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Altenburg will deutsche Feinschmecker mit veganem Bio-Joghurt verwöhnen

Neue Lebensmittelfirma Altenburg will deutsche Feinschmecker mit veganem Bio-Joghurt verwöhnen

Claus Katzenberger, der ehemalige Chef der Käserei in Lumpzig, plant in einer neuen Firma in Altenburg die Herstellung von veganen Bio-Produkten wie Joghurt und Frischkäse auf der Basis von Mandel- und Cashew-Milch. Noch ist er in der Testphase. Die neuen Erzeugnisse sollen im Herbst an den Markt gehen.

Claus Katzenberger testet mit Lebensmitteltechnologin Anne Lienert ein neues Produkt. Richtiger Herstellungsstart ist im August oder September.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Sein grünes Namensschild am blütenweißen Kittel lässt keinen Zweifel. Ganz kommt Claus Katzenberger vom Altenburger Ziegenkäse nicht los, der aus Lumpzig kommt und ein grünes Logo trägt. 16 Jahre war der gebürtige Bayer aus Rott am Inn Chef der dortigen Käserei. Unter seiner Regie erlebte die vielfach prämierte Traditionsmarke einen neuen Aufschwung, wurden diverse Käse-Sorten von Rotkäppchen produziert. Nun geht der 54-Jährige neue Wege, die dafür sorgen könnten, dass Altenburg deutschlandweit mit neuen Lebensmitteln von sich reden macht.

Seit einigen Wochen tüftelt der Molkerei-Meister an seinen Produkten, die offiziell noch niemand kennt. Dafür hat er ein Gebäude zwischen dem Steinweg und der Geraer Straße in Altenburg aufgemöbelt, in dem nach dem Mauerfall zunächst ein Tengelmann-Supermarkt einzog, danach ein Teppich- und ein Kaminhandel, ehe der Flachbau zwischen den umliegenden Wohnhäusern leer stand. Vom pieksauberen Spezialboden in der Produktionshalle könnte man essen, auch alle anderen Räume – wie Lager- und Kühlbereiche – entsprechen den höchsten Anforderungen, denen ein Lebensmittelhersteller genügen muss. Dafür und in die neue Technik hat Katzenberger gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin einige 100 000 Euro investiert.

Seit der Fertigstellung wird in einem vom Freistaat Thüringen geförderten Forschungsprogramm an den neuen Erzeugnissen getüftelt, die zunächst in kleinen und danach in immer größeren Mengen probeweise hergestellt werden, damit sie Produktionsreife erreichen.

Es sind vegane Joghurts und Frischkäsesorten in Bio-Qualität. Da bei einem veganen Erzeugnis tierische Zutaten wie zum Beispiel Kuhmilch ausgeschlossen sind, dienen Mandeln und Cashew-Nüsse als Milchgrundlage. Dank eines eigens entwickelten Verfahrens lassen sich aus dieser Basis unter Zugabe von Milchsäurekulturen die Käse- und Joghurtsorten herstellen.

Katzenberger legt großen Wert darauf, auf diese Weise natürliche und pflanzliche Lebensmittel herzustellen und keine künstlichen Imitate. Die Produkte kommen mit wenigen Zutaten und vor allem ohne Konservierungsstoffe aus. Auch bei der Auswahl der Mandeln und Cashews werden hohe Qualitätsmaßstäbe angelegt. Die Frischcremes gibt es jeweils als Naturversion sowie in einer Kräuter- und einer Gewürz-Variante. Sie lassen sich genauso verwenden, wie normale Frischkäsesorten aus Kuhmilch. Die Joghurts aus Mandelmilch wird es in der Sorte Natur und in Fruchtsorten geben.

Doch Claus Katzenberger käme nicht aus der Käse-Branche, wenn er nicht auch gereifte Käsesorten, vor allem Camembert, planen würde – natürlich ebenso auf Nussmilch-Basis, zumal er in der Vergangenheit zweimal den Weltmeistertitel als Camembert-Hersteller erringen konnte. Das aber bezeichnet der Fachmann als eine wirkliche Herausforderung, der er sich erst stellen will, wenn die aktuellen Produkte auf dem Markt sind. Das ist für den Herbst vorgesehen. Abnehmer sind der Bio-Fach- und Großhandel; als Kunden kommen alle in Betracht, die auf gesunde Ernährung Wert legen, sich dies aber auch etwas kosten lassen.

Sorgfalt wird ebenso auf das Layout der Verpackung gelegt. „Es geht um 0,8 Sekunden, in denen sich ein Kunde entscheidet, ob er die Ware nimmt oder nicht“, erklärt der Fachmann. Das Logo auf den Bechern wird ein Einhorn sein, das in französischer Übersetzung der neuen Altenburger Firma auch seinen Namen gegeben hat: „Licorne“ – das Fabelwesen, das für Reinheit und Unschuld steht. Zum Team des Molkerei-Meisters gehört im Moment lediglich eine Lebensmittel-Technologin. Nach dem Produktionsstart sei es gut möglich, dass dazu Mitarbeiter im zweistelligen Bereich dazustoßen. Und vielleicht gibt es die neuen Produkte auch im Altenburger Land zu kaufen.

Von Jens Rosenkranz

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