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Altenburger Akteure schieben sich bei Bewerbung um Kreissitz die Bälle zu

Kreisfusion Altenburger Land, Gera und Greiz Altenburger Akteure schieben sich bei Bewerbung um Kreissitz die Bälle zu

Landrätin Michaele Sojka (Linke) sieht bei der Bewerbung von Altenburg als künftige Kreisstadt den Ball in Altenburg liegen, Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) will ihn schon nach Erfurt geschossen haben. Im Gegensatz zu anderen Städten – wie Gera oder Mühlhausen – lässt das Altenburger Land klare Aktionen, um den Kreissitz zu kämpfen, allerdings vermissen.

Sitzt im Altenburger Landratsamt auch nach der Fusion mit Gera und Greiz der Landrat?

Quelle: Klaus Peschel

Altenburg. Während Städte wie Gera oder Mühlhausen im Zuge der Gebietsreform mit klaren Aktionen um den Kreisssitz kämpfen, schieben sich in Altenburg die Akteure den Ball gegenseitig zu. Landrätin Michaele Sojka (Linke) wunderte sich im Januar im OVZ-Interview darüber, warum der Stadtrat Altenburg noch nichts unternommen habe. „Ich kann als Landrätin keine Standortpräferenzen äußern. Der Ball liegt bei der Stadt“, sagte sie.

„Der Ball wurde von mir und den Stadträten schon lange Richtung Erfurt geschossen“, reagiert daraufhin der OB bei seinem Neujahrsempfang. „Noch besser wäre es, wenn unsere Landrätin im Bemühen um den Kreissitz die Zuschauerränge verlassen würde und in unserem Team mitspielt.“ Wolf hatte sich zuvor bereits bei Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) für Altenburg als Kreisstadt stark gemacht.

Volle Unterstützung bekommt er dabei von SPD-Stadtratsfraktionschef Norman Müller. „Wir sollten kämpfen bis zum Letzten, dass Altenburg Kreissitz bleibt. Dass man für ein gedeihliches Miteinander Außenstellen in den anderen Region lässt, darüber kann man reden. Aber das steht zunächst auf einem anderen Blatt.“

Man sollte sich um den Kreissitz bewerben, seine Pfunde in die Waagschale werfen und damit punkten“, meint auch Kati Klaubert, die Faktionschefin der Linken. „Ein Landratsamt haben wir hier, während Gera nicht weiß, wo es die Verwaltung unterbringt.“ Und es gebe gut ausgebildete Verwaltungsleute. Das seien starke Argumente, sagte Klaubert.

Für den CDU-Fraktionschef André Neumann stehen ausschließlich Sojka und Wolf in der Verantwortung. „Beide müssen um Altenburg kämpfen.“ Dazu sei auch kein Beschluss des Stadtrates nötig. Denn das sei eine Pflichtaufgabe des Oberbürgermeisters.

Peter Müller, Fraktionschef von Pro Altenburg, sieht dabei allein den Kreis in der Pflicht – und nicht die Stadt. Das ist eine 100-prozentige Aufgabe der Landrätin und des Kreisstages, sagte Müller.

Die Erhaltung lokaler Arbeitsplätze in der Verwaltung, die Belebung der Stadt und die Nutzung vorhandener Gebäude sind für Johannes Schaefer, Vorsitzender der Fraktion Stadtforum/Grüne, die wichtigsten Argumente, dass Altenburg Kreisstadt bleibt. Man habe sich gewundert, dass dies in den Fraktionen der großen Parteien bislang kein drängendes Thema war. Schaefer überrascht es, dass die Landrätin ausschließlich die Stadt am Drücker sieht.

Andere Regionen sind mit konkreten Aktionen schon weiter. Die Stadt Mühlhausen präsentiert sich als Kreissitz als die bessere Alternative zu Heiligenstadt. Politiker von Stadt und Kreis sowie Abgeordnete des Landtages hatten kürzlich vor der ehemaligen Görmar-Kaserne für Mühlhausen als Kreisstadt demonstriert. Die Zeit dränge, sagte Landrat Harald Zanker (SPD). Bereits Ende März wolle das Kabinett eine Vorentscheidung zu den künftigen Kreisstädten treffen.

Mit einem Schwarzbuch zur Gebietsreform hatte Gera seine Kritik an den Reformplänen bekräftigt und auch daran, dass die Stadt die Kreisfreiheit verlieren soll. Das Schwarzbuch enthält einen Sieben-Punkte-Forderungskatalog zur Stärkung als Oberzentrum und zu Ausgleichsmaßnahmen für den Fall des Verlustes der Kreisfreiheit. Außerdem wurden Botschafter für eine kreisfreies Gera ernannt, unter anderem Boxtrainer Ulli Wegner und Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller.

Von Jens Rosenkranz, Thomas Haegeler und Kay Würker

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