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Altenburg Altenburg wird mit digitalen Sirenen ausgerüstet
Region Altenburg Altenburg wird mit digitalen Sirenen ausgerüstet
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00:44 20.04.2018
In 39 Metern Höhe hat Gerd Herklotz (l.) von der Firma Hörmann die neue Sirene auf dem Wasserturm montiert, die Meik Zimny von der Berufsfeuerwehr abnahm. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Manchem älteren Südostler kamen am Dienstag sicher schlimme Gedanken in den Sinn, als die Altenburger Berufsfeuerwehr mit ihrer Drehleiter am 39 Meter messenden Wasserturm in ihrem Wohngebiet andockte. Sie konnten aber schnell beruhigt werden: Kein Feuer wie im Mai 2000 loderte im Inneren des Turmes und musste 21 lange Stunden gelöscht werden. Auch lag kein anderer Notfall an.

Die Löschprofis inspizierten eine dort neu installierte Sirenenanlage, die künftig die Bevölkerung bei drohenden Gefahren oder gar Katastrophen warnen soll. „Eine von insgesamt sechs Sirenen in Altenburg. Weitere wurden auf unserer Feuerwache in der Remsaer Straße, auf dem Lerchenberg- und dem Friedrichgymnasium sowie der Wilhelm-Busch-Schule in Nord installiert“, informierte der Chef der Altenburger Berufsfeuerwehr, Meik Zimny. Eine weitere Anlage soll unter der Regie der Kreisbehörde noch auf das Landratsamt kommen.

„Zuvor gab es eine ganze Reihe von Genehmigungen einzuholen. Jetzt denken wir aber, dass alle Hürden genommen sind und bis allerspätestens Ende Juni die Anlage auch auf dem Landratsamt montiert ist“, so der dort zuständige Fachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz, Ronny Thieme.

Die Kosten für diese Einzelsirene würden sich auf rund 14 000 Euro belaufen. Knapp 60 000 Euro kosten die anderen fünf neuen Sirenen über Altenburg, wobei davon 25 000 Euro als Fördermittel vom Land kommen. Bis zu Beginn der 2000er-Jahre gab es auch in der Kreisstadt ein herkömmliches Sirenennetz. Vermutlich wegen zu hoher Wartungs- und Betriebskosten sowie modernerer Möglichkeiten der Alarmierung wurde es aber abgebaut.

Das Landratsamt hat aber auch kreisweit die Ertüchtigung des glücklicherweise im ländlichen Raum noch recht dichten Sirenennetzes umgesetzt. „Alles in allem haben wir die derzeit noch bestehenden 118 herkömmlichen Sirenen in den Landgemeinden für rund 50 000 Euro mit Zusatz-Platinen aufgerüstet. Sie können jetzt nicht nur einen Katastrophenalarm abgeben, sondern sind auch von uns einzeln ansteuerbar“, erklärt Thieme. Das Sirenennetz habe sich letztendlich doch als das zuverlässigste erwiesen, um bei so genannten Großschadenslagen – wie extremen Hochwassern oder schweren Unwettern – gezielt die Bevölkerung zu warnen. Die für die Bedienung der Warnanlagen im gesamten Landkreis notwendige Steueranlage, sprich der erforderliche Rechner, steht bei der Berufsfeuerwehr in Altenburg. „Von hier aus können wir jede einzelne Sirene im Kreis ansteuern, auch wenn beispielsweise die Leitstelle in Gera ausgefallen oder überlastet ist“, so Meik Zimny.

In Altenburg selber sowie an weiteren neuralgischen Punkten im Landkreis, beispielsweise in Mockern, wurden nun ganz moderne Anlagen installiert, die weitaus mehr können als einen Heulton abzugeben. „Mit denen können sogar diverse Sprachdurchsagen an die Bevölkerung gemacht werden“, so Zimny weiter. Diese Systeme sind selbst gegen einen Stromausfall gewappnet, würden sie dann doch im Batteriebetrieb weiter funktionieren. Damit auch abgesichert ist, dass wirklich jeder in Stadt und Land die Warntöne oder Durchsagen hört, wurde vor der Aufrüstung durch das Landratsamt ein so genanntes Beschallungsgutachten erstellt.

Von Jörg Wolf

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