann man – nach der Entfernung des Putzes – in der Fassade wie in einem Buch Veränderungen im Mauerwerk und sogenannte Baunähte herauslesen, wovon man sich neue Erkenntnisse zu den unterschiedlichen Bauetappen des Gebäudes erhofft. Das Schloss erhielt wohl um 1730 unter Leitung des Baumeisters Gottfried Samuel Vater seine heutige Form.

„Wir sind stolz, dass wir das in einer Zeit, in der man jeden Cent zweimal umdrehen muss und die Förderbedingungen immer schwieriger werden, dennoch geschafft haben“, so Wolf weiter. Allerdings wolle er diese Investition nicht dahingehend interpretiert wissen, dass man in Sachen Kommunalfinanzen auf hohem Niveau jammere. „Wir strampeln so lange, wie noch Blut durch unsere Adern fließt“, gibt sich der Rathauschef kämpferisch. Schließlich sei in den vergangenen 25 Jahren bereits viel passiert. So wurden unter anderem der Bahnhof, das Lindenau-Museum, das Mauritianum, das Landestheater, die Roten Spitzen, das Prinzenpalais im Schloss, die Türme der Stadt und viele private Objekte saniert.

Das kann Jürgen Fröhlich nur unterstreichen. „Die Stadt hat noch nie so schön ausgesehen wie jetzt“, erklärt er. „In einer historisch ganz kurzen Zeit ist ganz viel gemacht worden.“ Nicht zuletzt deswegen bezeichnet der Denkmalschützer die anstehende Fassadensanierung des Schlosses auch als „positives Fanal“. Wann immer er jemandem davon erzählt habe, glichen sich die Reaktionen, reichten „von cool bis geil. Alle waren begeistert.“ So kam er letztlich auch auf die Idee, den Baustart mit einem Bürgerfest zu feiern.

Stattfinden soll die Veranstaltung nach dem Aufbau des Fassadengerüstes, voraussichtlich am Freitag, dem 15. Juli 2016, unterhalb des Schlosses. Neben Informationen zum Bauvorhaben und dem offiziellen Startschuss zur Sanierung soll es dabei auch ein kleines Rahmenprogramm sowie Essen und Trinken geben. Daneben bemüht sich die Stadt Altenburg darum, nach der Westfassade auch weitere Teile der stadtseitigen „Gesichtes“ der Schlossanlage zu planen und zu bearbeiten.

Von Thomas Haegeler

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