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Altenburg Altenburger Amtsrichter schickt Seriendieb sechs Monate hinter Gitter
Region Altenburg Altenburger Amtsrichter schickt Seriendieb sechs Monate hinter Gitter
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12:45 01.05.2016
Sechs Monate Haft kassierte eine Seriendieb vor dem Altenburger Amtsgericht. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Aller schlechten Dinge sind drei. Zumindest für Rico G. Denn der 35-Jährige kassierte diese Woche vor dem Amtsgericht Altenburg seine dritte Haftstrafe. Grund: Er kann das Klauen einfach nicht lassen. Das Bemerkenswerte daran: In seinem Urteil wegen Diebstahls und Hehlerei ging das Schöffengericht unter Leitung von Richter Sandy Reichenbach in Sachen Strafhärte über die Forderung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung hinaus. Beide Parteien hatten für Freiheitsentzug auf Bewährung plädiert – Staatsanwalt Frank Erdt für zwölf Monate und Verteidigerin Diana Fritzsche ohne konkrete Zeitangabe.

Dass das Schöffengericht dies anders sah, ließ schon die lange Beratung erahnen. Angekündigt war eine halbe Stunde, am Ende diskutierten Reichenbach und Co. über eine Stunde. In der Folge verurteilten sie G. wegen Diebstahls in drei und wegen Hehlerei in einem Fall zu sechs Monaten Haft. Wie Reichenbach sagte, sehe er „keine ansatzweise vertretbaren Gründe“, den Angeklagten ohne Freiheitsentzug davonkommen zu lassen. Das wiederum resultierte aus fehlenden familiären Bindungen, aus einer ungeklärten Abhängigkeit und daraus, dass G. weder eine Wohnung noch einen Job hat.

Abgesehen davon hat der Angeklagte bereits einiges auf dem Kerbholz. Über
75 Straftaten listet sein Vorstrafenregister auf – überwiegend Eigentumsdelikte wie Diebstahl und Co. Deswegen saß der Mittdreißiger, der das Urteil äußerlich ungerührt aufnahm, schon zweimal im Gefängnis. Kaum war er wieder draußen, ging es aber weiter. Die diesmal zur Debatte stehenden Taten hatte er lückenlos eingeräumt.

Konkret war er im August 2014 mit einem Komplizen in einen leeren Wohnblock in Altenburg-Nord eingebrochen und hatte dort zwei Wasseruhren und einen Schlauch mitgehen lassen. Wenig später stieg er – in Begleitung eines anderen Mannes – in eine verfallene Halle ein und stahl Schrott und Zementsäcke. Im Februar 2015 schraubte er zwei Kupferfallrohre am Osterland-Center ab und ließ sich im Frühjahr zwölf Meter nigelnagelneue Dachrinnen schenken, die kurz zuvor in einem Baumarkt abhanden gekommen waren. Seine Motive: Geld zum Leben, für Drogen und Dinge für seine Gartenlaube.

„Der Hehler ist nicht schlimmer als der Stehler“, zitierte Reichenbach eine Gerichtsweisheit, die verdeutlicht, dass es fürs Strafmaß keinen Unterschied macht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Thomas Haegeler

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