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Altenburg Altenburger Ausstellung würdigt Schaffen des Malers Gotthold Müller
Region Altenburg Altenburger Ausstellung würdigt Schaffen des Malers Gotthold Müller
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18:22 26.07.2018
Karl-Heinz Hochstädt präsentiert ein Eigenporträt seines Schwiegervaters Gotthold Müller, dessen Werke in der Galerie des Kulturbunds zu sehen sind. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Eine späte Würdigung seines künstlerischen Schaffens erfährt der 1917 in Ehrenhain geborene und dort bis 2012 lebende Gotthold Müller. Nach Kontakten zum hiesigen Lindenau-Museum in den 1950er-Jahren kam es dank der Initiative seiner drei Kinder und vor allem des Schwiegersohnes Karl-Heinz Hochstädt im vergangenen Jahr zu einer Ausstellung im Schloss Tenneberg.

Verdiente Anerkennung

Vielleicht waren es Bescheidenheit, der Mangel an passendem Gedankenaustausch vor Ort oder der Berufsalltag als Lehrer, die Müller eine frühere Anerkennung verwehrten. Nun ist er mit einer Ausstellung im Brühl 2 vollkommen zurecht wieder im Altenburger Land angekommen. Eine Schau, in der sich die hohen künstlerischen Fertigkeiten des passionierten Malers offenbaren.

Gotthold Müller, dessen künstlerische Wurzeln auch bei Walter Sachse und Otto Pech in der Kunsthütte der 1930er-Jahre liegen, studierte von 1935 bis 1938 an der Kunstgewerbe-Akademie Dresden. Nach den Kriegswirren entschloss er sich zu einer Neulehrerausbildung. Drei Säulen umfasst sein künstlerisches Werk: das Ölbild, das Aquarell und die Zeichnung. Letztere dominiert die mit „Kindheitserinnerungen“ überschriebene aktuelle Schau.

Ursprünglichkeit und schöpferische Fantasie

Karl-Heinz Hochstädt, selbst Kunstpädagoge und vielfältig bildender Künstler, ist auch in Altenburg wesentlich für das zu erlebende Entdecken zuständig. Während der Vernissage erläuterte er in seiner Laudatio den zahlreichen Gästen, darunter Oberbürgermeister André Neumann (CDU), die Facetten des Zeichnens. So sei die künstlerische Handzeichnung Grundlage jeder bildkünstlerischen Betätigung. Als Element der schöpferischen Arbeit ist in ihr Ursprünglichkeit wie schöpferische Fantasie spürbar.

Müller verwendete in seinen zu sehenden Arbeiten die anspruchsvolle Technik der Stahlfederzeichnung, die mittels Tusche oder Tinte entsteht. Sie verlangt höchste Konzentration, da Korrekturen nur beschränkt möglich sind. Sein Ziel war es, das Verhältnis von Kopf und Fuß einer Figur in seiner Wechselwirkung immer im Blick zu haben.

Frohes und Tragisches

Die „Kindheitserinnerungen“ hat der Künstler in relativ späten Jahren, die letzte Arbeit schuf er als 94-jähriger, als Gedächtniszeichnungen mit Ausnahme der beiden Selbstporträts erstellt. Sie zeigen dem Betrachter in einer bemerkenswerten graphisch schönen Einheit Alltagsmotive und Genreszenen aus dem Landleben in Müllers Kindheit und sind zudem Zeugnis für die Geschichte des Altenburger Landes. So die Szenen aus der Werkstatt, beim Frisör, beim Schlachten, beim Holzsägen oder bei der Feldarbeit. Ganz lebendig wird es bei Altenburgs Marktleben.

Aber nicht nur Frohes ist zu sehen, auch Tragisches wird mit stillen Tönen wie bei „Flucht 1+2“ gezeigt. Auch wenn sie die Flüchtlingsströme nach dem Zweiten Weltkrieg widerspiegeln, sind sie hochaktuell. Wie detailgetreu Müller arbeitet, zeigt etwa der betroffen-betretene Gesichtsausdruck des die Prügelszene der Landjungen beobachtenden Mädchens.

Heimat mit Wiedererkennungswert

Beim Aquarell wählt der Künstler die realistische, wirklichkeitsgetreue Malweise mit Wasserfarben. Die vier ausgestellten Beispiele stehen für seine Liebe zur Heimat und haben einen hohen Wiedererkennungswert. So die Pleißenbrücke bei Paditz, der Blick auf Altenburg oder das Bummeln im Ehrenhainer Wald. In diesem erzeugt er mittels blauer Farbe spezielle Tiefenwirkungen.

„Kindheitserinnerungen“ von Gotthold Müller ist ein beredtes Zeugnis von Historie, Schönheit und künstlerischem Wert des Altenburger Landes. Sie ist noch bis 5.Oktober zu sehen.

Von Frieder Krause

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