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Altenburg Altenburger Athleten räumen alle Titel ab – und feiern ausgelassen
Region Altenburg Altenburger Athleten räumen alle Titel ab – und feiern ausgelassen
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22:53 26.03.2018
Schlussbild mit Jubel: Die Sieger und Platzierten der Sportlerumfrage von OVZ, OTZ und Kreissportbund präsentieren sich am Ende der 27. Sportparty im Kulturgasthof Kosma den Fotografen und den gut 450 Gästen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Die Athleten des Jahres 2017 im Landkreis kommen ausnahmslos aus Altenburg. Auf einer emotionalen und stimmungsvollen Sportparty im ausverkauften, aber wegen einiger kurzfristiger Absagen nicht ganz vollen Kulturhof Kosma räumte am Sonnabend allein der SV Lerchenberg (SVL) drei der sechs begehrten Titel ab. Die von Thorsten Richter (Sportler), Henry-Lennox Heilmann (Nachwuchssportler) und Jürgen Seidel (Übungsleiter) verkörperte Dominanz der Leichtathleten durchbrachen nur die Standard-Formation des 1. TSC Tanzkreis Schwarz-Gold Altenburg (Mannschaft), die U16-Volleyballerinnen des VC Altenburg (Nachwuchsmannschaft) und SV-Einheit-Fechterin Jara-Sophie Petersen (Nachwuchssportlerin).

Versehen verrät Teamergebnis zu früh

Entgegen der Vorjahre war der emotionale Höhepunkt bei der 27. Sportparty vor gut 450 Gästen aber nicht die Kür zum Team des Jahres. Grund dafür, dass die VCA-Mädels deutlich lauter jubelten, war ein Versehen. Schon bei der zweiten Kategorie des Abends, den Nachwuchssportlern, kam jemand am Laptop auf die Ende-Taste, so dass die Präsentation auf der Leinwand hinter der Bühne an den Schluss sprang. Kein Drama. Doch der Versuch, den Fauxpas durch Drücken der Zurück-Taste zu korrigieren, machte es schlimmer. Denn dadurch wurden die Ergebnisse der Kategorie Mannschaft des Jahres viel zu früh offenbar.

Tänzer feiern „sportlich“

Die Standard-Formation des 1. TSC TK Schwarz-Gold Altenburg bejubelt den Titel der Mannschaft des Jahres. Quelle: Mario Jahn

„Die kleine Panne war Mist“, bilanzierte Cheforganisator und Kreissportbund-Geschäftsführer Ulf Schnerrer zu späterer Stunde. Insgesamt habe diese aber der Stimmung keinen Abbruch getan. Das bestätigte Henriette Schaller. „Es war etwas doof, weil dadurch die Überraschung weg war“, nannte die Trainerin der Standard-Formation des 1. TSC Schwarz-Gold den Grund, warum der Jubel nicht ganz so euphorisch ausfiel. Dennoch habe ihr Bundesliga-Team mit seinem ersten Titel in der Geschichte der Sportlerwahl alles andere als gerechnet, weshalb man nun „sportlich“ feiere. Wie Schaller die doppeldeutige Aussage meinte, ließ sich anhand des Umstands erahnen, dass sie und einige ihrer Schützlinge auch zu vorgerückter Stunde noch zu den tanzwütigen Gästen zählten.

Schmöllner Schützen mit Rang drei zufrieden

„Wenn man das sieht, haben wir keine Chance“, hatte Erik Müller beim Bühneneinlauf des schon zahlenmäßig übermächtigen Tanzteams noch wenige Minuten zuvor zu seinem Mannschaftskollegen Jan Freitag gesagt. Das Sportschützen-Duo hielt die Fahnen der SG Schmölln hoch und war mit Platz drei mehr als zufrieden. „Wir sind glücklich, dass wir eine Trophäe abgeräumt haben“, sagte Müller und Freitag, der im Vorjahr bei den Sportlern Vierter wurde, ergänzte augenzwinkernd: „Wir rücken jedes Jahr einen Platz höher, was uns also in zwei Jahren einen Titel bringt.“

Trainer-Leben stand vor kurzem auf des Messers Schneide

Bewegender Moment : Jürgen Seidel gewinnt den Titel Übungsleiter des Jahres. Quelle: Mario Jahn

