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Altenburg Altenburger Baby-Drama: Am Donnerstag soll das Urteil fallen
Region Altenburg Altenburger Baby-Drama: Am Donnerstag soll das Urteil fallen
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15:38 10.11.2015
Im Justizzentrum Gera werden Kontrollen extrem verschärft.   Quelle: dpa-Zentralbild
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Gera/Altenburg

 Starb ihr Baby im März in Altenburg aufgrund unglücklicher Umstände, oder hat Sandra F. ihr Neugeborenes in einer Badewanne ertrinken lassen, womöglich, weil sie sich in einer extremen seelischen Notlage befand? Diese Fragen wird die vierte Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Gerhard Rassier am Donnerstag zu würdigen haben, wenn am fünften und letzten Verhandlungstag das Urteil gegen die 30-jährige Altenburgerin erwartet wird.

Der Prozess wird dabei von einer Morddrohung gegen die Geraer Justiz überschattet, weshalb im Justizzentrum seit Wochenbeginn die höchste Sicherheitsstufe ausgelöst wurde. Beim Landgericht und der Staatsanwaltschaft war ein anonymes Schreiben eingegangen, worin eine „RAF 4.0“ mit Massenerschießungen droht. Das bestätigte Gerichtssprecherin Kerstin Böttcher-Grewe der OVZ. Ein Unbekannter kündigte darin den Mord an zehn Richtern, zehn Staatsanwälten und zehn Polizisten an. Als Grund wird das Versagen der Justiz bei den Ermittlungen im Zusammenhang mit der rechten Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) angeführt. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Das Landgericht hat daraufhin seine Sicherheitsvorkehrungen „bis an den Schmerzpunkt hochgezogen“, wie dessen Präsident Peter Granderath erklärte. Schon seit weit über einem Jahr ist es im Geraer Strafjustiz-Gebäude üblich, dass sich Besucher der Kontrolle mit einem Metalldetektor, ähnlich wie im Flughafen, unterziehen müssen. Diese Überprüfungen sind jetzt auf sämtliche Gebäude ausgeweitet worden, erklärte Böttcher-Grewe weiter. Der Einlass sei nur noch mit Personalausweis und nach einer Personenkontrolle möglich. Bei einigen Verfahren in dieser Woche hatte das Wachpersonal bereits kugelsichere Westen angelegt.

Womöglich werden diese auch am Donnerstag getragen, wenn Staatsanwaltschaft und Verteidigung im Prozess gegen Sandra F. ihre Plädoyers halten. Im Vorfeld hatte ein medizinischer Gutachter Zweifel an der Version der Angeklagten geäußert, dass sie kurz nach der Geburt ohnmächtig geworden sei. Denn das brachte Sandra F. als Grund vor, weswegen sie sich nach der Entbindung nicht um ihr Neugeborenes kümmern konnte und es deswegen ertrank.

Eine Psychiaterin hatte Sandra F. zum Tatzeitpunkt dagegen eine seelische Notlage bescheinigt. Sie sei bei der Geburt offensichtlich in einer „akuten Belastungssituation“ gewesen.

Sandra F. sitzt seit März in Untersuchungshaft. Ihr zweites Kind lebt bei den Großeltern in Altenburg.

Von Jens Rosenkranz

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