Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Altenburger Beratungsverein "Horizonte" feiert 20-Jähriges

30. Oktober Altenburger Beratungsverein "Horizonte" feiert 20-Jähriges

Ob man Hilfe bei der Suchtberatung oder in einer seelischen Notlage sucht, ob man sich über ambulante Betreuungsmöglichkeiten für psychisch Erkrankte oder Tagesstätten für Alkoholabhängige informieren möchte – im Altenburger Land stößt man dann auf den Namen Horizonte. Am 30. Oktober feiert das psychosoziale Diakoniezentrum sein 20-jähriges Bestehen.

Bei der Horizonte Altenburg werden auch für das Altenburger Armaturenwerk Rohre mit Bohrungen versehen und entgradet. im Hintergrund stehen Angelika Rudolf, Sandra Eichhorn, Jan Westphal und Diplompsychologe Reinhard Strecker (v.l.).
 

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Egal ob man Hilfe bei der Suchtberatung oder in einer seelischen Notlage sucht, ob man sich über ambulante Betreuungsmöglichkeiten für psychisch Erkrankte oder Tagesstätten für Alkoholabhängige informieren möchte – auf einen Namen stößt man im Altenburger Land unweigerlich: Horizonte. Am Freitag, den 30. Oktober, feiert das psychosoziale Diakoniezentrum sein 20-jähriges Bestehen. „Unser Ziel ist es, Menschen mit psychischen oder Suchterkrankungen wieder am Leben der Gesellschaft teilhaben zu lassen“, umreißt Reinhard Strecker, fachlicher Leiter der Horizonte-Einrichtungen, den Zweck aller Angebote, die sich im Landkreis etabliert haben.

Am 23. Juni 1995 riefen 28 Gründungsmitglieder zunächst einen Verein ins Leben, um für psychisch Erkrankte nach einem Klinikaufenthalt eine Anschlussversorgung zu ermöglichen und sie besser wieder in die Gesellschaft integrieren zu können. Bereits im Jahr nach der Gründung eröffneten eine Tagesstätte und ein Übergangswohnheim, nur zwei Jahre später betreute das Team zusätzlich sieben Menschen ambulant in der eigenen Wohnung. In der folgenden Zeit wurde das Spektrum an Angeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen stetig erweitert, neue Plätze in den Wohnheimen und Tagesstätten geschaffen und auch Hilfen für Suchterkrankungen etabliert. „In den ersten Jahren gab es eine rasante Entwicklung“, blickt Strecker zurück, und Geschäftsführer Jan Westphal ergänzt: „Am Anfang war die Form des Vereins auch gut gewählt, weil sich so sehr viele Ehrenamtliche engagieren konnten.“

Doch aus betriebswirtschaftlicher und fachlicher Sicht sei es mit den zunehmenden Aufgaben sinnvoll gewesen, die Führung nicht mehr einem ehrenamtlichen Vereinsvorstand zu überlassen. Deshalb wurde der Verein 2006 in eine gemeinnützige Gesellschaft umgewandelt und ist seitdem eine Tochter der Evangelischen Lukas-Stiftung. „Das hat sich natürlich angeboten, weil die Stiftung auch die Klinik für Psychiatrie betreibt. Die enge Kooperation zwischen Krankenhaus und Rehabilitationseinrichtungen ist keinesfalls selbstverständlich“, weiß Strecker aus anderen Kreisen.

Inzwischen gibt es unter dem Dach des Horizonte-Diakoniezentrums mehr als 250 Plätze in unterschiedlichen Einrichtungen für psychisch Erkrankte. Hinzu kommen offene Angebote wie die Suchtberatungs- und psychosoziale Kontaktstelle, das Café und die Begegnungsstätte. „Sukzessive wurden alle Bereiche ausgebaut, die Menschen benötigen, um sich zu stabilisieren. Das heißt: Wir sind in den Bereichen Wohnen, Freizeit, Arbeit und Beschäftigung tätig“, sagt Strecker über sein 66-köpfiges Team. Besonders wichtig ist ihm dabei, dass psychisch Erkrankte immer auch mit Nicht-Erkrankten in Kontakt kommen. „Sie sollen ihre Freizeit dort verbringen, wo andere sie auch verbringen. Und wir laden immer wieder die Leute in unsere Einrichtungen ein“, so Strecker.

Für ebenso bedeutsam hält er das Arbeitsleben. Bereits 1999 wurde eine Gesellschaft für Arbeits- und Zuverdienstmöglichkeiten gegründet, mittlerweile werden in dem nun integrierten Bereich ganz unterschiedliche Aufträge für Firmen ausgeführt. „Wir versuchen, die Menschen zu normalen Arbeitsprozessen heranzuführen und unterzubringen“, sagt Westphal. „Das ist in Thüringen ein einmaliges Angebot, ein richtiger Leuchtturm.“ Allerdings würde er sich, wenn er einen Wunsch für die Zukunft äußern könnte, freuen, wenn noch mehr Arbeitsplätze außerhalb der Einrichtungen zur Verfügung gestellt würden. Auch Strecker sieht für die nächsten Jahre Herausforderungen: „Was uns antreibt und umtreibt, ist, dass wir die Menschen integrieren wollen, ein Großteil der Hilfe aber in Einrichtungen organisiert ist.“ Dieser Widerspruch sei schwer zu lösen, aber man wolle versuchen, noch mehr den Menschen direkt vor Ort, beispielsweise in ihrem Wohnumfeld, zu helfen.

Von Jenifer Hochhaus

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr