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Altenburger Denkmalpreis geht an - ?Jury will Geheimnis noch nicht lüften

Altenburger Denkmalpreis geht an - ?Jury will Geheimnis noch nicht lüften

Wer bekommt den diesjährigen Denkmalschutzpreis "Johann Georg Hellbrunn" der Stadt Altenburg? Noch ist die Entscheidung geheim, aber welche Häuser dafür in Frage kommen, steht bereits fest.

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Nur einer hat gewonnen: Die drei Kandidaten für den Denkmalpreis. Fotos: Jenifer Hochhaus/J .P.Taubert Grafik: Patrick Moye

Quelle: lox

Vorgestern schaute sich die Jury gemeinsam mit Jürgen Fröhlich, Chef der Unteren Denkmalschutzbehörde, die drei Vorschläge an. Zum ersten Mal wurden dabei die Gebäude direkt vor Ort begutachtet. "So bekommen alle einen besseren Eindruck, als wenn wir es nur auf Bildern sehen würden", begründete Peter Müller, als Vorsitzender des Bauausschusses des Stadtrats auch Juryvorsitzender, diese Entscheidung. Für ihn war bereits vor dem eineinhalbstündigen Rundgang klar: "Es wird eine schwierige Entscheidung. Alle Vorgeschlagenen haben viel Geld und Idealismus in die Sanierungen gesteckt."

 

Wie aus einem heruntergekommenen Haus ein Schmuckstück wird, sah die Jury gleich beim ersten Gebäude in der Wettinerstraße. Die Villa mit der Hausnummer 31 stand jahrzehntelang leer, bevor sie vor drei Jahren von Dietrich Hueck, Geschäftsführer der Altenburger Destillerie & Liqueurfabrik, gekauft wurde. Seitdem läuft die Sanierung, die Fassade, die Fenster und Veranda des in den 1880er-Jahren erbauten Gebäudes erstrahlen inzwischen in hellem Glanz. "Besonders die Sandsteinballustrade war sehr aufwendig", beschrieb Fröhlich und betonte, dass die zusätzlichen Elemente wie die Glasbalkone auf der Rückseite sich gut einfügen würden. Im Inneren sind zwar noch nicht alle Räume fertig, aber auch hier wurde möglichst viel erhalten - Stuck und einige Türen sind original, die Fenster wurden entsprechend der Originale nachgebaut. "Es ist ein Kulturdenkmal, das auch in das Ensemble der Wettinerstraße gehört", fasste Fröhlich zusammen.

 

Ebenso bedeutungsvoll für das umliegende Gesamtensemble ist auch der zweite Stopp: die ehemalige Hofgärtnerei am Schlossberg. Hinter dem Tor gegenüber dem Teehaus liegt inzwischen ein kleiner Garten, in dem Springbrunnen und kleine Tische zum Verweilen einladen. "Es ist ganz reizend", entfuhr es Jutta Penndorf, die als Vertreterin des Sozial- und Kulturausschusses des Stadtrats in der Jury sitzt, sofort nach Betreten. Und auch Anton Geerlings, Geschäftsführer der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa), die den Preis sponsert, war angetan: "Hier lässt es sich aushalten." Seit zwei Jahren saniert Jörg Kebbel das Gebäude, will in Kürze ein Weinlokal und mehrere Pensionszimmer eröffnen. Vorher schlief auch dieses Gebäude jahrelang im Dornröschenschlaf, war sogar mal von der Denkmalliste gestrichen worden. "Das ganze Entree zum Schloss wird aber dadurch aufgewertet", hob Fröhlich hervor. Insgesamt sei es hier sehr gut gelungen, das barocke Erscheinungsbild des Hauses zu rekonstruieren, auch wenn bei der Untersuchung des Holzes festgestellt wurde, dass das Haus schon um 1600 errichtet und später barock überformt wurde.

 

Noch ein bisschen älter ist der dritte Vorschlag: Der älteste Teil der heutigen Heimat des Altenburger Kulturbundes am Brühl stammt von 1494, somit gilt das Gebäude als das älteste Bürgerhaus der Stadt. 2008 hatte der Kulturbund die Idee, das Haus zu sanieren. Seitdem flossen 1,5 Millionen Euro, dieses Jahr wurde eröffnet. "Besonders überraschend war, dass es im oberen Teil einen so großen Saal gibt", erzählte Kulturbund-Vorsitzende Renate Arfeller der Jury. "Das ist ganz untypisch für die Zeit." In dem Raum ist jetzt besonders gut das Konzept der Sanierung zu erkennen. Anliegen war, die Geschichte festzuhalten, wie Fröhlich erläuterte. So gibt es im gesamten Haus sogenannte archäologische Fenster, in denen man zum Beispiel die Bohlen anschauen oder das ehemalige Straßenniveau nachvollziehen kann. "Es ist ein wichtiges Ergebnis der Instandsetzung, dass dies jetzt so zu sehen ist", betonte Fröhlich.

 

Danach diskutierte die Jury, zu der neben Penndorf, Müller und Geerlings auch Susanne Reim als Vertreterin des Denkmalbeirats der Stadt gehört, darüber, wer den mit 2500 Euro dotierten Preis bekommen soll. Das Ergebnis wird erst kommende Woche bekannt gegeben. Müller verriet gestern schon einmal, dass die Entscheidung einstimmig war.

Jenifer Hochhaus

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Von Redakteur Jennifer Hochhaus

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