Vor Titeln kaum retten konnte sich diesmal der SVL. Die Leichtathleten lieferten am Party-Abend auch ganz große Gefühle. „Ich bin überwältigt“, sagte der Trainer des Jahres, Jürgen Seidel, sichtlich berührt. Dabei stand das Leben des 61-Jährigen vor einem Vierteljahr wegen einer Herz-Operation noch auf des Messers Schneide. „Es ist ein Riesenglück, dass ich heute überhaupt da bin.“ Und dann dieser Sieg für den seit über 40 Jahren engagierten Mehrkampf-Trainer, zu dessen Schützlingen mehrere Mitteldeutsche Meister im Speerwurf, im Weit- und Hochsprung zählen. Nun hofft er, im Mai wieder ins Training einsteigen zu können.

Party anstrengender als Sprints?

Mit den Worten „endlich vorbei“ und einem breiten Grinsen kommentierte Thorsten Richter seinen Sieg in der Kategorie Sportler/Sportlerin des Jahres und wischte sich dabei den Schweiß von der Stirn. Fast schien der 47-Jährige mehr mitgenommen von der Anspannung der Sportparty als von den Anstrengungen bei seinen vier Landesmeistertiteln über 200 und 400 Meter in der Halle und auf der Freiluft-Bahn.

Schlagfertiger Nachwuchssportler

Nicht nur schnell, sondern auch schlagfertig: Nachwuchssportler Henry-Lennox Heilmann. Quelle: Mario Jahn

Mindestens genauso schlagfertig war Henry-Lennox Heilmann, der jüngste Sieger des SVL. „Ich find’s einfach fantastisch“, antwortete der Zwölfjährige ziemlich professionell auf die von Moderator Stefan Bräuer gestellte Frage nach seinem Befinden und ließ auf die Frage, wie lange er aufbleiben dürfe, folgen: „Das werden wir noch sehen.“ Vater Jan Heilmann meinte jedoch wenig später, dass sich das in Kürze von selbst klären werde. Zudem verriet er, dass die sportbegeisterte Familie extra wegen der Sportparty den für Sonnabend geplanten Start in den Urlaub um einen Tag nach hinten verschoben hat. „Das hat sich nicht nur wegen Lennox’ Sieg gelohnt.“

Vereinschef sieht Erfolg für Leichtathleten im Kreis

Diese Dominanz ließ Torsten Rist wiederum größere Kreise ziehen. „Wir freuen uns über die drei ersten Plätze genauso wie über den einen dritten“, sagte der SVL-Chef in Feierlaune. „Das ist eine Bestätigung für die jahrelange Arbeit im Verein und für die Leichtathletik im ganzen Landkreis.“ Letzteres untermauerte der LSV Schmölln mit zwei zweiten Plätzen, wobei sich Helena Keuche (14) in der knappsten Kategorie der Nachwuchssportlerinnen Jara-Sophie Petersen (14) mit nur 34 Stimmen Abstand geschlagen geben musste. „Herrlich“, jubelte wiederum deren Trainer Ingolf Katzsch angesichts des insgesamt dritten Sportlers des Jahres aus den Reihen der Einheit-Fechter.

Nachwuchs-Trio schlägt Olympiasieger beim Streichholzweitwurf

Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler beim Streichholzweitwurf. Quelle: Mario Jahn

Zudem hatten Henry-Lennox Heilmann und Jara-Sophie Petersen sowie Judoka Kati Schöne noch einen Grund zum Feiern. Denn das Trio gewann im Rahmenprogramm den Streichholzweitwurf gegen Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler und darf deshalb mit ihm in Jena trainieren. Der Stargast nutzt die Idee seines Trainers, um an seiner Wurftechnik zu feilen. „Ich habe das am Anfang für unmöglich gehalten“, sagte der 26-Jährige. Aber inzwischen funktioniere es ganz gut. „Außerdem ist es ein guter Partygag.“ Als er seine Bestweite von 32 Metern Streichholzweitwurf erwähnte, ging erst ein Raunen, dann ein Klatschen und Johlen durch den Saal.

Von Thomas Haegeler

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