Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Altenburg verpasst die Landesgartenschau 2024
Region Altenburg Altenburg verpasst die Landesgartenschau 2024
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:16 15.05.2018
Die Landesgartenschau 2024 in Altenburg sollte vor allem im Bereich des Großen Teiches stattfinden. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Altenburg

Aus, vorbei, die Blütenträume sind geplatzt. In Altenburg wird 2024 keine Landesgartenschau stattfinden. Was seit Monaten im Raum stand, wurde am Dienstag offiziell. Ministerpräsident Bodo Ramelow und Infrastrukturministerin Birgit Keller (beide Linke) verkündeten in einer Regierungspressekonferenz, wer den Zuschlag für das florale Großereignis in sechs Jahren bekommt: Leinefelde-Worbis soll es sein. Die Bewerberstadt Mühlhausen, das Städtedreieck Saalfeld/Rudolstadt/Bad Blankenburg und auch Altenburg konnten sich nicht behaupten. „Alle vier Bewerber haben schlüssige und interessante Konzepte vorgelegt. Leinefelde-Worbis konnte sich letztlich mit der höchsten Bewertung durchsetzen, die wir anhand von Kriterien und einer Bereisung durch die Bewertungskommission getroffen haben“, sagte Keller. „Für die Investitionen im Kernbereich der Landesgartenschau stellen wir bis zu 5,2 Millionen Euro Landesmittel bereit.“

Leinefelde-Worbis punktet mit „Aussöhnung“

Die Kleinstadt im Landkreis Eichsfeld habe mit ihrem Konzept unter dem Motto „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ gegenüber den drei Mitbewerbern punkten können, teilte das Infrastrukturministerium mit. 85 Prozent der Kriterienvorgaben seien von der Kommune erfüllt worden. Zu den Prozentzahlen der anderen Bewerber äußerte sich das Ministerium auf Nachfrage nicht – nach OVZ-Informationen ist Mühlhausen Zweitplatzierter, gefolgt vom Städte-Trio.

Mühlhausen erhält Landwirtschaftsamt

Für Mühlhausen hielt die rot-rot-grüne Regierung am Dienstag ebenfalls einen Blumenstrauß bereit. Zwar klappt es nicht mit der Ausrichtung der Gartenschau 2024, jedoch soll die Stadt von der Landesregierung unter anderem in Form von Investitionsvorhaben und mit der langfristigen Ansiedlung von Landesbehörden unterstützt werden. „Das Landwirtschaftsamt Leinefelde wird im Jahr 2020 nach Mühlhausen verlegt. Die Mietverträge für das Justizzentrum mit dem Landgericht und der Staatsanwaltschaft in Mühlhausen werden bis zum Jahr 2030 verlängert“, hieß es auf Anfrage. Diese Förderung sei aber von der Landesgartenschau unabhängig. Es solle den strukturellen Nachteilen Rechnung getragen werden, die mit der Schließung des dortigen Bundeswehrstandortes einhergehen.

Das Ergebnis der jüngsten Kabinettssitzung kommt für Altenburg nicht unerwartet. Bereits im September vergangenen Jahres hatte die OVZ über ein internes Papier des Infrastrukturministeriums berichtet, in dem die Bewerber-Städte bewertet worden waren. Eine Expertenjury hatte die Kandidaten abgeklopft. Das Resultat entsprach jenem Ergebnis, das am Dienstag offiziell wurde. Weil sich die Regierung jedoch im Herbst noch nicht festlegen wollte, rückte das Thema in die Warteschleife.

No-Laga-Initiatoren froh über Entscheidung

Thomas Jäschke ist froh, dass die Karten nun endlich auf dem Tisch liegen. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins hatte mit Gleichgesinnten ein Initiativbündnis gegen die Laga ins Leben gerufen und Hunderte Unterschriften eingereicht. Mit den Signaturen sollte ein Bürgerentscheid über Altenburgs Bewerbung erzwungen werden. Dazu kam es nicht mehr, weil die Initiatoren angesichts der recht eindeutigen Bewertung im September ihr Anliegen als de facto gegenstandslos zurückzogen. „Wir werden jetzt nicht jubeln, aber die Entscheidung für Leinefelde-Worbis ist ein gutes Ergebnis für Altenburg“, sagte Jäschke am Dienstag. „Es bleibt uns erspart, an falscher Stelle Geld auszugeben. Der Einsatz für Altenburg wäre zu hoch gewesen, wir hätten die Gartenschau nur mit Krediten und Eingriffen in die Substanz stemmen können, was zulasten des viel versprechenden Projektes Spielewelt gegangen wäre.“ Das Gartenschau-Konzept bleibe ja erhalten und könne in kleinen Schritten umgesetzt werden.

Künftiger OB Neumann will an Ideen festhalten

Genau das hat Altenburgs künftiger Oberbürgermeister André Neumann (CDU) nun vor. Schließlich hatten sich die Stadtratsfraktionen von CDU, Linke, Pro Altenburg, Grüne/Stadtforum und FDP für die Bewerbung stark gemacht. „Es gibt richtig viele gute Ideen für das Areal am Großen Teich. Was möglich ist, sollte jetzt angegangen werden“, sagte Neumann am Dienstag. Und kann sich durchaus eine Bewerbung für eine Landesgartenschau nach 2024 vorstellen. „Dann allerdings mit mehr zeitlichem Vorlauf und mehr Bürgerbeteiligung.“

Von Kay Würker

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Traubenkirschenstrauch an der Bundesstraße 93 bei Primmelwitz ist komplett mit einem Netz überzogen. Verantwortlich für den weißen Schleier sind die Raupen der Traubenkirsch-Gespinnstmotte. Unzählige dieser nur wenige Millimeter großen Tiere haben die frischen grünen Blätter des Busches komplett abgefressen.

15.05.2018

Bei der 13. Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ im Jahr 2016 landete der Wilchwitzer Thomas Katrozan auf dem dritten Rang. Dann wurde es um den Sänger etwas ruhiger. Aber untätig war der 38-Jährige nicht: Jetzt erschien seine erste Single. Und Katze könnte sich durchaus vorstellen, bald wieder im Altenburger Land aufzutreten.

15.05.2018

Weil die Ansprüche nicht verjährt sind, muss die Stadtverwaltung Altenburg für eine angekaufte und erneut verpachtete Garage den ehemaligen Besitzer mit 2000 Euro entschädigen. So urteilte das Amtsgericht Altenburg vor einigen Tagen nach einer zweiten Verhandlung. Das Landgericht Gera hatte ein erstes Urteil des Amtsgerichts aufgehoben.

15.05.2018
Anzeige