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Altenburger Adressbuch 2017 erschienen

Sechste Auflage seit 1996 Altenburger Adressbuch 2017 erschienen

Steffen Sell hat in seinem Verlag de sechste Ausgabe des Adressbuches von Altenburg heraus gebracht. Binnen weniger Tage waren von dem in einer 3000er-Auflage erschienenen Werk schon 500 Exemplare verkauft.

Verleger Steffen Sell präsentiert die sechste Ausgabe des Adressbuches aus seinem Haus, die seit Mittwoch im Handel ist.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die Anstrengungen der zurückliegenden Wochen und Monate sind Steffen Sell anzumerken. Aber auch ein gewisser Stolz: Seit Mittwoch ist nach unzähligen Tag- wie Nachtschichten das neue Adressbuch der Stadt Altenburg nun im Handel. „In einer Auflage von 3000 Exemplaren und nach bekanntem und bewährten Muster gestaltet“, sagt der Herausgeber und Inhaber des Heimatverlages Altenburg, den er 1995 aus der Taufe hob.

Damit setzt der 43-Jährige eine Tradition der Adressbücher fort, die in Altenburg bis 1949 hielt und dann nach der Wende durch den Reinhold-Verlag wieder aufgenommen wurde. „Als der damalige Verleger gen Leipzig zog und die regelmäßige Herausgabe vakant war, konnte ich diese Reihe ab 1997 fortsetzen“, erzählt Sell. Das 2017-er Buch ist nun schon die sechste Ausgabe aus dem Heimatverlag.

„Die fünfte erfolgte vor neun Jahren, also 2008. Und seither ist viel in Altenburg passiert. Eigentlich sollte man aller drei bis vier Jahre eine aktualisierte Ausgabe auf den Markt bringen, aber wir haben es einfach nicht eher geschafft“. erklärt der Verleger. Allerdings seien in den letzten Jahren die Stimmen immer lauter geworden, die sich ein auf den Stand der Zeit gebrachtes Adressbuch wünschten, ja es sogar forderten. „Im August/September 2016 haben wir mit den Vorbereitungen für die Neuauflage begonnen. Soviel Vorlauf braucht man auch, wenngleich der Aufbau des Buches feststand.“ Es dauerte auch einige Zeit, ehe Sell und sein Team die Adressdaten aller Altenburger bekommen hatte. „Jetzt sind in dem Buch 26 575 Altenburger mit Stand 30. Juni enthalten. Jene, die unter 18 Jahren sind oder einen Sperrvermerk für solche Verzeichnisse hinterlegt haben, wurden selbstverständlich nicht aufgenommen“, versichert der Verleger.

Während der Recherchen trat nochmals so richtig zu Tage, dass neun Jahre seit der letzten Ausgabe doch eine sehr lange Zeit sind. Nicht nur, dass in diesem Zeitraum der Altenburger Einwohnerschaft um rund 2000 gefallen ist. „Viel tiefgreifender zeigen sich die Veränderungen bei völlig neu strukturierten Ämtern und Behörden, bei neuen wie verschwundenen Straßen oder dem Wandel in der Firmenlandschaft“, so Sell.

Am bemerkenswertesten seien die Veränderungen, die Altenburg seit der Wende erlebt hat, beim Blick auf den im Adressbuch beiliegenden Stadtplan und Vergleich mit jenem aus dem Jahr 1996. „Am tiefgreifendsten zu sehen sind die Änderungen im Stadtteil Altenburg-Nord, wo ja in den zurückliegenden 20 Jahren Plattenbauten in ganzen Straßenzügen abgerissen wurden, weil der Bedarf nicht mehr da war“, sagt der 43-Jährige.

In dem Buch finden sich aber nicht nur die Namensverzeichnisse sowie Adressen der Altenburger sowie ein Firmenverzeichnis. Auch in der sechsten Ausgabe blieb sich Sell seinem Anspruch treu, dem Leser mehr zu bieten als ein quasi amtliches Verzeichnis auf fast 400 Seiten. „Die Chronik habe ich in Stichworten natürlich weitergeführt, ein großes Kapitel befasst sich mit der Erforschung des Schicksals der jüdischen Gemeinde in der Stadt, weil dies vor allem in den zurückliegenden neun Jahren als gelebte Erinnerungskultur in der Stadt an Gewicht gewonnen hat“, betont Sell.

Und dann finden sich in dem Werk auch noch eine ganze Reihe historische sowie aktuelle Stadtansichten. Denn Sell ist nicht nur Verleger, sondern auch leidenschaftlicher Chronist und Fotograf. „Um die 200 000 Bilder umfasst mittlerweile meine Sammlung bestimmt. Und das Erstlingswerk aus meinem Verlag war im Jahr 1995 ja auch die Chronik der Stadt. Mittlerweile sind gut 70 Titel erschienen“, zählt der Verleger nicht ohne Stolz auf. An einer neuen Auflage der Chronik arbeitet er schon seit geraumer Zeit. Denn in den 22 Jahren, die seit der Ersterscheinung vergangen sind, haben sich durch weitere Recherchen etliche weiße Flecken in der über 1000-jährigen Altenburger Historie gefüllt.

Vorerst aber ist das neue Adressbuch im Handel erhältlich. Und schon nach wenigen Tagen im Verkauf sind bereits 500 Exemplare abgesetzt.

Der Osterländer Volkszeitung stellte Steffen Sell drei Exemplare des aktuellen Adressbuchs zur Verfügung, die wir an unsere Leser weitergeben wollen. Die ersten drei Anrufer, die sich am Sonntag in der Zeit von 13 Uhr bis 13.15 Uhr unter Telefon 03447 574926 bei uns melden, gewinnen je ein Exemplar.

Von Jörg Wolf

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