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Altenburger Baby-Drama: Urteil gegen Sandra F. ist rechtskräftig

Justiz Altenburger Baby-Drama: Urteil gegen Sandra F. ist rechtskräftig

Sandra F. muss für dreieinhalb Jahre Gitter. Das Urteil des Landgerichts Gera gegen die 30-Jährige wegen Totschlags in einem minderschweren Fall ist rechtskräftig. Sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft haben ihre Revision zurückgezogen. Sandra F. hatte im März 2015 ihr Neugeborenes absichtlich in der Badewanne ertrinken lassen.

Sandra F. vor Gericht.

Quelle: Jens Rosenkranz

Altenburg. Dreieinhalb Jahre lang soll Sanda F. hinter Gitter. Dazu hatte das Landgericht Gera die 30-Jährige im November verurteilt, weil sie ihr Baby kurz nach der Entbindung zu Hause in der Badewanne mutwillig ertrinken ließ (OVZ berichtete).

Doch das Urteil wurde nicht rechtskräftig. Sowohl Verteidigerin Ines Kreisel als auch Oberstaatsanwalt Ralph Mohrmann hatten dagegen Revision eingelegt. Beide nahmen dieses Rechtsmittel nun zurück. Damit ist eines der Aufsehen erregendsten Strafverfahren seit dem Mauerfall im Landkreis endgültig abgeschlossen.

Kreisel hatte ihre Revision aus formellen und fristwahrenden Gründen eingelegt, um das schriftliche Urteil abzuwarten. Erst nach Einsichtnahme sei es ihr möglich, Gründe auszumachen, um gegen die Strafe vorzugehen. Ein Verfahren vor dem Bundesgerichtshof hätte sich ohnehin nicht auf neue Tatsachen stützen, sondern nur Rechtsfehler aufarbeiten können. „Die Begründung des Urteils ist aber in Ordnung“, sagte die Anwältin der OVZ. „Wir können damit leben.“ Kreisel hatte diesen Ausgang bereits nach dem Urteilsspruch angedeutet, sich eine endgültige Entscheidung aber offen gelassen. Im Prozess hatte sie allerdings nur eine Strafe von zwei Jahren gefordert – ausgesetzt zur Bewährung.

Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass Sandra F. in der Nacht zum 9. März 2015 ihr selbst entbundenes Baby absichtlich ertrinken ließ. Bereits Monate zuvor befand sie sich in einer schweren seelischen Notlage, weswegen sie ihre Schwangerschaft bis zur Niederkunft erfolgreich verheimlichte und diese selbst sogar verdrängte.

Sandra F. sitzt, eingerechnet der Untersuchungshaft, seit fast 13 Monaten im Gefängnis. Würde sie, wie es möglich wäre, nur zwei Drittel ihrer Strafe absitzen, käme sie im Juni 2017 wieder auf freien Fuß. Ihr fünfjähriger Sohn lebt bei ihren Eltern.

Von Jens Rosenkranz

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