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Altenburg vergeigt Landesgartenschau 2024

Letzter Platz im Ranking Altenburg vergeigt Landesgartenschau 2024

Aus für Altenburg: Bei der Vergabe der Landesgartenschau 2024 wird die Skatstadt wohl keine Rolle spielen. Das geht aus einem internen Papier des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft hervor. Demnach landet Altenburg relativ abgeschlagen auf Rang vier der Jury-Liste. Dennoch gibt es in der Landesregierung ein Hickhack um die Vergabe, die verschoben wurde.

Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD, links) führt mit Stadträten die Jury über das für die Landesgartenschau 2024 vorgesehene Gelände. Doch das Thema hat sich nun erledigt.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Erfurt. Bei der Vergabe der Landesgartenschau (Laga) 2024 ist Altenburg offenbar aus dem Rennen. Dies geht aus einem internen Papier des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) hervor. Demnach sieht die für die Beurteilung der Kandidaten verantwortliche Jury die Skatstadt hinter den verbliebenen drei Mitbewerbern Leinfelde-Worbis, Mühlhausen und dem Städtedreieck Saalfeld-Rudolstadt-Bad Blankenburg relativ abgeschlagen auf dem vierten und letzten Platz. Als Gründe dafür werden nach OVZ-Informationen hauptsächlich die unklare und unsichere Finanzierung sowie die uneinheitliche öffentliche Meinung angeführt.

Laut dem Papier favorisiert die Jury Leinefelde-Worbis. 85 Prozent der Kriterien erfüllt die Kleinstadt im Eichsfeld in dem Expertenranking. Dahinter folgen Mühlhausen mit 70 und das Saaledreieck mit 69 Prozent. Altenburg kam dort auf 64 Prozent. Dennoch konnten und wollten sich nach OVZ-Informationen weder TMIL noch das Thüringer Kabinett auf einen der Kandidaten verständigen. Daher beschloss die Landesregierung auf ihrer Kabinett-Sitzung am 19. September, die öffentliche Bekanntgabe des Ausrichters der Laga 2024 auf Frühjahr 2018 zu verschieben. Ursprünglich sollte dies am Sonntag, zum Abschluss der 4. Laga in Apolda, geschehen.

Eine Entscheidung, die – wie diese Zeitung erfuhr – aus verschiedenen Gründen fiel. So hatten zwei der Bewerber bei der Finanzierung der Laga Mittel aus der Gebietsreform eingeplant, die nach der Absage derselben nun aber nicht mehr fließen werden. Dabei handelt es sich um den Sieger Leinefelde-Worbis und das drittplatzierte Saaledreieck. Zudem soll Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) interveniert haben, weil er dem Vernehmen nach das Trio Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg favorisiert. Die SPD hingegen plädiert für das von ihrem Parteigenossen Johannes Bruns geführte Mühlhausen.

Angesichts dessen will die Landesregierung nun noch einmal das Gespräch mit den Bewerbern suchen. Eine entsprechende Anfrage dazu ließ Regierungssprecher Günter Kolodziej am Montag jedoch unbeantwortet und verwies stattdessen „an das fachlich zuständige Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft“. Allerdings blieb auch dieses bis Redaktionsschluss eine Antwort schuldig.

Ungeachtet dessen war die Nachricht am Wochenende aufgrund von Medienberichten bereits nach Altenburg durchgedrungen. Infolgedessen zogen die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Laga 2024 ihr Anliegen am Montag schriftlich zurück. „Wir wollen jetzt, wo wir eigentlich schon sehr deutlich die Zeichen erhalten haben, dass Altenburg es nicht geschafft hat, vor allem die Stadtverwaltung entlasten“, begründete SPD-Stadtrat und stellvertretende Vertrauensperson des Bürgerbegehrens, Torsten Rist, diesen Schritt. „Wenn wir das Begehren aufrechterhalten, würde dann die Prüfung von Unterschriften und deren Gültigkeit folgen. Dies bedeutet die Bindung von Arbeitskraft.“ Das sei jedoch wegen der dünnen Personaldecke in der Verwaltung unangebracht. „Die Finanzierung war von Beginn an das Problem dieser Landesgartenschau und es scheint sich nun zu bestätigen.“

In Altenburg hatte es einen Streit um die Finanzierbarkeit gegeben. Dieser gipfelte darin, dass Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) gegen seinen Willen von der Mehrheit des Stadtrats beauftragt wurde, eine Bewerbung abzugeben. Wolf und die SPD-Fraktion sahen das Vorhaben als unfinanzierbar an, wobei der OB die Bewerbung anfangs noch befürwortet und beworben hat.

Von Thomas Haegeler

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