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Altenburg Altenburg setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen
Region Altenburg Altenburg setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen
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00:18 25.11.2016
In Europa ist jede dritte Frau bereits Opfer körperlicher und sexualisierter Gewalt geworden. Quelle: Jan-Philipp Strobel
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Altenburg

Es ist eine erschreckende Zahl: In Europa ist jede dritte Frau bereits Opfer körperlicher und sexualisierter Gewalt geworden. Den größten Teil davon macht häusliche Gewalt aus. Bei Frauen ist sie noch immer die häufigste Ursache von Verletzungen – selbst vor Autounfällen. Zwischen dem 23. und 28. November wird in Altenburg ein Zeichen dagegen gesetzt: Mit einer Fahnenaktion am Rathaus, die unter dem Motto „Frei Leben – ohne Gewalt“ steht, soll der internationale Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ umrahmt werden.

Dieser Gedenktag wird am Freitag, den 25. November bundesweit in zahlreichen Städten und Gemeinden begangen. Von 10 bis 12 Uhr findet dazu eine öffentliche Aktion im Vorraum der Sparkasse Altenburger Land (Kornmarkt 1) statt. Dabei werden Informations- und Hilfsmaterialien verteilt sowie ein thematisch passender Kurzfilm vorgeführt. Auch in der Schmöllner Bibliothek neben dem Rathaus (Markt 1) findet diese Veranstaltung am selben Tag von 11 bis 13 Uhr statt.

Ziel der Aktion ist es, sowohl den Betroffenen und deren Angehörigen Hilfsangebote und mögliche Ansprechpartner zu vermitteln, als auch das Thema ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und Zivilcourage zu stärken. Initiiert wird die Aktion vom Altenburger „Netzwerk gegen häusliche Gewalt“, einem freiwilligen Zusammenschluss von Beratungsstellen, Anwälten, Institutionen und Ämtern des Altenburger Landes, das seit 2004 besteht.

Seit 2008 organisiert das Netzwerk jährlich eine neue Aktion, um ein Zeichen gegen häusliche Gewalt zu setzen. So wurden vor einigen Jahren unter dem Motto „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ etwa 1000 Einkaufstüten in den Geschäften am Altenburger Markt verteilt, auf denen die Telefonnummer der Institutionen abgedruckt waren, an die man sich als Opfer von häuslicher Gewalt wenden kann.

Zwar steht bei der Aktion die Gewalt von Männern an Frauen im Vordergrund, doch auch der umgekehrte Fall soll dabei nicht ausgeblendet werden. „Der Großteil häuslicher Gewalttaten wird von Männern gegen Frauen ausgeübt, es gibt aber auch eine nicht geringe Zahl von Männern, die Opfer häuslicher Gewalt werden. Die Dunkelziffer liegt hier wohl noch deutlich höher als bei Frauen, da die Männer noch mehr Scham empfinden und sich nicht melden. Die Interventionsstelle in Gera hat für Frauen und Männer aber gleichermaßen ein offenes Ohr“, so Bärbel Viertel vom Referat Soziales der Stadtverwaltung Altenburg und Mitverantwortliche der Aktion.

Der internationale Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ wurde erstmals 1981 von den Vereinten Nationen ausgerufen und geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabel in der Dominikanischen Republik. Sie wurden wegen ihres politischen Widerstandes gegen das Regime des Diktators Trujillo am 25. November 1960 vom Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet.

Von Christian Neffe

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