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Altenburg will allein zahlen / Überraschendes Angebot von OB und Stadtrat an den Kreistag zur Theaterfinanzierung

Altenburg will allein zahlen / Überraschendes Angebot von OB und Stadtrat an den Kreistag zur Theaterfinanzierung

Im Ringen um die neue Theaterfinanzierung für die Jahre 2013 bis 2016 hat die Stadt Altenburg dem Landkreis Altenburger Land jetzt überraschend einen Vorschlag unterbreitet.

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Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Von Ellen Paul

Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) stellte dazu gestern gemeinsam mit Vertretern der CDU, der Linken und der SPD auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz einen entsprechenden interfraktionellen Antrag vor, der morgen dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorliegt.

Bislang finanzierten der Landkreis und die Stadt Altenburg den 40-prozentigen Anteil der zwei Gesellschafter - die Stadt Gera als dritter im Bunde bringt 60 Prozent auf - in ungleichem Verhältnis: Der Landkreis zahlt 26 Prozent und die Stadt 14 Prozent, obwohl der Landkreis und die Stadt jeweils 20 Prozent der Anteile halten. Dies stammt noch aus der Zeit der Fusion der Theater Altenburg und Gera Mitte der 90er-Jahre und war vom damaligen CDU-Oberbürgermeister und -Landrat so vereinbart worden. Vor allem in jüngster Zeit regte sich über dieses Missverhältnis bei Finanzierung und Stimmenanteil im Kreistag heftiger Unmut. Doch aus der Welt geschafft wurde das Problem nicht. Im Wahlkampf wollte niemand das heiße Eisen anfassen.

Nun gab es aber offenbar klare Signale aus dem Kreistag, vor allem von der CDU-Fraktion, aus diesem Grund am Freitag einer Zuschusserhöhung nicht zuzustimmen. Damit wäre die neue Theaterfinanzierung mit dem von Gesellschaftern und Gewerkschaften ausgehandelten Abschluss neuer Haustarife geplatzt. Dies hätte drastische Maßnahmen wie Spartenschließungen und Entlassungen zur Folge.

Das jedoch will Altenburgs OB unter allen Umständen verhindern. Deshalb zeigt sich die Stadt jetzt bereit, die zukünftigen notwendigen Zuschusserhöhungen allein zu tragen. Das sind 241 000 Euro im Jahr 2013 und steigert sich bis 2016 auf 308 000 Euro. Dann würde der Finanzierungsanteil der Stadt Altenburg 16,6 Prozent betragen. Der Kreis könnte hingegen bei seiner schon vor geraumer Zeit beschlossenen Finanzierung von 1,73 Millionen Euro jährlich bleiben. Einen sofortigen Übergang zu 20 Prozent ist nach Aussagen von Wolf nicht finanzierbar.

"Ich bin sehr optimistisch, dass wir mit diesem Kompromiss auch im Kreis die Finanzierung des Theaters rund bekommen", sagte er vor der Presse. Denn die Alternative wäre nicht nur für ihn ein schwer vorstellbares Szenario. Die Rückkehr zum Flächentarifvertrag hätte laut der neuen sogenannten unternehmerischen Entscheidung die Auflösung des Balletts und die Reduzierung des Orchesters auf 56 Musiker zur Folge. Im Frühjahr war noch von der Abwicklung der Sparten Schauspiel und Puppentheater die Rede, doch damit würde nicht genug Geld eingespart. Insgesamt müssten 45 Stellen im Haus durch betriebsbedingte Kündigungen und die Nichtverlängerung von Verträgen gestrichen werden.

Allein die Abfindungen schlagen mit rund vier Millionen Euro zu Buche. "Wir wollen mit unserem Geld aber Kultur fördern und nicht vernichten", appellierte Wolf an alle Abgeordneten in Altenburg und Gera, einer Zuschusserhöhung und dem Abschluss von Haustarifverträgen zuzustimmen. Gleichzeitig erwartet der OB vom Theater ein entsprechendes Angebot fürs Publikum. "Theater muss in beiden Städten gelebt werden." Das sei in den letzten Jahren in Altenburg leider nicht mehr der Fall gewesen.

Darin weiß sich Wolf mit der SPD, der Linken und der CDU im Stadtrat einig. Als einzige trägt die Fraktion Pro Altenburg den gemeinsamen Antrag nicht mit. Auf Nachfrage erklärte Wolf gestern, dass er nicht das Gefühl habe, dass die Fraktion für einen Haustarif ist. Dann brauche man auch nicht das Gespräch zu suchen. Aber es bestehe nach wie vor die Möglichkeit, sich zu beteiligen.

-Kommentar Seite 13

 

 

 

 

 

 

 

Warum ist Ihre Fraktion gegen einen neuen Haustarifvertrag?

Das sind wir ganz und gar nicht. Denn uns liegt der Fortbestand des Theaters sehr wohl am Herzen. Wir werden der Zuschusserhöhung zustimmen.

Wie kommt der Oberbürgemeister dann auf solch eine Interpretation?

Vermutlich, weil ich gefragt habe, wie es nach 2016 weitergeht. Denn wir schieben die Probleme der Strukturveränderung jetzt nur vor uns her. Diese Frage muss erlaubt sein, ohne als Gegner des Haustarifvertrags hingestellt zu werden.

Wie gehen Sie damit um, dass der OB Sie nicht gefragt hat, ob Pro Altenburg den interfraktionellen Antrag unterstützt?

Es ist mittlerweile unerträglich, wie der Oberbürgermeister unsere Fraktion ignoriert und sie bei wichtigen Entscheidungen außen vor lässt. Wir werden uns jetzt den interfraktionellen Antrag ansehen und beraten, ob wir ihm im Stadtrat zustimmen können. Aber vorher unterschreiben werden wir ihn wohl nicht. Wenn wir nicht gewollt sind, drängen wir uns nicht auf.

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