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Altenburger Denkmalpreis: Hitzige Diskussionen über gelungene Fassaden

Drei Vorschläge eingereicht Altenburger Denkmalpreis: Hitzige Diskussionen über gelungene Fassaden

Zum inzwischen zwanzigsten Mal wird in diesem Jahr der Altenburger Denkmalpreis übergeben. Insgesamt drei Häuser – und damit weniger als vielleicht erhofft – sind in der Skatstadt im Rennen um die Auszeichnung. Die Debatte zwischen den Jurymitgliedern wurde trotz der geringen Zahl der Nominierten dafür umso intensiver geführt.

Die Gebäude Kanalstraße 13, Kanalstraße 47 und Johannisgraben 3a (v.l.) sind für den diesjährigen Denkmalpreis der Stadt Altenburg nominiert.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Bevor in etwas mehr als zwei Wochen zum Denkmaltag wieder zig bauliche Schätze im Altenburger Land ihre Türen öffnen, steigt nicht nur die Spannung bei den Besuchern darüber, welche Bauten sich diesmal erkunden lassen, sondern auch die der diesjährigen Nominierten für den städtischen „Johann-Georg-Hellbrun“-Preis.

Insgesamt drei Objekte gehen im Rahmen der zwanzigsten Vergabe der Auszeichnung ins Rennen, teilt Jürgen Fröhlich von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt mit. Eigentlich seien sogar vier Vorschläge eingegangen, allerdings waren die Arbeiten am letzten Objekt – der Hülsemann’schen Villa in der Johannisstraße – bis zum Stichtag am 31. Juli noch nicht abgeschlossen. „Ich hätte mir persönlich gerne mehr Vorschläge gewünscht“, gibt Fröhlich offen zu, „allerdings bin ich sicher, dass es im nächsten Jahr wieder mehr wird.“ Einige potenzielle Kandidaten seien bereits absehbar.

Zu entscheiden hatte die Jury beim Rundgang am Donnerstagabend zwischen drei verschiedenen Projekten an Häusern aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. An den Standorten Johannisgraben 3a sowie in der Kanalstraße 13 und 47 stand jeweils die umgesetzte Fassadengestaltung im Fokus, so Fröhlich. Und die fiel durchaus unterschiedlich aus.

Im Johannisgraben etwa habe der Eigentümer – der New Generation e.V. aus Chemnitz – umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten durchgeführt. Die seinen nötig geworden, da zu DDR-Zeiten nahezu jeglicher Schmuck an der Fassade entfernt worden sei, erläutert Fröhlich. „Der Verein hat eine Teilrekonstruktion des Fassadenschmucks durchgeführt, die wesentlichen prägenden Teile sind nun wieder angebracht.“

Ähnlich erging es in der DDR auch dem Gebäude in der Kanalstraße 13. Der in Leipzig wohnhafte Eigentümer habe durch umfangreiche Arbeiten die Fassade des historischen Gebäudes zu ihrem Ursprungszustand zurückgeführt.

Eine komplette Restaurierung ist hingegen in der wenige Meter entfernten Kanalstraße 47 umgesetzt worden. „Hier war die bestehende Gründerzeitfassade noch erhalten“, berichtet Fröhlich. Mit viel Liebe und Hingabe habe der Eigentümer den Originalbestand detailgetreu wieder hergestellt. „So wie jetzt muss es auch im 19. Jahrhundert ausgesehen haben“, freut sich der Fachmann.

So erfreulich die Resultate des Engagements der Eigentümer sind, so heftig wurde auch um die diesjährige Vergabe des mit 2500 Euro von den Altenburger Stadtwerken dotierten Preises gerungen. Denn die vier Jurymitglieder waren sich alles andere als einig, wie Peter Müller, Vorsitzender des städtischen Bauausschusses, gegenüber der OVZ berichtet.

„An den Fassaden wurden wirklich gute Leistungen erbracht“, betont er ausdrücklich – weist aber auch darauf hin, dass es zahlreiche ähnliche Arbeiten gebe, die nur nicht für den Preis vorgeschlagen würden. Für eine Auszeichnung mit dem Denkmalpreis seien die Projekte seiner Meinung nach nicht repräsentativ genug, die Leidenschaft habe ihm diesmal gefehlt. „Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir den Preis in diesem Jahr nicht vergeben sollen.“

Letztlich habe er sich natürlich der Mehrheitsentscheidung seiner Jury-Kollegen gebeugt, zumal alle Projekte den Vergaberichtlinien des Preises entsprächen. Dennoch regt Müller an, über eine Änderung der Richtlinien zu beraten und im Zweifel den Preis künftig nur noch alle zwei Jahre zu vergeben.

Damit würden sich seiner Meinung nach auch die Chancen dafür erhöhen, dass wieder mehr Vorschläge aus der Bevölkerung eingehen, die von der Jury bewertet werden könnten. Denn eigentlich, gibt er zu, sei es vor allem die geringe Zahl der diesjährigen Nominierten, die ihn am meisten wurme.

Von Bastian Fischer

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