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Altenburg Altenburger Beratungsverein "Horizonte" feiert 20-Jähriges
Region Altenburg Altenburger Beratungsverein "Horizonte" feiert 20-Jähriges
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00:30 30.10.2015
Bei der Horizonte Altenburg werden auch für das Altenburger Armaturenwerk Rohre mit Bohrungen versehen und entgradet. im Hintergrund stehen Angelika Rudolf, Sandra Eichhorn, Jan Westphal und Diplompsychologe Reinhard Strecker (v.l.).  Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Egal ob man Hilfe bei der Suchtberatung oder in einer seelischen Notlage sucht, ob man sich über ambulante Betreuungsmöglichkeiten für psychisch Erkrankte oder Tagesstätten für Alkoholabhängige informieren möchte – auf einen Namen stößt man im Altenburger Land unweigerlich: Horizonte. Am Freitag, den 30. Oktober, feiert das psychosoziale Diakoniezentrum sein 20-jähriges Bestehen. „Unser Ziel ist es, Menschen mit psychischen oder Suchterkrankungen wieder am Leben der Gesellschaft teilhaben zu lassen“, umreißt Reinhard Strecker, fachlicher Leiter der Horizonte-Einrichtungen, den Zweck aller Angebote, die sich im Landkreis etabliert haben.

Am 23. Juni 1995 riefen 28 Gründungsmitglieder zunächst einen Verein ins Leben, um für psychisch Erkrankte nach einem Klinikaufenthalt eine Anschlussversorgung zu ermöglichen und sie besser wieder in die Gesellschaft integrieren zu können. Bereits im Jahr nach der Gründung eröffneten eine Tagesstätte und ein Übergangswohnheim, nur zwei Jahre später betreute das Team zusätzlich sieben Menschen ambulant in der eigenen Wohnung. In der folgenden Zeit wurde das Spektrum an Angeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen stetig erweitert, neue Plätze in den Wohnheimen und Tagesstätten geschaffen und auch Hilfen für Suchterkrankungen etabliert. „In den ersten Jahren gab es eine rasante Entwicklung“, blickt Strecker zurück, und Geschäftsführer Jan Westphal ergänzt: „Am Anfang war die Form des Vereins auch gut gewählt, weil sich so sehr viele Ehrenamtliche engagieren konnten.“

Doch aus betriebswirtschaftlicher und fachlicher Sicht sei es mit den zunehmenden Aufgaben sinnvoll gewesen, die Führung nicht mehr einem ehrenamtlichen Vereinsvorstand zu überlassen. Deshalb wurde der Verein 2006 in eine gemeinnützige Gesellschaft umgewandelt und ist seitdem eine Tochter der Evangelischen Lukas-Stiftung. „Das hat sich natürlich angeboten, weil die Stiftung auch die Klinik für Psychiatrie betreibt. Die enge Kooperation zwischen Krankenhaus und Rehabilitationseinrichtungen ist keinesfalls selbstverständlich“, weiß Strecker aus anderen Kreisen.

Inzwischen gibt es unter dem Dach des Horizonte-Diakoniezentrums mehr als 250 Plätze in unterschiedlichen Einrichtungen für psychisch Erkrankte. Hinzu kommen offene Angebote wie die Suchtberatungs- und psychosoziale Kontaktstelle, das Café und die Begegnungsstätte. „Sukzessive wurden alle Bereiche ausgebaut, die Menschen benötigen, um sich zu stabilisieren. Das heißt: Wir sind in den Bereichen Wohnen, Freizeit, Arbeit und Beschäftigung tätig“, sagt Strecker über sein 66-köpfiges Team. Besonders wichtig ist ihm dabei, dass psychisch Erkrankte immer auch mit Nicht-Erkrankten in Kontakt kommen. „Sie sollen ihre Freizeit dort verbringen, wo andere sie auch verbringen. Und wir laden immer wieder die Leute in unsere Einrichtungen ein“, so Strecker.

Für ebenso bedeutsam hält er das Arbeitsleben. Bereits 1999 wurde eine Gesellschaft für Arbeits- und Zuverdienstmöglichkeiten gegründet, mittlerweile werden in dem nun integrierten Bereich ganz unterschiedliche Aufträge für Firmen ausgeführt. „Wir versuchen, die Menschen zu normalen Arbeitsprozessen heranzuführen und unterzubringen“, sagt Westphal. „Das ist in Thüringen ein einmaliges Angebot, ein richtiger Leuchtturm.“ Allerdings würde er sich, wenn er einen Wunsch für die Zukunft äußern könnte, freuen, wenn noch mehr Arbeitsplätze außerhalb der Einrichtungen zur Verfügung gestellt würden. Auch Strecker sieht für die nächsten Jahre Herausforderungen: „Was uns antreibt und umtreibt, ist, dass wir die Menschen integrieren wollen, ein Großteil der Hilfe aber in Einrichtungen organisiert ist.“ Dieser Widerspruch sei schwer zu lösen, aber man wolle versuchen, noch mehr den Menschen direkt vor Ort, beispielsweise in ihrem Wohnumfeld, zu helfen.

Von Jenifer Hochhaus

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